auch dem leisesten Athemzug im Innern der Hütte . Dann erst , als sich dem scharfen Ohr nichts Verdächtiges darbot , öffnete der Verbrecher mit sicherer Hand die Pforte und schlüpfte hinein . Fußnoten 1 Zwischen den beiden kleinen Flüssen Cash , und Day de view liegt eine so undurchdringliche Sumpfstrecke , daß nur selten ein Jäger kühn genug ist , dort einzudringen , da er es nie möglich machen kann , das , was er wirklich auf der Jagd erbeuten sollte , auch fortzuschaffen . Es ist das jetzt der einzige Platz in den Vereinigten Staaten , wo sich der Büffel noch , ringsum von Ansiedelungen umgeben , in einzelnen Heerden findet und auch nicht , trotzdem er fast nur Jäger in seiner Nachbarschaft hat , ausgerottet werden kann . 12. Der Mulatte . Der Mulatte , denn dieser war es , hielt noch immer die wieder festangedrückte Thür in der Hand . Vorsichtig lauschte er dabei dem geringsten Ton , um sich erst vollkommen davon zu überzeugen , ob auch wirklich Alle schliefen und nicht vielleicht ein Einzelner nur ruhig auf der Lauer liege , den nächtlichen Feind zu beobachten und zu überfallen . - Lange verharrte er auch in dieser Stellung und glich eher einer aus dunklem Stein gehauenen Statue , als einem menschlichen , athmenden Wesen . Undurchdringliche Finsterniß herrschte in dem kleinen Raume , welcher die von des Tages Anstrengung und Hitze ermüdeten Männer umschloß . Das Feuer im Kamin war niedergebrannt , und nur zwischen den oberen Balken hindurch fand das matte Dämmerlicht des Mondes einen schwachen Eingang . - Nichts regte sich - kein Ton wurde laut , als das regelmäßige Athmen der Schlafenden . Der Mulatte konnte das Schlagen seines eigenen Herzens deutlich , ja so deutlich hören , daß er schon fürchtete , es müsse ihn verrathen , und er preßte die breite schwielige Hand fest darauf , diese augenblickliche Schwäche zu besiegen . Endlich mochte er sich wohl überzeugt haben , daß ihm hier noch keine Gefahr drohe . Er griff jetzt leise hinauf über die Thür , wohin die Farmer stets auf dort eingeschlagene Pflöcke ihre langen Büchsen legen , und ein triumphirendes Lächeln durchzuckte sein dunkles Angesicht , als er den Lauf der gehofften Waffe fühlte . Schnell und ohne Zögern hob er sie herunter . Nun mußte er aber auch noch die Kugeltasche haben , und dem Jägergebrauch nach hing diese an der andern Seite beim Kolben , und zwar an demselben Haken , der diesen trug . Mit einem Schritte war er drüben , aber - » Pest ! « knirschte er leise zwischen den Zähnen hindurch , als er den leeren Platz dort fühlte . Sie war nicht da , und wo sollte er jetzt zwischen den nur leicht schlafenden Männern die kleine Tasche finden ? Mußte ihn nicht das unbedeutendste Geräusch verrathen , und würde es ihm möglich sein , zu entkommen , sobald er erst einmal von diesen kühnen und in der Verfolgung so scharfsichtigen Söhnen des Waldes entdeckt und wirklich verfolgt würde ? Hier aber half kein Besinnen , denn er wußte , daß ihn sein weißer Begleiter nicht ohne Gewehr durch die Sclavenstaaten der Freiheit entgegenführen würde , Ueberdies war er nun doch einmal mitten zwischen den Feinden ; die Zähne also fest auf einander gepreßt , die Rechte am Griff des scharfen Stahls , fühlte er seinen Weg links an der Wand hin und hoffte dabei die ersehnte Kugeltasche auf irgend einer Stuhllehne , oder auf jeden Fall neben dem Kamin aufgehangen zu finden . Jetzt war er an dem Wandschrank , der das einfache Haus- und Küchengeräth der Familie trug , und unten - er streifte mit dem Bein daran - stak der Schlüssel . Das mußte jedenfalls der Aufbewahrungsort für Lebensmittel sein , und so stark quälte ihn in diesem Augenblick nagender Hunger , daß er alles Andere vergaß , ja selbst die Gefahr nicht achtete , der er sich aussetzte , und so geräuschlos wie möglich die kleine Thür öffnete . Mit welcher Gier fühlte er aber dort eine große Schüssel , die , wie er sich bald überzeugte , Milch enthielt . Freudig hob er sie an die trockenen Lippen , um in langen , durstigen Zügen die süße Labung einzusaugen . Kaum konnte er sich entschließen , wieder abzusetzen , und tappte nun vor allen Dingen nach etwas Compacterem umher , was er auf seine Wanderschaft mitzunehmen gedachte . Er fand zwar nur wenige Stücken Maisbrod , schob diese jedoch schnell in sein Hemd vorn , das der Gürtel zusammenhielt , und hob nun noch einmal das Gefäß an den Mund . » Laßt mir auch noch ' was drinnen ! « sagte da plötzlich eine Stimme dicht neben ihm , und fast wäre ihm vor lähmendem Schreck das schwere Gefäß aus der Hand gestürzt . - Seine Glieder bebten - regungslos stand er da und wagte kaum zu athmen . » Mr. Cook ! « sagte dieselbe Stimme jetzt wieder - » Mr. Cook ! « » Was giebt ' s ? « frug dieser schlaftrunken aus seinem Bett - » treib ' ihn hinaus - er ist über die Fenz gesprungen . « » Wer ? « frug Sander erstaunt . » Der Rappe , « murmelte Cook . » Unsinn - schwatzt der im Schlafe von Pferden und Fenzen - ich glaubte , Ihr wäret aufgestanden und tränkt einmal . « » Ja , ja - was giebt ' s ? « rief jetzt Cook , der sich , munter werdend , im Bette aufrichtete - » rieft Ihr mich ? « » Ich bin fürchterlich durstig , « sagte Sander , » und glaubte , ich hörte Euch trinken . - Wo steht denn das Wasser ? « » Draußen vor der Thür , auf dem kleinen Brett - gleich links , « erwiderte ihm der jetzt ganz munter gewordene Cook - » der Flaschenkürbis zum Ausschöpfen hängt dicht darüber am