viel gewonnen . Aber wenn sie dich zu viel nebenausrufen wollen zu einem Kaffee , so tue es nicht ; hebs wie die Andern , und im Werche sei immer voran , so müssen sie sich am Ende ergeben , sie mögen wollen oder nicht . « Das richtete Uli auf ; er fand neuen Mut , und doch konnte er fast nicht vom Meister . Erst jetzt kamen ihm eine Menge Dinge in Sinn , die er noch hätte fragen sollen . Es schien ihm , als wüßte er gar nichts . Er fragte übers Säen und wie er wohl dies hier anfangen solle oder jenes , ob diese Pflanze hier käme , wie jene besorgt sein müsse ? Er wurde nicht fertig mit Fragen , bis Johannes endlich bei einem Wirtshause anhielt , noch eine Halbe mit ihm trank und ihn dann fast gewaltsam heimsandte . Ermutigt ging endlich Uli und fühlte nun allein zum erstenmal so recht seine Bedeutsamkeit . Er war etwas , er tat seine Augen ganz anders auf , als er auf das anvertraute Gut trat das von ihm allein seine Besorgung erwartete ; er ging mit ganz andern Schritten dem Hause zu , wo er gewissermaßen regieren sollte , wo man ihn erwartete wie ein rebellisch Regiment seinen neuen Obersten . Dreizehntes Kapitel Wie Uli sich selbsten als Meisterknecht einführt Ruhig , mit gefaßtem Entschluß kam er zu den Arbeitenden ; es war Nachmittag , bald nach dem Essen . Zu Sechsen wurde gedroschen . Melcher und Karrer rüsteten Futter , zu diesen trat er und half mit . Sie brauchten ihn nicht , sagten sie , und könnten das alleine . Im Tenn könne er heute nicht helfen bis zum Herausmachen , und so wolle er ihnen helfen heute Futter rüsten und dann misten , antwortete er . Sie brummten , allein er griff zu , schüttelte mit seiner gewohnten Eigelichkeit das Futter durcheinander , den Staub davon und zwang da , durch die Andern stillschweigend , es auch besser zu machen als sonst . Drunten im Gang schüttelte er wieder , und die Futterwalmen zog er so schön und exakt , wischte dann mit dem Besen den Gang zwischen dem Roß- und Kuhfutter , daß es eine Freude war . Der Melcher sagte : Wenn das all Tag so gehen sollte , so möchte man in zwei Tagen nicht rüsten , was die Ware an einem Tage fressen möchte . Das käme darauf an , sagte Uli , wie man sich gewohnt hätte zu rüsten und je nachdem die Ware gewohnt wäre zu gschänden . Beim Misten hatte er seine liebe Not mit dem Melcher , der nur das Gröbste obenabnehmen wollte , so gleichsam die Nidle ab der Milch . Es sei schön warm draußen , sagte Uli , da erkalte ihnen das Vieh nicht , sie wollten ein wenig zBoden ha . Und wirklich war es nötig , es war da alte Rustig , daß sie fast die Reuthaue nehmen mußten , um nur zu den Steinen der Bsetzi zu kommen ; das , was zwischen denen war , herauszugäbelen , dazu kamen sie nicht einmal . Es mußte aus dem Bschüttiloch geschöpft werden , da das Wasser sich auftrieb fast bis zu , hinterst in den Stall , und daß das Ausgeschöpfte in die Hofstatt geführt und nicht auf die Straße geschüttet würde , konnte er nur mit Mühe erzwingen . Als der Mist draußen war , wollte ihn niemand verlegen , und auf seine Frage erhielt er zur Antwort : Heute hätte man nicht Zeit , man müßte bald füttern , es sei morgen noch früh genug . Das sei gar kommod zwischen dem Füttern zu machen , und den Mist müsse man verlegen , während er warm sei , besonders im Winter . Sei er einmal gefroren , so setze er sich nicht mehr und man erhalte keinen Mist . Somit ging er selbst ans Werk , und die Beiden ließen getrost ihn machen und zäpfelten ihn aus hinter den Stalltüren und im Futtergang . Drinnen hatte man schon lange sich gewundert , daß der neue Meisterknecht nicht heimkomme , und schon Kummer gefaßt , er möchte auf- und davongefahren sein . Joggeli hatte sich ans Fenster gesetzt , von wo aus er auf den Weg sehen konnte , und sah sich fast die Augen aus und begann zu schimpfen : Den Johannes habe er doch so schlecht nicht geglaubt , und dazu sei er sein Vetter , und Selligs mochte er dem frömdest Mensch nicht machen . Aber es sei sich heutzutage auf niemand zu verlassen , nicht einmal auf die eigenen Kinder . Während er am besten im Zuge war , kömmt Vreneli herein und sagt : » Da könnt Ihr lange hinaussehen ; der neue Knecht verlegt draußen den Mist , den sie herausgemacht , er wird auch der Meinung sein , es sei besser , ihn nicht von zwei Malen lassen zusammenzukommen . Wenn es niemand anders tut , so wird er meinen , er müß es selber machen . « » Warum kündet der sich nicht , wenn er heimkommt ? « sagte Joggeli , und : » Herr Yses , warum chuntr nit cho esse ? « sagte die Mutter . » Gehe und sag ihm , er solle auf der Stelle hineinkommen , es sei ihm dänne deckt . « » Wart , « sagte Joggeli , » ich will selber gehen und sehen , wie er es macht und was gegangen ist . « » Aber heiß ihn kommen , « sagte die Mutter , » es düecht mih , dWurmlöcher sollten ihm aufgegangen sein . « Joggeli ging hinaus , sah , wie Uli den Mist sorgfältig verstreute und tüchtig niedertrat , das gefiel ihm . Er wollte den Melcher und den Karrer suchen , um ihnen zu zeigen , wie Uli es mache und daß sie es künftig auch so machen sollten ; er blickte in