, « fiel sie ruhig lächelnd ein , » freilich , er hat nicht viel gelernt , versteht auch keine geistreiche Konversation zu machen , dafür ist er eine so beruhigend unkomplizierte Natur und ersetzt durch Innerlichkeit , was ihm an Wissen abgeht . « Dann brach sie das Gespräch ab . Konrad erfuhr nur noch , daß sie sich als Autofahrerin ausbilden wollte und den Besuch der Universität daher zunächst aufgeben würde . Zwischen den drei Wandernden trat eine beklemmende Pause ein wie immer , wenn jeder eigenen , ihn weit von den anderen entfernenden Gedanken nachhängt . Warum ging er hier , grübelte Konrad , zwecklos und unfroh ? Während Renetta vielleicht - . Eine wütende Sehnsucht , durch quälende Zweifel nur gesteigert , packte ihn . Er verabschiedete sich rasch und unvermittelt ; nur die Blässe seines Freundes fiel ihm auf , oder war es der Widerschein des gelben Gaslichts gewesen ? Mit immer schnellerem Schritt stürmte er durch die Straßen . Sehen - nur sehen muß ich sie ! dieser eine Gedanke bohrte sich in sein Hirn und hetzte seinen Herzschlag . Er stand vor ihrem Hause . Wie ? ! Alle Fenster erleuchtet ? ! Gesellschaft ? ! Und er wußte von nichts ? ! Und heute nachmittag hatte sie ihn abgewiesen ? ! Lachende und lärmende Gäste kamen die Treppe hinab ; das Mädchen schloß auf ; er drückte sich in den Schatten des Torwegs . » Ein göttliches Weib ! « hörte er sagen . Das war Eulenburg . Sein Blut siedete . Mit einem Sprung stand er an der Türe . » Die Herrschaften erwarten mich noch , « schrie er das verdutzte Mädchen an , das eben absperren wollte , und jagte die Treppe empor . Die Flurtüre stand offen . Er hörte die Stimme des Hausherrn - kühl , geschäftsmäßig : » Ich bin zufrieden mit dir , mein Kind . Du lernst es allmählich , mein Haus auf das Niveau zu heben , das der Position , die ich mir eroberte , entspricht . « Die beiden traten in das Licht der Lampe . Sie blieben stehen . Des kleinen Mannes Augen hafteten an dem halbentblößten Busen der junonischen Frau neben ihm , ein gieriges Feuer entzündete sich in ihnen , weitete sie . » Du hättest nicht nötig gehabt , Eulenburgs Rosen mit so beziehungsvoller Geste in den Ausschnitt zu stecken , « sagte er , und seine breite weiße Hand legte sich auf ihre Schulter , glitt bebend über ihren Hals . Sie regte sich nicht . Ihr Blick nur musterte höhnisch den vor ihr Stehenden , den die Anstrengungen des Abends besonders greisenhaft erscheinen ließen , während ein hartes , spöttisches Lachen in dem engen Raume widerklang . Der Glanz in seinen Augen erlosch , seine Lider senkten sich , er trat einen Schritt zurück , küßte ihr mit der Höflichkeit des Weltmanns die Fingerspitzen und ging . Konrad stand vor ihr keuchenden Atems . Sie schrie auf , um ihn im nächsten Augenblick , die Schritte des Mädchens auf der Treppe hörend , mit sich in den dunklen Salon zu ziehen . Nur die Glühlampen von der Straße warfen breite Lichtbündel durch die Fenster . » Was willst du ? « zischte sie . » Du läßt dir von dem Eulenburg hofieren , « stieß er hervor , sie mit der Linken an sich reißend , so daß sie wie in einem Schraubstock in seinem Arm lag , » und trägst seine Rosen « - er riß den Strauß duftender Blumen vom Ausschnitt ihres Kleides , so daß die Dornen rote Striemen auf ihrem weißen Halse zogen . » Umbringen werd ' ich dich , umbringen - « Mit ängstlich flackernden Augen , während ihre Rechte heimlich nach seinen Taschen griff - er sah entsetzlich aus und hatte doch vielleicht eine Waffe , sie aber fürchtete sich gräßlich vorm Sterben , so sehr wie vor der Armut ! - sprach sie , die Worte überstürzend , auf ihn ein . Er hörte nicht hin . Er sah nur den schimmernden Nacken , den Rücken mit dem weichen Einschnitt zwischen den Schulterblättern , die weißen Arme , die , vom Licht getroffen , glänzten , als wären sie Strahlen von ihm . » Sei still - still , « stöhnte er , » rede nicht ! Ich weiß , daß du lügst ! Wenn diese Hände gemordet hätten , ich früge nicht danach ! Nur lieben sollst du mich - mich allein ! « Und während er neben ihr zusammensank , den Kopf an ihre Knie gedrückt , reckte sie sich empor . Alle Angst war aus ihrem Antlitz verschwunden ; zu einem verächtlichen Lächeln öffnete sich der große , blutigrote Mund . Über Nacht war es Frühling geworden . Aber Konrad scheute die hellen Tage draußen wie einer , der keine reinen Kleider anzuziehen hat . Wie gut es war , daß niemand sich um ihn kümmerte , niemand , auch Warburg nicht . Eines Abends trat er doch überraschend in sein Hotelzimmer . Konrad setzte sich ihm gegenüber , so daß sein Gesicht beschattet blieb , denn er schämte sich seiner übernächtigen Züge . Warburg indessen achtete seiner nicht . Er sah selbst gealtert und müde aus . » Ich wollte dir nur sagen , damit du es von anderen nicht zuerst erfährst , « begann er stockend , » daß Sara Rubner sich - verlobt hat , - verlobt : mit Gerhard Fink - « Seltsam , dachte Konrad , wie stumpf ich bin , wie des Freundes Unglück mich kalt läßt ! Und laut sagte er : » Und du hast sie ihm so ohne weiteres , so kampflos überlassen ? « Warburg sah auf ; seine Augen erzählten von der Tiefe seiner Qual , aber seine Stimme war ganz ruhig , und sein Mund lächelte sogar , als er antwortete : » Sie gehörte mir nie , - wie hätte ich