, wollen wir uns gegenseitig vertrauen , was uns drückt . Mich drückt nichts ! - sagte sie dennoch mit Lächeln . Ich rief ihre Frauen und entfloh , den giftigen Stachel im Herzen . Am andern Tage kam sie mir wieder blühend , wie ihre Rosen , entgegen . Ich setzte mich traurig und schwieg . Nun ? - sagte sie - siehst du nun , daß du irrst ? Ich sehe - antwortete ich - daß dich nichts drückt , nicht einmal der Kummer , mir welchen zu bereiten . Und wenn dein Kummer ohne Grund wäre ? So wär ' er dennoch Kummer . Aber deinen Worten fehlt der Sinn . Kein Kummer ist ohne Grund , denn er gründet sich immerdar auf die Vorstellungsart desjenigen , der ihn empfindet . Was müßt ich nun thun , dich zu beruhigen ? Was du thun müßtest ? - rief ich mit glühenden Wangen - du müßtest mich lieben und dich selbst ! Es giebt der Arten zu lieben so mancherlei . Soll ich dir sagen , welche du von mir forderst ? - Wohlan ich will es versuchen ! und du wirst hoffentlich gestehen , daß ich dich sehr wohl begreife . Aufgeben soll ich mein wahres , lebendiges Leben , um ein Scheinleben , einen verkappten Tod mit dir zu versuchen . Unterbrich mich nicht ! Gestern gebotest du mir Schweigen . Darf ich dich bitten , dir heute dasselbe zu gebieten . Angenommen , du wolltest läugnen , was ich jetzt sagte , wie würdest du es anfangen , das Gegentheil zu beweisen ? - Wer von euch , die ihr uns da von unten herauf bekrittelt , lebt wirklich ? Ihr ? Dichter und Künstler ? - O ja ! wenn eine nie befriedigte Sehnsucht nach einem unerreichbaren Ideale Leben heißt . Ist nun aber Sehnsucht Schmerz , wiewohl gemilderter Schmerz , also das Gegentheil von Wohlseyn , welches allein den Namen Leben verdient ; wer kann behaupten : daß ihr lebt ? Müßt ihr nun aber dem wahren Leben entsagen ; wem von den Andern wollt ihr es zusprechen ? - Euern Fürsten , Staatsbeamten , Rechtsbeflissenen , Kaufleuten , Handwerkern ? wohl schwerlich . Nur Genuß ist dir Leben ! Und dir ? was ist es dir ? Nichts , oder das Streben nach einem künftigen ( Gegenwärtiges verachtest du ) in allen Perioden deines Daseyns immer künftigen Genusse . Aber du wolltest mich nicht unterbrechen , und so erlaube , daß ich die Zeit benutze , und dir schnell das Gemälde unseres künftigen Lebens , wofern deine Vorstellungen mich bestimmten , vorhalte . Angenommen demnach , ich stiege hinauf , oder hinunter zu den Frauen , welche du mir ohne Zweifel als Muster vorhalten wirst , und die es euch allen , Weisen und Unweisen , nur in so fern sind , als sie zu den Männern , denen sie das Schicksal unterworfen hat , passen . Wie müßt ' ich nun seyn , um zu dir zu passen , deine Forderungen zu befriedigen ? - Daß ewige Schönheit und Jugend eine der unerläßlichsten ist , wirst du , wo nicht laut , doch im Herzen sicherlich bekennen . Von euch zugegeben oder geläugnet , bleibt es nicht minder wahr , daß Alter und Häßlichkeit in euern Augen Verbrechen sind , die ihr bestraft , wie und wodurch ihr nur könnt . Eine sogenannte glückliche Ehe kann demnach nur statt finden , wo die Frau jene euch allen sehr natürlich vorkommende Strafe in Demuth erduldet , und mit weiser List , die ihr der grossen Nutzbarkeit wegen auch der heiligen Jungfrau im Nothfalle erlaubet , es gar nicht zu bemerken scheint , wenn ihr gestrenger Herr und Meister , des ewigen Strafens müde , sich heimlich oder öffentlich nach einem Gegenstande umsieht , wo er fürs erste nicht verpflichtet ist , dieses unangenehme Amt zu verwalten . - Du wolltest mich nicht unterbrechen ! - Das Unerläßlichste habe ich genannt . Doch , warum will ich unterscheiden ? Das Folgende ist nicht minder nothwendig , und eben deswegen gleich unerläßlich . Was ist es ? Nichts weniger als die Unendlichkeit , die du in mir umfassen willst . Wehe mir in dem Augenblicke , wo du die Täuschung gewahrst ! Du rächst dich , rächst dich um so sicherer , je weniger du eine nahe Aussicht hast , dich auf ähnliche Weise zu täuschen . Für alle deine zerstörten Hoffnungen werde ich büssen . Halt ' ein ! - rief ich aufspringend - halte ein , Grausame ! Willst du mich langsam tödten , so ists auch morgen noch Zeit ! Ich stürzte fort , und meine armen Freunde brachten die Nacht an meinem Lager zu . Ich lag im Fieber ohne Besinnung . Ein göttliches Kind stand ihnen zur Seite . Es reichte mir Trank . Ein Paar grosse Tropfen aus seinen Himmelaugen fielen hinein . Doch lächelte es . Begierig verschlang ich den Trank , und das Feuer , was mein Inneres zu verzehren drohete , wurde gelöscht . Ich fiel in Schlummer und träumte fort von dem Kinde . Ach ich erwachte ! und Niemand wollt ' es gesehen haben.1 Zwei Tage irrt ' ich herum auf Felsen und Höhen . Meine Kunst lag darnieder ; doch zeichnete ich ein Mädchen von untadelichem Wuchse , das einen Korb mit Früchten auf dem Kopfe trug.2 Oft sah sie sich um , vielleicht nach dem Geliebten - doch nein ! ihr Gang , ihre Haltung hatten so viel wunderbar Jungfräuliches , Schwebendes - nein , auf der Erde hatte sie noch keinen Geliebten . - Ja , oft sah sie sich um ; aber ihr Profil konnte ich dennoch nicht fassen . Ich ersetzt ' es aus der Phantasie , ach und da ich zu Hause kam , hatte die Gestalt alle Züge der Schrecklichen , die mein Herz zerreißt . Der Fürst , der mich oft überrascht , fand mich