Aufstand überhoben , welchen die Ankunft des Krämers mit seinem Wagen im Lager veranlaßte . Ein Krämer , der seine Waaren auf dem Lande ausbietet , war in jenen Tagen ein willkommener Gast . Wer nicht kaufen wollte oder konnte , freute sich doch am Anschauen der Herrlichkeiten , die ausgekramt , aufgestellt und angepriesen wurden . Der wandernde Krämer war zugleich der Neuigkeitsträger , die Zeitung des Landes . Er wußte auch seine Erzählung zu Gelde zu machen . Aber es bedurfte der Erlaubniß der gnädigen Frau , und sie ertheilte sie nur nach einigem Zögern , denn sie meinte , daß die Kaufleute , wie die Pfaffen , mit ihren Waaren die Leute anführten . Indessen ist es auch für einen so unumschränkten Regenten , als Frau von Bredow in ihrem Lager war , mißlich , gegen den allgemeinen Wunsch ihrer Untergebenen anzustreben ; Evchen bat so dringend , Hans Jochem brauchte einen neuen Gurt zu seinem Degen und sie selbst blanke Knöpfe zu einem Etwas , von dem noch viel in unserer Geschichte die Rede sein wird . Zweites Kapitel . Die Beichte . » Das funkelt ja wie Silber , « sprach der Dechant , indem er einen der Knöpfe gegen das Licht hielt . » Wie wird ' s unsern Ritter freuen , wenn sie ihm so an der Seite blitzen . « » Das wäre gar ! Er darf nichts von wissen . Der Knecht soll sie stumpf reiben , daß sie wie die alten Bleiknöpfe aussehen . Die sind bei der Wäsche abgesprungen . Dann merkt er ' s nicht . « » Was merkt er nicht ? « » Daß es in der Wäsche war . « » So weiß er davon nichts ? « » Gott bewahre ! Als er in ' s Bett getragen ward und sich noch sträubte , streiften sie ihm die Büchsen ab . Da kam ich gerade zur rechten Zeit und schnappte sie weg . Wenn er ein bischen Besinnung noch gehabt , hätte er sie in die Kissen gelegt unterm Kopf , wie er immer thut seit der fatalen Geschichte an der Mühle . Wie ein Ungewitter kam er mir doch da nachgeritten , als ob ' s ein Unglück wäre , wenn die Elennshaut einen Tropfen Wasser kostete . « » War es so nöthig ? « » Nöthig ! Seit der Kurfürst Johannes Cicero zur Freite ritt , da ließ meines Götz Frau Mutter seelige sie zum letzten Mal waschen . « » Freilich , wenn das Leder schmutzig war ! « » Man konnte das Braun nicht vom Sattel unterscheiden . « » Nun der Junker ist ein gottesfürchtiger Ritter , und wenn es einmal geschehen ist , und er sie wieder rein und wohl im Stande sieht , wird er sich auch recht freuen . « » Ehrwürdiger Herr , da kennt Ihr meinen Götz nicht . Manchmal ist er ein Brummbär , aber wenn ' s ihm recht in die Quer kommt , kann er auch wolfstoll werden . Wie damals an der Mühle . Er hielt sie in der Hand gepreßt , wie ' nen Plumpsack ; so ritt er zurück und schlug um sich . Meine Eva kriegte doch ' ne Weffe um den Nacken . Acht Tage konnte man ' s sehen . « » Das liebe Kind ! Warum denn die Eva ? « » Die hatte sie ihm ja weggestohlen , als er anfing zu druseln . Sie kitzelte ihm hinter ' m Bart , wie er ' s so gern hat ; derweil reichte mir ' s der Schelm zum Fenster raus . « » Die kleine Eva ! « sagte der Dechant mit nachdenklichem Gesicht . » Nein , ehrwürdiger Herr ! er darf ' s nimmermehr wissen ; sonst gäb ' s wieder eine solche Geschichte . Er schläft . « » Noch ! Seit sechs Tagen ! « » Lieber Gott , nach solchem Gelage ! So kam er auch noch von keinem Landtage zurück . Ich denke immer , wozu sind denn die Landtage ? Und wer muß das Schmausen und Saufen bezahlen ? Das Land doch am Ende . « » Aber vor drei Tagen hörte ich - « » Da hat er sich ein bischen geregt . Nach drei Tagen thut er ' s immer . Dann giebt ihm der Casper ' ne Suppe , und dann dreht er sich wieder um und schläft noch ein paar Tage . Morgen wird er wohl aufwachen . ' S ist Alles in der Ordnung . Vetter Peter Melchior , wie lange saßen sie ' s letzte Mal in Berlin ? « » Grad ' acht Tage , Muhme . « » Nun ja , dann ist schon Alles recht . « » Der Götz hat wie ein guter Edelmann Allen Bescheid gethan , bis auf Einem . Dem Marschall that ' s ordentlich leid , daß er den Holzendorf nicht auch noch austrank . Es war so ein schöner Landtag gewesen . « » Man hört viel Rühmens davon , « warf der Dechant hin . » Einmal muß doch aber der gute Herr von Bredow aufwachen ! « » Dann liegen sie vor seinem Bett , als wenn er sie ausgezogen hätte , und er soll nicht merken , daß sie gewaschen sind . Ich lasse sie leicht durch die Asche ziehen und auf die Knie ein bischen Feuerheerdsroth . « » Base , was hilft dann die Wäsche , wenn Ihr sie wieder schmutzig macht ! « lachte der Junker auf , und auch der Ernst , in welchen der Geistliche sein Gesicht gezwungen hatte , löste sich etwas . Die Edelfrau schien zum ersten Male um eine Antwort verlegen : » Ei was , - sie sind aber doch gewaschen . « Es war ein eigenes Gesicht , mit welchem der Geistliche und die Edelfrau am Saume des Waldes auf und abgingen . Wer sie jetzt beobachtete