so , daß ich kein Wort hervorbrachte , und doch war Hilfe nötig . Darum eilte ich in das Innere des Hauses und holte die Pistole des Pedehr , die stets geladen ist . Die schoß ich ab , alle beide Läufe , und dann verriegelte ich die Tür , damit es keinem Feinde gelingen möge , zu euch hinaufzukommen . Was dann geschah , das weißt du ja , Effendi . « Wie kam es doch , daß es meine Hand hinüber zu der ihrigen zog , um sie zu drücken ? Ich tat es und sprach dabei : » Wenn der Geist des Hauses von unnützen Dingen träumt oder gar im vollen Wachen sich unvorsichtig erweist , so hat dann freilich die Seele die Augen offen zu halten . Und die bist du für uns gewesen , o Schakara ! Ich vermute , der Pedehr steckt drüben im Gewölbe und ist Gefangener an Stelle derer , die er festzuhalten hatte . Schauen wir nach ihm ! « » Wird er nicht tot sein ? « fragte höchst besorgt sein Tifl . » Sie können ihn ermordet haben ! « » O nein ! Wer zum Wettrennen wiederkommen will wie dieser Multasim , der begeht zwar heimlichen , nicht aber offenbaren Mord . Der Pedehr wird ihm wie in einer Da ' wa ' l Jhana20 in die Hände gegangen sein und nicht den richtigen Vergleich zwischen sich und ihm getroffen haben . Da bleibt nun uns nichts Anderes übrig , als daß wir jetzt ganz ruhig sind und später anders als wie er verfahren . Nun kommt ! « Wir gingen mit zwei Fackeln über den Hof hinüber . Die Flüchtigen hatten infolge der Alarmschüsse gar nicht Zeit gefunden , die Tür fest zuzumachen ; sie war nur angelehnt . Im Innern herrschte tiefe Dunkelheit ! durch unsere Fackeln aber wurde es hell . Da sahen wir sie am Boden liegen , den Pedehr und auch die Wächter , mit den eigenen Stricken gebunden und durch Knebel sprachlos gemacht . Alle , die mit hereingekommen waren , stießen Rufe des Erstaunens , der Verwunderung , ja des Schreckens aus . Der Ustad schlug die Hände zusammen und wollte sich wahrscheinlich in geharnischten Fragen ergehen ; ich aber nahm ihm durch eine schnelle Handbewegung die Zeit dazu und sagte : » Keiner von euch spreche ! Es handelt sich hier um Anderes , als ihr denkt ! Der Pedehr hat gethan , was er nicht lassen konnte . Schmälern wir ihm also nicht seinen Ruhm ! Macht die Andern los ; sie mögen gehen ! « Während man dies tat , bückte ich mich zu dem Scheik nieder , um ihn zu befreien , von denselben Fesseln , welche für seine und unsere Feinde bestimmt gewesen waren . Auch zog ich ihm den Knebel aus dem Munde . Da stand er langsam auf . Er sah uns an und lächelte . Sonderbar ! Er wollte sprechen und brachte doch nichts hervor . Da sagte ich : » Gib dir keine Mühe , o Pedehr ! Wer sich von den Gegnern die Stimme rauben läßt , der braucht sich vor den Freunden auch nicht anzustrengen ! « Dann drehte ich mich um und ging hinaus . Die Andern folgten . Als wir wieder in den Hof kamen , wurde an dem großen Tore Einlaß begehrt . Es waren Dschamikun . Sie hatten einige der entflohenen Soldaten eingefangen und brachten sie wieder ; ein Offizier oder gar der Bluträcher war aber nicht dabei . Darum bedeutete ich sie , diese ganz gewöhnlichen Menschen einfach aus dem Dorf zu schaffen und dann laufen zu lassen , dafür aber um so mehr acht auf ihre Pferde und andern Tiere zu geben , auf welche man es sehr leicht abgesehen haben könne . Beim Anbruche des hellen Tages sei dann die Gegend nach den Flüchtlingen abzusuchen und jeder Zurückgebliebene mit der Peitsche zu belehren , daß er hier bei den Dschamikun nichts mehr zu suchen habe . Hierauf entfernten sie sich , und das Tor wurde nun wieder verriegelt . Darauf fragte mich der Ustad , was jetzt zunächst und vor allen Dingen noch zu tun sei . » Zunächst und vor allen Dingen ? « antwortete ich lächelnd . » Vor allen Dingen schlafen wir . « » Ich auch ? « » Jawohl ! Es wird uns kein Fremder wieder stören . « » Möglich ; aber wir haben noch so viel zu besprechen und noch so viel zu bestimmen ! « » Mein Freund , wir haben schon viel zu viel besprochen , weit mehr , als nötig war und nötig ist . Und zu bestimmen ? Dazu ist Zeit , wenn wir geschlafen haben , bevor du reisest . Laß mich dir offen sagen : Das Wort hat dann nur Wert , wenn es sich zur Tat gestaltet . Laß uns also von nun an mehr in Taten als in Worten sprechen ! Daß der heutige Abend und ein Teil der Nacht so reich an Worten war , ist zu begreifen . Der vorangehende Tag gab uns den Stoff dazu , und dann war es ja Nacht ; die Nebel wallten . Komm noch einmal mit mir herauf ! Wir wollen sehen , ob sie noch da , ob sie vorhanden sind . « Wir stiegen in meine Wohnung , wo die Lampe noch brannte ; ich löschte sie aber aus . Unten in der Halle und unter den Bäumen des Hofes war es noch ganz dunkel gewesen . Hier oben aber führte die offenstehende Tür hinaus ins Freie und Schattenlose . Als wir hinaustraten , standen die Bergeskuppen des Ostens bereits in wasseropales , bläuliches Hell getaucht . Hoch über uns lüfteten sich die Maschen des nächtlichen Schleiers , um vom Schein des Tages aufgelöst zu werden . In der Tiefe lag der See auch jetzt noch wie im Traume , aber dieser Traum war klar , von trüben