schildern , den Leonin von diesen Worten empfing - es war ein . Sprung in seinen Empfindungen , der so ungeheuer groß war , daß er ihm den Athem zum Ersticken versetzte , und er von den angeregten Gefühlen und Gedanken so überwältigt ward , daß er mit den Worten : » Vater , Vater , welch ' ein Ausspruch ! « zu seinen Füßen sank und seine Hände mit einer an Angst grenzenden Empfindung an seine Brust preßte . - Dies namenlose Glück , das zu erreichen , alle seine Träume , alle seine Wünsche umschloß , es erschreckte ihn , der Erfüllung so nah ' . - Er fühlte eine plötzliche Unsicherheit , als könne er es nicht verdienen , nicht festhalten , was ihm mit so engelreinem Vertrauen geboten ward . Riesengroß stieg das ganze Gebäude von Hindernissen auf , das ihn in der Heimat erwartete , und das er durch diesen Schritt nur vermehrt sah . Aber der Gedanke , Fennimor solle ihm schon jetzt gehören , nicht die Last jener Wiederwärtigkeiten sollte dazwischen liegen - welch ' ein Glück ! Er frug nach einem zweiten , wie dieses , und dennoch fühlte er sich davon bis zum Erschrecken , bis zum Verzagen überrascht , und blieb betäubt vor dem arglosen Spender dieses wunderbaren Geschenkes knieen , ohne es zu wissen , und ohne seiner Erschütterung Herr werden zu können . Der sanfte Greis bemerkte es nicht ; von der Anstrengung dieser Berathung ermüdet , sah er still vor sich nieder . » O , Vater , « sprach Leonin endlich - » ist das Euer Ernst ? wollt Ihr mich so bald , so ohne Bedenklichkeiten glücklich machen ? « Da erwiederte er mit dem sterbenden Lächeln eines Verklärten , als öffneten sich vor seinen Augen die Pforten der Zukunft : » Da sehe ich meine Fennimor an Deiner Seite vor mir am Altare knieen , und von ihrem Vater gesegnet , erfüllt sich ihres Herzens Wunsch ; sie wird Dein Weib , und ich gehe ein zur ewigen Ruhe ! « - Wieder schwieg er lächelnd , müde das Haupt gesenkt , und Leonin hatte eine wunderbare Bestätigung gewonnen - wie ein Engel hatte die Ueberzeugung ihn aus diesen Worten angeredet , er stand auf und sagte entschlossen : » Ja , mein Vater , es sei so , wie Ihr edel vertrauend mir anbietet ! Zwar bin ich noch nicht majorenn , noch nicht unabhängiger Herr meiner Handlungen , aber ich fühle mich in meinem Geiste eben fähig , mir selbst die Unabhängigkeit zuzusprechen , und ich werde jede Verpflichtung zu vertreten wissen , die ich hiemit übernehme ! - Aber sagt , « frug er nun mit dem vollsten Ausdrucke der Liebe , » wird Fennimor einwilligen wollen , so bald mein Weib zu werden ? « » Fragt sie selbst , « sagte Sir Reginald - denn eben trat Fennimor in die Thür und flog sogleich mit ihrem leichten Schritt auf Leonin zu . » Fennimor , meine geliebte Fennimor , « rief er , sie an seine Brust drückend - » weißt Du , was der Vater so eben über uns bestimmt hat ? « » Sag ' es mir , « erwiederte Fennimor , heiter zu ihm aufblickend , » es ist gewiß recht was Gutes . « » Ja Fennimor , das ist es , « fuhr Leonin noch belebter fort - » Du sollst , wenn Du mich nicht zurückweisest , noch ehe ich nach Frankreich gehe , mein Weib werden , und der Vater will uns selbst einsegnen vor dem Altare ! « » O , mein Gott , « - rief Fennimor , faltete schnell ihre Hände und fiel auf ihre Knie vor den Vater hin - » hältst Du mich denn jetzt schon so hohen Berufes würdig ? Kann ich denn schon eine Frau sein zu Gottes Ehre , wie es doch so schwer und hochwichtig sein soll ? « » Du wirst das ja mit Gottes Hülfe lernen , mein theures Kind , « sagte der Vater ruhig , » und anfangen müßtest Du ja immer einmal , und wäre es nach Jahren erst . « » Ja , « sagte Fennimor , » anfangen müßte ich immer einmal , da hast Du Recht , und Gott müßte mir doch später auch helfen , wie er mir jetzt helfen wird , da ich der Hülfe noch mehr bedürftig bin . Ach , « - rief sie nun , als habe sie den Ernst der Sache abgethan , und stand schnell , gegen Leonin gewendet , auf - » und dann bin ich Dein Weib , und Du mußt um so eher wiederkommen , und Deine Mutter ist gleich meine Mutter , und sie wird mich um so schneller lieb haben , wenn Du ihr Grüße von ihrer Tochter bringen kannst . « Crecy verbarg sein Gesicht in ihre Locken , es ging ein trüber Schatten drüber hin , sein Herz ward zusammen gedrückt , sie hatte selbst ihre drohende Zukunft in ihm herauf beschworen . Aber selbst diese Anregung , wie hätte sie nach Fennimor ' s Einwilligung die Macht haben können , das Glück zu trüben , von dem er sich bald allein noch erfüllt fand ; die Zukunft mochte senden , was sie wollte , ihm gehörte die Gegenwart , mit jedem Zauber für das Herz ausgestattet , und er wollte Alles vergessen , um sie vollständig zu schätzen . Wenige Tage vor seiner Abreise sollte seine Vermählung mit Fennimor in der Kirche der Abtei stattfinden . Nach reiflicher Ueberlegung beider Männer sollte dieselbe ein Geheimniß bleiben , so lange Sir Reginald am Leben bliebe , und Fennimor erst im Fall des Alleinstehens das Recht haben , sich in der unabhängigen Stellung einer verheiratheten Frau zu zeigen . Dies schien Leonin höchst nöthig , um seine Mutter langsam auf seine Entschlüsse vorzubereiten , und ohne daß er diesen Grund gerade hervor