, mit unsrer natürlich . Ich weiß noch gar nicht , daß sie hier sind . Schon seit einer Viertelstunde . Er ist allein da und hat mich schon nach Dir gefragt . Bitte , komm ' gleich mit ! Er hatte ihr den Arm geboten , den sie ihm willig reichte . Excellenz war einer ihrer wärmsten Verehrer , und von Excellenz allein hing es ab , ob Viktors Ernennung zum Regierungsrat bereits zu Neujahr , oder erst zu Ostern erfolgte . Du kannst ihm auch sagen , flüsterte Viktor , während sie sich durch die Menge drängten , daß ich die halben Nächte über den Akten sitze . Laß mich nur machen , flüsterte Klotilde zurück , und bei sich sagte sie : meinetwegen die ganzen . Es mußte für diesmal bei ihrem guten Willen bleiben . Als sie endlich bis in die Nähe des allmächtigen Mannes gelangten , fanden sie ihn in einer , wie es schien , sehr eifrigen Unterhaltung mit dem Kollegen vom Kriegsministerium , einem andern hohen Offizier und dem Wirt des Hauses . Für den Augenblick war an eine Annäherung nicht zu denken . Dann aber unter allen Umständen nach Tisch , sagte Viktor ärgerlich . Wirst Du tanzen ? Sonderbare Frage ! Ich wollte nur sagen : richte es so ein , daß Du für einen , oder ein paar Tänze frei bleibst . Nach Tisch ist er immer am zugänglichsten . Nachgerade weiß ich wirklich , was ich zu thun habe . Ich wäre der Letzte , der daran zweifelte . Also ! - Wollten Sie etwas von mir , liebe Stephanie ? Etwas sehr Dringendes . Bitte , Herr von Sorbitz ! Viktor war mit einer Verbeugung zurückgetreten ; Stephanie hatte die Freundin unter den Arm gefaßt und ein paar Schritte seitwärts aus dem Schwarm in eine leere Fensternische geführt . Um was handelt es sich ? fragte Klotilde . Liebes Herz , Du kannst mir aus einer großen Verlegenheit helfen . Wie ich eben die Tische revidiere , sehe ich , daß Franz neben anderm Unsinn - man kann dem Jungen wirklich nichts überlassen - einen Gast , den wir heute zum erstenmale hier haben , ganz falsch placiert hat . Meinen Cousin Meerheim ? Den habe ich für mich genommen . Nein ! Aber Klotilde , nun kannst Du einmal wirklich zeigen , daß Du mich lieb hast . Mein Gott , das klingt ja ganz feierlich . Feierliches ist nun schon gar nicht dabei . Aber Franz hatte Dir Fernau gegeben , und ich weiß , daß Du ihn gern hast . In allen Ehren . Aber , Schatz , das versteht sich doch von selbst ! Er soll jetzt Deine Cousine führen . Ich habe eben Franz zu ihm geschickt : er habe Euch beide verwechselt . Fernau wird entzückt sein . Das gerade nicht , obgleich die kleine Dame wirklich ganz allerliebst ist , trotz ihres mindestens dreimal neu garnierten Kleides . Für Dich nur , Du armes Opferlamm - Ich bin auf alles gefaßt . Das heißt : so schrecklich ist er gar nicht - im Gegenteil ! ich kann mir denken , daß es Damen giebt , die für ihn schwärmen , ebenso wie seine Jungen . Gott sei Dank ! nun ist es heraus ! Es ist also der Ordinarius von Oskars Klasse , der sich Oskars sehr annimmt . Und Papa , der sehr große Stücke auf ihn hält - was Du ja schon daraus sehen kannst , daß er heute abend eingeladen ist - hat mir auf die Seele gebunden , ihn auf irgend eine Weise auszuzeichnen . Nun , Schatz , wie könnte ich das besser , als wenn Du die kolossale Liebenswürdigkeit hättest - Ich habe die kolossale Liebenswürdigkeit . Her mit dem Mann ! Wo ist er ? Er ist eben erst gekommen - diese Leute denken , es ist vornehm , wenn man spät kommt - und spricht - oder sprach vorhin nebenan mit Mama . Ich hole ihn Dir . Noch eins ! Wie heißt er ? Winter . Doktor Winter , oder Professor . Ich weiß nicht . Finde ich Dich hier wieder ? Stephanie war davongeeilt . Adieu ! te quitter c ' est mourir , sagte hinter Klotilde , nicht eben weit von ihrem Ohr , eine leise Stimme . Aber es muß doch nicht gleich sein , rief Klotilde , sich lachend wendend . Auf der Stelle , erwiderte Fernau . Hélas , madame ! - un présage terrible Doit livrer mon coeur à l ' effroi : J ' ai cru voir dans un songe horrible Un échafaud dressé pour moi . Sollte das nicht etwas zu spät kommen ? Mir scheint , Sie haben Ihren Kopf bereits verloren . Wer ihn über gewisse Dinge nicht verliert , hat keinen zu verlieren . Also : Adieu , charmant pays de France ! Adieu , Sie Unverbesserlicher ! Sie - Klotilde kam nicht weiter ; die Stimme versagte ihr und das Blut schoß ihr in die Wangen : neben ihr stand Stephanie mit einem Herrn , der sich eben tief verbeugte , und in welchem sie trotz der veränderten Kleidung und der andern Beleuchtung sofort jenen Passagier in der entgegengesetzten Ecke des Pferdebahnwagens erkannte . Hier , liebe Klotilde , bringe ich Dir Herrn Professor Albrecht Winter , der glücklich ist , Deine Bekanntschaft zu machen . Herr Professor Winter - Herr Legationsrat von Fernau . Ich habe die Reisebriefe des Herrn Legationsrats durch die südlichen Provinzen Frankreichs mit Entzücken gelesen , sagte Albrecht verbindlich . Sehr obligiert , Herr Professor . Die Tage des seligen Thümnel mit ihrem sentimentalen Posthornschall und lustigem Peitschenknall sind leider vorüber . Was wir an Sentimentalität und Humor verloren , haben wir an der scharfen Beobachtung von Land und Leuten reichlich gewonnen . Und so weiter - nach Tisch ! rief Stephanie . Herr Professor , Sie wissen , daß Ihnen das große Los zugefallen