auch ein schelmisches Lächeln in ihren verweinten Zügen auf . » Und der Hut ist auch liegen geblieben – « sagte er , » die Regentropfen blitzen wie Brillanten in Ihrem Haar und werden Sie erkälten ... Nun , den dünnen , grauen Schleier hätten Sie auch nicht geachtet – da lobe ich mir das Kopftuch , das liebe , weiße Kopftuch meines Heilgehilfen ! – Und nun leben Sie wohl ! « Mit diesen letzten Worten war er durch das rauschende Gewässer zurückgesprungen und schritt , ohne noch ein einziges Mal den Kopf umzuwenden , durch die Wiesen nach dem Fahrweg . Mit dem gewaltsamen , romantischen Pfadsuchen im wilden Unterholz war es selbstverständlich heute nichts – das hätte eine Griebelsche » Pelzwäsche « sondergleichen gegeben – , den Weg aber , den die » Blumensucherin « ging , wollte er um jeden Preis vermeiden , und so mußte er sich bequemen , am Forstwärterhaus vorüberzugehen und in den ein beträchtliches Stück davon entfernten gutgebahnten Waldweg einzulenken , denselben , auf welchem Frau Griebel bei der ersten Begegnung vom Grafenholz hergekommen war . Hurtig legte er den Weg zurück – er hatte Eile . – Der Regen hatte aufgehört ; dagegen stand der Wald voll beladen ; und wenn der Dahinstürmende an einen überhängenden Zweig stieß , da brauste es wie ein Sturzbad über ihn her ... Wasser in Fülle hatte diese eine bange Stunde gespendet – der weiche , moosige Boden stand voll Lachen , und der kleine Fluß , der die Schneidemühle trieb , schoß , bis an den Rand gefüllt , ungebärdig tosend durch das Wiesental . Drunten am Ufer stand der Sägemüller mit fröhlichem Gesicht . » Heute hat es Brot geregnet , Herr Markus ! « rief er dem Vorübereilenden zu , und im offenen Hoftor kam ihm Peter Griebel entgegen . » Nun hat es gute Wege mit dem Verhungern auf dem Walde – die Kartoffelernte wird heuer eine gute ! – Ja , solch eine Staupe lasse ich mir gefallen ! « sagte der Pächter tief befriedigt und reckte den Arm hinaus über das schwimmende , glitzernde Gelände ... In den Hausflur aber lief Frau Griebel dem eintretenden Gutsherrn in die Hände . Sie kam aus der Speisekammer und hatte zwei volle Papiertüten in der Rechten . » Na , Herr Markus , was sagen Sie nun zu so einem Wetterchen ? « meinte sie , den Arm in die Seite stemmend . » Gelt , das donnert und rumort ein bißchen anders , als auf so einer breiten Kuchenschüssel , wie Ihr › Zuhause ‹ eine ist ? – Ja , sehen Sie , ohne ein rechtschaffenes Gepolter tun wir ' s nun einmal nicht – das ist bei uns so Mode , und das hör ' ich so gern wie die Orgel in der Kirche ... Und das hier sind sie « – sie zeigte ihm die strotzenden Tüten – » die Rosinen nämlich , die ich den Tillröder Kindern eigens in den Kuchen backen will – es hat gar zu schön geregnet ! « » Recht so – Rosinenkuchen ! Und ich gebe den Wein dazu ! ... Und – können Sie auch schöne Hochzeitskuchen backen ? « Mit diesen Worten umfaßte der Gutsherr übermütig die kleine dicke Frau und wirbelte ein paarmal mit ihr im Kreise herum . » Hochzeitskuchen ? « wiederholte sie verschnaufend , mit mißtrauischem Blick . » Wo haben Sie denn eigentlich gesteckt , Herr Markus , daß Sie gar so fidel heimkommen ? Und naß wie ein Pudel sind Sie auch ! – Ach Herrje , und die Lehmstapfen da auf meinen schönen frischgescheuerten Flurdielen ! Gehen Sie mir weg – tanzen auch noch und haben den halben Hirschwinkel an den Stiefelsohlen ! Na ja , Hanne wird schön brummen , daß sie noch einmal mit dem Scheuerwisch anfangen muß ! ... Hochzeitskuchen sagten Sie ? O ja , den kann ich schon backen – zwei Hände hoch und locker , daß er einem auf der Zunge zergeht ... Aber nun frage ich , für wen denn in unserem stillen Hirschwinkel ? Wer soll ihn denn essen ? « » Wer ? Ei , wer Lust hat , der mein Gast sein will ! – Alt und jung , reich und arm – sie sind alle eingeladen ! Wer einen Schatz hebt , der darf auch mit seinem Dank nicht knausern ! « Er lachte ihr voll Übermut in das verdutzte Gesicht , und die Treppe hinaufsteigend , sang er mit schöner Stimme : » Komm , o holde Dame ! « » Sag an , wie ist dein Name ! « scholl es noch in den widerhallenden Hausflur herab , dann flog droben die Tür zu . 19. Nach kurzer Zeit kam er wieder herunter und schritt durch den Hausflur nach dem Ausgang . Er hatte den Anzug gewechselt und das von Sturm und Regen zerzauste , volle Haar geglättet – er sah stattlich , fast feierlich aus . » Meiner Treu , wirklich beinahe wie ein Hochzeiter ! « rief Frau Griebel von der Küche her . » Aber der Garten trieft noch , und in der nächsten Minute wird das schöne , flotte Röckchen da gerade so windelnaß sein , wie vorhin Ihr Reiserock , Herr Markus ... Und da soll ich wohl nun auch mit meinem Eßzeug durch alle die Pfützen und Tümpel nach dem Gartenhäuschen schwimmen ? « Er sagte ihr , daß er um acht Uhr droben in seinem Zimmer zu essen wünsche , bis dahin aber im Gartenhaus durchaus nicht gestört sein wolle – durch niemand , auch durch die » fürsorglichste aller Pflegemütter « nicht . Damit verließ er eiligst das Haus , als gelte es , eine Versäumnis auszugleichen . Im Gartenhausstübchen schlug ihm noch die ganze eingeschlossene Nachmittagschwüle entgegen . Er schüttelte mit ernstem Lächeln den Kopf , als er die Altantür zurücklehnte , um die erfrischte Luft einströmen zu lassen ... Vor