zu schwindeln anfing - eine Darstellung die ihm über Ellens Unthätigkeit Aufschluß gab , ihn dabei aber nur noch in tiefere Verwirrung stürzte . Nachdem alle durch den Coroner ermittelten Verdachts gründe gegen Helmstedt erwähnt worden , wurde des Zettels gedacht , welcher sich in dem Koffer des Verhafteten befunden hatte - ein Ereigniß , von dem Helmstedt bis jetzt noch nichts gewußt . » Dieses Papier , « hieß es , » stellt ein inniges Verhältniß zwischen ihm und der jungen Lady des Hauses ganz außer Frage und weist ganz bestimmt auf ein gemeinschaftliches feindliches Unternehmen gegen den Ermordeten hin . Die junge Lady sollte diesem , wider ihren Willen , in einigen Tagen verlobt werden . Niemand hatte ein Interesse an dem Tode des Mannes , als er dem seine Geliebte geraubt , und sie , die zu einer verfaßten Ehe mit jenem gezwungen werden sollte - der Todte hatte sonst nicht einen Feind in der ganzen Umgegend . Nach der Festnahme des Deutschen trat die junge Lady Hals über Kopf eine Reise an und machte so ihr Verhör sowie jedes andere Verfahren gegen sie unmöglich , und es ist nur die Lässigkeit des Coroners zu beklagen , welcher nach Auffindung des wichtigen Papiers nicht sofort die nöthige Sicherung dieses bedeutenden Zeugen veranlaßte . Es soll hier kein bestimmter Verdacht ausgesprochen werden - noch aber fehlt eine genaue Erklärung , wie die eigentliche Todeswunde beigebracht worden ; es ist ein schwacher Stich von unten nach oben , in einer Weise geführt , wie Männer sonst nie ein Messer zum Stoß zu haben pflegen . Wird aber angenommen , wie es nach Art der Wunde wahrscheinlich ist , daß eine Frau den Stich beigebracht , so läßt sich auch leicht die Anwesenheit des Ermordeten an dem Platze , wo er gefunden worden , erklären . Zwei Worte von ihr konnten denselben unter irgend einem Vorwandte dorthin locken - ein wohlgezielter Schlag des ihm im Hinterhalte auflauernden Mannes machte ihn taumeln und jetzt stieß ihm das Weib das Messer in die Brust . « Helmstedt sah auf das Blatt und es war ihm , als seien alle seine Gedanken erstarrt . Sein innerstes Heiligthum , seine Liebe , war auf die öffentliche Landstraße geworfen und in den Koth getreten ; das blühende harmlose Kind , aus seiner schützenden Häuslichkeit gerissen und gebrandmarkt vor die Blicke der ganzen Welt gestellt - Ellen zu einer kalten berechnenden Mörderin gemacht . Helmstedt sprang auf , faßte mit beiden Händen seinen Kopf und blieb mitten in der Zelle stehen - es war ihm , als müsse er - oder die ganze übrige Welt wahnsinnig geworden sein . Er nahm das Blatt nochmals auf und las langsam Satz für Satz - die Logik darin war so teuflisch und doch so natürlich , daß er selbst daran geglaubt hätte , wäre er ein Anderer als er selbst gewesen . Er fiel in den Stuhl am Fenster , stützte den Kopf auf beide Arme und starrte vor sich hin . Ellen war abgereist , vielleicht übers Meer , um dem öffentlichen Scandal , der ihren Namen durch alle Zeitungen Amerika ' s tragen mußte , aus dem Wege zu gehen - ein bitteres Gefühl , daß er so allein seinem Schicksale überlassen worden , wollte in ihm aufsteigen , aber er durfte nur an ihr tiefes , klares Auge denken , um jeden Groll aus seiner Seele zu bannen ; sie war sicherlich machtlos gewesen , ihre eigenen Eltern mußten sie über den Stand der Dinge getäuscht haben . Was half ihm aber nun das Opfer , das er ihrem guten Ruf gebracht ? Er hatte sie durch sein Schweigen in eine schlimmere Lage gestürzt , als es das rückhaltsloseste Geständniß seinerseits hätte thun können - und sich selbst dazu . Das Rasseln des Schlüssels im Schlosse störte ihn aus seinen Gedanken auf . Wahrscheinlich wieder ein neugieriger Besuch , war sein Gedanke , denn es war weder Zeit für ein Mahl , noch für die Runde des Schließers ; aber er fühlte sich durch die Aussicht erleichtert , sich gegen einen Menschen , wenn auch den fremdesten , aussprechen zu können und Nachrichten von der Außenwelt zu erhalten . Eine Frauengestalt , in ein weites Tuch gehüllt , Kopf und Gesicht in eine schwarzseidene Kapuze verborgen , trat ein . » Pochen Sie nur , Ma ' am , wenn Sie wieder gehen wollen ! « sagte der Schließer und ließ hinter sich die Thür ins Schloß fallen . Die Frau riß hastig ihre Kapuze vom Kopfe und kam mit ausgestreckter Hand auf Helmstedt los . » Guten Tag , August ! « sagte sie mit bebender Stimme . Der Gefangene war überrascht aufgesprungen . » Mrs. - Morton ! « rief er , und legte nur zögernd seine Hand in die ihre , » ich hätte eher etwas Anderes vermuthet - « » ' S ist jetzt nicht Mrs. Morton , ist Pauline Peters , die zu Ihnen kommt , « unterbrach sie ihn und das Wasser trat in ihre Augen , » ich weiß Alles was Sie sagen können , August , Sie mögen sagen , daß ich eigentlich das Recht verloren habe , an Ihnen Theil zu nehmen - aber Umstände ändern viel , vielleicht urtheilen Sie anders über mich , noch ehe ich das Zimmer verlassen habe . Setzen Sie sich wieder nieder und ich nehme auf eine halbe Stunde Platz neben Ihnen . « Sie zog den einzigen noch übrigen Stuhl neben den seinigen und saß an seiner Seite , ehe er nur recht wußte , welche Miene er annehmen sollte . » Ich muß erst Alles zwischen uns ins Klare bringen , ehe ich Ihnen sage , weshalb ich gekommen bin , « begann sie , ihm voll in die Augen sehend , » Sie müssen Vertrauen zu mir gewinnen lernen , August , und sollten Sie mich jeden Rückhalt irgend einer Art verachten sehen , so blicken Sie auf