. Ich hab Nachricht von der Gachet bekommen , sie ist auf ihrem Gut in Laubenheim und freut sich über ihre gedeihenden Felder . Bei untergehender Sonne geht sie ihrem Pflug entgehen und reitet dann auf dem Ackerpferd nach Haus , ich hab sie recht lieb jetzt so mitten in ihrer Haus- und Feldwirtschaft , sie hat so weit mehr Anzügliches für mich , als wenn sie geistreiche Sachen erzählt , sie hat mich grüßen lassen , auch ließ sie sich erkundigen , ob ich Dich immer noch so liebhabe , wie das närrisch gefragt ist ? - Du gehst doch wohl zu ihr auf Deiner Heimreise . Ach , ich möchte Dich zerstreuen , ich hab an allerlei gedacht , was Dir Freud machen kann ! - Diesen Herbst wirst Du gewiß am End doch am Rhein zubringen , der Kanonikus Linz meinte , es sei die Rede davon gewesen , nach Düsseldorf zu gehen , hast Du keine Nachricht von Deinem Freund Arnim ? - Bei dem würde es gewiß am besten sein für Dich , der heitere Jugendmutige wird Dich vom Schwindel befreien . Vielleicht , daß Du recht verzweifelte Stunden haben magst . Was weiß ich von der Liebe ! - Ich hätte Dir nicht so leichtsinnig , so unbarmherzig schreiben sollen . - Verzeih mir ' s ! - Ich werde diese Messe ruhig hier in Offenbach bleiben ! - damit es mir nicht zu leid tut , wenn ich Dich nicht sehe . Ach , ich wollte , ich könnt Dir eine Freude machen ! - Die Lebensgeschichte , die Lebensgeschichte , die fliegt da oben am Himmel wie eine Schwalbe , sie hat sich eben so hoch geschwungen , daß ich sie mit bloßen Augen gar nicht mehr sehe ; wenn Du nicht willst , daß ich sie ganz aus dem Gesicht verliere , so schicke mir ein Fernglas . Schreib , ich soll Dir zulieb es tun , gib mir ein Lebenszeichen ! - An Bettine Wer diesen Brief von mir erhält , weiß ich nicht ! Welchem von meinen Freunden schreibe ich , und wer ist mein Freund ? Ich bin schon acht Tage in der französischen Republik , bin auch verliebt , habe Ruinen gesehen , Spitzbuben und Weiber , die bloß der Einfachheit der Forderungen an sie wegen immer die besten sein mögen , die wir haben , in der schlechtesten Welt , die wir haben . Wenn Du ein Mensch bist , der sich gerne mit der Idee abgibt , wie dies oder jenes besser sein könne , der sich in der Zeitlichkeit damit beschäftigt , die Stube zu möblieren , so wäre hier unendlicher Stoff für Deine Ideen , für Schlosser und Schreiner . Alles Gegenwärtige ist mir nur der Stiel , an dem ich Vorzeit und Zukunft anfasse . Die unendlich tiefen vollen und unsichtbaren Gefäße . Die meisten haben nur den Stiel in Händen und sind mit dem Stiel zufrieden , weil sie nicht wissen dürfen , was sie tun , um etwas zu tun . Wie mir ' s gegangen ist , willst Du wissen , mir ist ' s nie gegangen . Ich bin , drum liebe ich und lebe ohne Liebe und Leben ; ich bin ein geborner Idealist . Ich bin ein Schüler der ewigen Erkenntnis ! - Alles begreifen , ist mein Handeln ! - Alles lieben , meine Sorgen . Und daß ich alles Deinem Herzen hinbiete , das zu reich an Gerechtigkeit und ewiger Milde ist , um zu besitzen , das ist mein kleiner Fluch , glücklich bin ich nicht , das ist Menschenwerk , unglücklich bin ich nicht , das ist auch Menschenwerk ; ich bin alles , das ist Gotteswerk , und mag es niemand beweisen , das ist arme Bescheidenheit , die Kunst aber ist die Kanaille , die mich mit diesem sorgenvollen Ehrgeize behängt hat , und die Trägheit ist es , der ich es verdanke , daß ich so edel bin . Lieb und Leid im leichten Leben , Sich erheben , abwärts schweben , Alles will das Herz umfangen , Nur verlangen , nie erlangen . In dem Spiegel all ihr Bilder Blicket milder , blicket wilder , Kann doch Jugend nichts versäumen , Fortzuträumen , fortzuschäumen . Frühling soll mit süßen Blicken Mich entzücken und berücken , Sommer mich mit Frucht und Myrten Reich bewirten , froh umgürten . Herbst , du sollst mich Haushalt lehren , Zu entbehren , zu begehren , Und du , Winter , lehr mich sterben , Mich verderben , Frühling erben . Wasser fallen , um zu springen , Um zu klingen , um zu singen , Schweig ich stille , wie und wo ? - Trüb und froh , nur so , so ! Arnim , Arnim , Dir ruf ich ewig nach , nur neben Dir mag ich leben und sterben , beides muß ich , seit ich Dich kenne , mag ich es auch . Du freue Dich meinen Teil , Du weine meinen Teil , ich gönne Dir beides und wäre zufrieden mit Dir , und so wenig als einer sich selber gewährt , der kein Verlangen nach mehr hat . Neben Dir ist mir ' s traurig ergangen , und doch konnt ich in Dich als in den Frühlingshimmel schauen ! - Dich hab ich als einen solchen gefunden und mein selbst vergessen . So bist Du mir entgegengekommen und hast mich solchermaßen geliebt ! - O Jugend , o Leben , o Liebe , o Tod , ob Webstuhl der Zeit ! - O Teppich , o Gastmahl , o Rausch , o Kopfweh , o Nüchternheit der Gegenwart . O notwendige Ewigkeit der Gemeinheit und Ungemeinheit , o Allerheiligstes , o Allerunheiligstes . Im Sandrat steht ein Kupfer , es stellt eine trinkende Psyche vor , auf der Stirn der Psyche fängt die einzige kreisende Linie an , die das ganze Bild herausbringt ; an diesem Pünktchen