dem noch etwas unsicher tappenden steirischen Poeten ein freundschaftliches Verhältnis , das bis zu Heckenasts Tode ( 1878 ) währte und , nebst vielfachen moralischen Vorteilen für mich , meine materielle Existenz als Schriftsteller begründet hat . Ich ließ bei Heckenast innerhalb 8 Jahren nicht weniger als 14 Bände erscheinen , außerdem noch 6 Jahrgänge eines Volkskalenders : » Das neue Jahr « , dessen Plan und Redaktion er mir übertragen hatte . Zwei weitere Jahrgänge dieses Kalenders gab ich nach Heckenasts Tod beim Hofbuchhändler Hermann Manz in Wien heraus . Heckenast war es auch , der mir den Rat Dr. Svobodas , alle meine Bücher früher in Zeitschriften zu veröffentlichen , wiederholte . Mir war das häufige Auftauchen meines gedruckten Namens fast peinlich , aber da ich sah , daß es auch bei anderen der Fall war , die vielleicht nicht so sehr auf den Ertrag der Ware angewiesen sein mochten , beruhigte ich mich und gewöhnte mich daran , wie sich das nachsichtsvolle Publikum daran gewöhnt hat . In jenen Jahren kam mir gar nichts leichter an , als literarisches Schaffen , ja es war mir ein Bedürfnis geworden , alles was ich dachte und fühlte , niederzuschreiben . Jedem kleinen Erlebnisse entkeimte ein Gedicht , jeder bedeutendere Vorfall drängte sich mir zu einer Novelle auf und ließ mir keine Ruhe , bis die Novelle geschrieben war . Selbst in nächtlichen Träumen webten sich mir Erzählungsstoffe . Es war wohl auch einmal eine Zeit , da ich auf Jagd nach Gedanken für Gedichte , oder nach Stoffen für Novelletten ausging ; aber das war immer das Unersprießlichste . So auch taugten mir die Stoffe nicht , die ich in Büchern las oder erzählen hörte . Nur unmittelbar Erlebtes , oder was mir plötzlich blitzartig durch den Kopf ging , das zündete und entwickelte sich . Häufig ist mir der Rat erteilt worden , Wald und Dorf zu verlassen , meine Stoffe aus der großen Welt zu holen und durch philosophische Studien zu vertiefen . Ich habe das versucht , habe aus den Studien schöne Vorteile für meine Person gezogen , doch in meinen Bauerngeschichten haben sich die Spuren von Bücherstudien niemals gut ausgenommen . Nur der Geist der Toleranz und Resignation , den man aus der Geschichte der Menschen und ihrer Philosophie ziehen kann , mag meinen Büchern zu statten kommen . Weiteres fand ich nicht anwendbar , ja , es irrte und verwirrte mich und verflachte mich , wo es andere vertieft . Jedem ist es nicht gegeben . Mir ist es auch nicht gelungen , der sogenannten Welt genug Verständnis und Geschmack abzugewinnen ; vieles , worin die » gute Gesellschaft « lebt und webt , kam mir flach , leer , ja geradezu abgeschmackt vor . Und aus den gelehrten Büchern schreckte mich nur allzu oft der Dünkel und die Menschlosigkeit zurück . Aus der Philosophie der modernen Naturgeschichte , so anregend dieselbe auch wirken mag , ist für Poeten nicht viel zu holen , und wo ich mich mit meinen ländlichen Stoffen einmal dem Zeitgeist anbequemen wollte , da kamen jene Produkte zustande , von denen mein literarisches Gewissen behauptet , sie wären besser ungeschrieben geblieben . Andere haben gerade auf diesem Felde Bedeutendes geleistet , aber ich , dessen Weltanschauung wenigstens in Grundstrichen schon gezogen war , als ich aus meinen bäuerlichen Kreisen trat , vermochte in der tausendstimmigen Klaviatur des Weltlebens den rechten Ton nicht mehr zu finden . Es war mir auf solchen Wegen nicht wohl zu Mute , ein tiefes Unbefriedigtsein begann ich zu fühlen , auch hier kam etwas wie Heimweh über mich , und so habe ich zu mir gesagt : Du kehrst zurück in jene große kleine Welt , aus der so Wenige zu berichten wissen , du erzählst nicht , was du studierst , sondern was du erfahren hast , du erzählst es nicht in ängstlicher Anlehnung an ästhetische Regeln , erzähle es einfach , frei und treu . Und diesen Charakter , meine ich , soll nun die Mehrzahl meiner Schriften tragen . Bei vielen habe ich scheinbar meine Person zum Mittelpunkt gemacht , eine Form , von der sich freilich manche Beurteiler täuschen ließen , wonach sie vielleicht die starke Selbstgefälligkeit eines Autors betonten , der immer nur von sich selbst zu sprechen liebt . Ich hatte darauf gebaut , daß die Leser in meinen betreffenden Erzählungen meine Person für den Stab am Weinstock halten würden . Was sich dran und drum rankt , daß ist die Sache . Ich erzähle von Menschen , die ich kannte , von Verhältnissen , die zufällig auch die meinen waren , von Erfahrungen , die vor meinen Augen gemacht worden sind und deren Wert an ihnen selbst liegen muß . Meine Person darin läßt sich , wenn man will , in den meisten Fällen durch eine andere ersetzen . Ich selbst hätte vielleicht eine fremde Figur als Träger hingestellt , wenn ich Raffinement genug besäße , etwas , was ich persönlich erfahren oder was in mir geistig entstanden , einem anderen anzudichten . Die Unmittelbarkeit und Wahrheit hätte dadurch nicht gewonnen . Wer sich nach einer Richtung hin verkernt , der wird stets einer gewissen Einseitigkeit in Stoff und Stil verfallen , und allmählich wird man ihm » Manierirtheit « zum Vorwurfe machen . Die Gefahr , manierirt zu werden , ist gerade bei solchen Autoren , die man Originale nennt , vorhanden ; ich suchte mich vor ihr zu hüten , indem ich sie mir stets vor Augen hielt . Man nebelt wohl lange zwischen Extremen herum , bis man zur Einsicht kommt , daß das Natürlichste das Beste ist . Ich bin von der Kritik belobt worden . Besondere Anerkennung hat aber meine große Fruchtbarkeit gefunden ; wo noch ein Weiteres getan wurde , da stand gerne von » Ursprünglichkeit « und » Waldfrische « zu lesen . Glimpflicher ist wohl kaum einer weggekommen , als ich , so daß mir nach Heckenasts Tode einer