Rosinen gefüttert , Brustkern mit Mandeln gefilzt , und seine Hausfrau trat dabei vor , ganz rot , wie sie eben aus der Küche getreten vom großen Feuer , und sagte auch ihre Verwunderung , Herrn Hugh in so schlechter Rüstung zu finden , wie sie an seinem Vater nie gewöhnt gewesen . Aber Hugh schwieg darauf still und war fröhlich , bis das Nachtmahl geendet und der Tisch aufgehoben worden ; da fing Hugh an und erzählte seinem Vetter alle seine Handlungen , wie er in den zwei Jahren , seit er sein Vermögen ohne Vormund verwaltet , Haus gehalten und all sein Hab und Gut vertan , auch mehr denn zweitausend Kronen schuldig geworden , und weil er von diesen Schuldnern Tag und Nacht keine Ruhe behalten , sei er außer Landes gereist , von ihm einen guten Rat zu holen . DOLORES : » Wo mag jetzt wohl unser Vater sein ? « ... Da nun sein Vetter Simon dies alles mit großer Verwunderung und Mitleiden vernommen hatte , fing er an mit guten und lieblichen Worten den guten Hugh zu trösten , sprechend : » Lieber Herr und Vetter , dieser Euer Unfall ist mir von Herzen leid ; Ihr solltet Euch aber anders in den Handel geschickt haben und das Eure nicht also unnütz verpraßt haben ; denn gewonnenes Gut , wenn es verloren geht , ist gar schwerlich wieder zu überkommen ; Ihr solltet auch nicht so milde im Ausgeben gewesen sein , nach den schönen Weibern und böser Gesellschaft müßig gestanden haben , denn jetzund werdet Ihr gewahr , daß deren keiner in Eurer Nöten Euch behülflich sei , und könnte er Euer Leben , da Gott vor sei , mit einem Heller erretten . « DOLORES : » Gibt uns wohl einer der reichen Engländer , oder der fremden Prinzen , die sich in unserm Hause belustigt , einen Heller ? « » ... Zwar hat Euer lieber Vater auch einen großen Stand geführt , er hatte aber dennoch groß Gut und Geld dabei erspart , welches Ihr nun so unnütz vertan habt . « - Ob dieser Strafrede Simons begann Hugh einen Verdruß zu schöpfen , hub an und sprach : » Lieber Vetter Simon , die Predigt will mir zu lange werden , denn ich bin daran nicht gewohnt , sie tut mir weh im Bauche ; wenn ich den Ostertag eine hör , so hab ich das ganze Jahr daran genug zu verdauen ; es bedarf auch nicht viel Strafens , denn es ist geschehen , so bin ich auch der Predigt wegen nicht zu Euch gekommen , denn vergebens ist es den Stall erst zu beschließen , wenn die Rosse schon heraus sind . Aber das ist meine Bitte an Euch , daß ich durch Euren Rat aus dieser Schande käme . « - Der fromme Simon , wiewohl ihn diese Rede ein wenig verdroß , ließ sich doch als ein guter Freund merken und sprach ganz einfältig : » Mein herzlieber Vetter Hugh , was ich jetzt in strafweis geredet habe , meine ich von Herzen gut mit Euch ; dieweil Ihr aber meines getreuen guten Rates , wie Ihr sagt , leben wollt , so sage ich das bei meiner Treue , wenn Ihr mir folgen wollt , will ich Euch aus aller Gefahr und Nöten erretten , auf daß noch ein reicher Mann aus Euch werde . « - Auf diese Rede Simons antwortete Hugh : » Lieber Vetter Simon , diesen Rat begehr ich von Grund meines Herzens von Euch zu hören und weiß Euch dafür großen Dank . « - » Das will ich Euch meiner Treu nicht verhalten « , sprach Simon , » denn ich gönne Euch von Herzen alles Gute , mein lieber Vetter Hugh ; darum so wäre mein treuer Rat , Ihr bliebet diesen Winter bei mir , so wollte ich Euch mein Handwerk lehren und Euch Unterweisung geben , wie Ihr nachmals Eure Hantierung mit Kaufen und Verkaufen anschicken sollet , als mit Ochsen , Kälbern , Schafen und Schweinen , sowohl beim Einkauf , wie beim Mästen und Schlachten ; inzwischen möget Ihr eine hübsche reiche Jungfrau , so man sehen würde , daß Ihr Euch fein in den Handel schicken tätet , zu einem ehelichen Weibe erwerben , die Euch bei Euren gesunden Gliedmaßen wohl lieb gewinnen müßte . Dann möget Ihr zuletzt Hantierung mit allerlei Kaufmannschaft anstellen und treiben ; so ich dann sehen würde , daß Ihr Euch recht und wohl zu solchen Dingen schicket , wollt ich Euch nach meinem Tode zu einem Erben machen aller meiner Hab und Güter , da ich keine Kinder oder nähere Anverwandten habe . Ihr dürft Euch des Handwerks nicht schämen , da Eure leibliche Mutter dabei gezogen und geboren worden . « - Hierauf zu antworten , besann sich Hugh nicht lange , sondern sprach mit lachendem Munde : » Freundlicher lieber Vetter Simon , ich bedank mich höchlich gegen Euch , wegen Eures guten und getreuen Rats , bin aber nicht ganz willens , demselben nach zu kommen , denn zum Metzigen und Schlachten oder zur Kaufmannschaft habe ich keine Lust , weil ich gedenke , meines Vaters ritterlicher Tugend nicht zu vergessen , dieweil ich mich von Jugend auf darin geübt habe , und will meinen jungen Leib daran setzen . Wie sollt ich allererst jetzt Ochsen und Schaf schlachten lernen , da ich schon Menschen ritterlich darnieder gestreckt habe , womit ich manchem Fürsten dienen kann . Ja mir wäre lieber , ich hätte vier gute Hengste im Stalle , Sperber , Habicht , Falken oder Spürhunde , als tausend Ochsen ; so wäre mir auch lieber , ich hörte Trommeln und Pfeifen , Lauten und Geigen , Tanzen und Singen , denn daß ich sollte die Ochsen , Schafe , Schweine , Kälber hören brüllen und grunzen . « - Auf solche Rede der gute Simon dem Hugh traurig antwortete :