net wahr . I hab ' g ' sagt , seit unsere Geischtlichen si bloß mehr um d ' Politik kümmern , is überall an Unfrieden . Und außerdem sag ' i , de Politik hat mit da Religion nix z ' toa . Mir Bauern wollen nix Unrecht ' s , mir wollen dös nämliche wie de andern Leut ' . Daß ma koane G ' setz ' macht , de wo uns ruinieren ; und weil mir den Beweis hamm , daß mir uns aufs Zentrum net verlassen könna , wollen mir ' s amal selber probieren . Dös Recht hamm mir , wia ' r anderne Staatsbürger , daß mir nach ' n G ' setz de Leut ' wählen , auf de mir ' s Vertrauen hamm . Desweg ' n leben mir wia z ' erscht , gengan in d ' Kircha wia z ' erscht , und san Christen wia z ' erscht . Is dös a Grund , daß ma ' r uns schimpft ? Derf si a Geischtlicher über dös aufhalten , daß mir unser weltliche Sach ' selber in d ' Ordnung bringa ? Jetzt drah ' n de Herrn an Stiel um , und jammern recht wehleidig , daß mir de Angreifer san . Fallt uns ja gar net ei . Mir wollen nix Schlecht ' s für unserne Pfarrer ; mir wollen eahna bloß d ' Arbat abnehma . Sie brauchen nimma auf München fahr ' n oder auf Berlin reisen ; sie können schö dahoambleib ' n , und das Wort Gottes verkündigen . « ( Bravo ! ) » Mit Ihrer Erlaubnis , « rief Metz . » Ja , Hochwürden . Dös erlaub ' n mir Eahna recht gern , und mir hamm no dazua an großen Respekt , wann Sie ' s tean . Sie erlaub ' n uns aa , daß mir an Acker bau ' n und ' s Brot herbringa und d ' Steuern und d ' Abgaben zahlen . Da helfen Sie uns net , und Sie können uns gar net helfen . Desweg ' n müassen Sie uns net hindern , wenn mir woll ' n , daß unser Arbet was tragt und daß d ' Steuern net mehra wer ' n , als mir zahl ' n könna . Dös is unser Sach ' . « » Wer derf an erwachsenen Menschen hindern , daß er seiner Sach ' selber vorsteht ? Mir Bauern san mündig ; mir wer ' n aa sunst net als Kinder behandelt . Die Kinder wer ' n von anderne Leut ' ernährt ; uns ernährt neamd . Im Gegenteil , mir müassen g ' nua anderne ernähr ' n , zum Beispiel de Herren Beamten . ( Bravo ! ) Ma lest überall , Kinder zahlen die Hälfte . Hamm mir scho amal g ' hört , daß de Bauern weniger zahlen müassen ? G ' wiß net . Da wer ' n mir net für Kinder o ' g ' schaut ; da san mir recht erwachsene Staatsbürger . Und mir san alt g ' nua und g ' scheit g ' nua , daß mir unser Sach ' selber führ ' n. Es is Zeit , daß mir dös ei ' sehg ' n. Was is dös für a Zustand , wenn jetzt der Bauer nimmer de Hälfte von dem einnimmt , was er früherszeiten kriagt hat ? Und was is denn dabei billiger wor ' n ? De Deanstboten vielleicht ? Oder der Bodenzins ? Oder müassen unsere Buab ' n nimmer zum Militär ? Und alles is no net g ' nua ; allawei gibt ' s wieder was Neu ' s , allawei kemma neue Forderungen , für Heer und Marine , und wer sagt ja und amen dazua ? ' s Zentrum . Und wer muaß ' s zahlen ? Mir Bauern . « » Steuern zahlt jeder ! « schrie Kroiß . » Jawohl , Steuern zahlt jeder . Der Beamte zahlt de Steuer für sein G ' halt , da Kapitalist für sei Vermög ' n , aber da Bauer zahlt Steuern sogar für seine Schulden . Wenn oana no so viel Hypotheken auf sein Hof hat , er muaß g ' rad so viel zahl ' n , als wenn er schuldenfrei is . ( Bravo ! Wahr is ! ) Früher hat ' s Zentrum selber erklärt , daß dös de größt ' Ungerechtigkeit is . Jetzt will ' s nix mehr wissen davo . Früher hat ' s erklärt , daß ma de einheimische Landwirtschaft schützen muaß gegen die Getreideeinfuhr . Jetzt hat ' s dafür g ' stimmt . Is dös net an aufg ' legter Schwindel ? « Stürmische Zurufe ertönten . » Wahr is ! Lauter Schwindler san ' s ! Metz raus ! Metz ! Was sagst denn jetzt ? « Prantl läutete . » Ruhe , meine Herren ! Ich bitte , den Redner nicht unterbrechen zu wollen . « » I bin glei firti , Landsleut ' , « sagte Vachenauer . » Mir sehg ' n , daß mir uns auf neamd verlassen derfen als wia auf uns selber . Also handeln wir auch danach und stehen zusammen , damit das Volk zu seinem Rechte komme . Helfet alle mit , daß der Bauernbund erstarkt , gründet Markgenossenschaften in allen Gemeinden , damit Leute in den Landtag gewählt werden , die es ehrlich meinen . Reichen wir uns brüderlich die Hände , damit es nicht heißt , Nährstand adje ! Und machen wir uns los von den Volksverrätern des Zentrums ! « Vachenauer trat zurück und setzte sich . Viele hundert schwielige Hände klatschten ihm Beifall , viele hundert grobgenagelte Stiefel dröhnten auf den Boden , daß unten der Kalk von der Decke fiel . Immer wieder mußte Vachenauer aufstehen , und wenn er saß , schrien hundert Kehlen seinen Namen . » Vachenauer ,