strengste Pflichterfüllung Hand in Hand . Sie lebten , wie der Große Kurfürst selbst , der Überzeugung , daß sie vor allem zur Erhaltung der Machtstellung des Staates das Ihrige beizutragen hätten . Neben diesem Zuge springt vor allem ihre Vielseitigkeit und Findigkeit ins Auge . Dieselbe ruhte zum Teil auf der verhältnismäßigen Einfachheit der damaligen Zustände , nicht minder aber auf ihrer persönlichen Vorbildung , Spannkraft und Beweglichkeit . Die Mitglieder des Geheimen Rats hatten schon als Jünglinge auf Reisen mannigfache Kenntnisse gesammelt ; im Staatsdienste tummelten sie sich bald hier , bald dort , arbeiteten sich bald in dieses , bald in jenes Fach ein . Das bewahrte sie vor jeder geistigen Verkümmerung , sie blieben stets frisch und erfreuten sich fast immer eines guten Humors . Hierfür sprechen ihre lebensvollen , mit anschaulichen Bildern durchwobenen amtlichen Berichte und Reden , welche den Charakter der Ursprünglichkeit , oft den der Naivität tragen . Ihren Gemeinsinn bewiesen sie nicht nur durch treue Arbeit , sondern auch als fröhliche Geber . In ihrer Heimat , in der Gemeinde ihres Wohnortes oder Gutes , verwandten sie beträchtliche Summen für gemeinnützige Zwecke . Der Feldmarschall von Sparr baute Kirchen und Türme , schenkte Glasmalereien und Glocken , Derfflinger ließ eine stattliche Dorfkirche aufführen , der ältere Schwerin tat ein Gleiches . Joachim Ernst von Grumbkow gründete ein Kloster für zwölf Jungfrauen , der jüngere Jena bestimmte 60000 Taler für ein Fräuleinstift und ein Hospital . Ähnlich verfuhr auch unser Paul von Fuchs . Er ließ in Malchow ein Predigerwitwen- , sowie ein Armen- und Waisenhaus herstellen . « Ob diese Stiftungen noch existieren , hab ' ich an Ort und Stelle nicht in Erfahrung gebracht . Der Abend war mittlerweile hereingebrochen und mein freundlicher Wirt begleitete mich eine gute Strecke , bis die Lichter von Weißensee hell auf meinen Weg fielen . Dann schieden wir , hoffentlich nicht für immer , und abermals anderthalb Stunden später lagen die Schneefelder und die grünen Staketenzäune , la maison rouge und der maître d ' école , das warme Pfarrhaus und die kalte Kirche , die Grecborten und das gespenstische Wappen derer von Fuchs – alles traumhaft hinter mir . Ein entzückender Tag . Die Gruft hatte nichts her ausgegeben , aber das Leben hatte bunt und vielgestaltig zu mir gesprochen . Und das bedeutet das Beste . Kienbaum Kienbaum Ich hatt ' als Kind eine Tanne lieb , Die groß und einsam übrig blieb An flachem Wiesensaume . * Laufkäfer hasten durchs Gesträuch In ihren goldnen Panzerröckchen . Die Bienen hängen Zweig um Zweig Sich an der Edelheide Glöckchen ; Die Kräuter blühn ; der Heideduft Steigt in die blaue Sommerluft . Th . Storm Am Ausgange der Liebenberger Heide , zur Linken des Flüßchens Löcknitz , das hier die Grenze zwischen dem Lande Lebus und dem Nieder-Barnim zieht , liegt das Dorf Kienbaum . Seinen Namen hat es , allgemeiner Annahme nach , von einem Kienbaum , der ehedem inmitten des Dorfes stand und bis in die früheste Zeit deutscher Kolonisierung zurückreichte . Man ließ ihn damals bei der Ausrodung der Waldstelle stehn , und während der Baum selber immer neue Jahresringe anlegte , legten sich neue Häuser und Hütten um den ursprünglichen Ansiedlungskern herum . Jahrhundertelang hielt man ihn als Paten , der dem Dorfe den Namen gegeben , in besonderen Ehren und kaum vierzig Jahre mögen vergangen sein , daß er umgehauen wurde . Das ganze Dorf sträubte sich dagegen , aber die selbstsüchtige Beharrlichkeit des Hofbesitzers , auf dessen Grundstück die » Kiehne « stand , blieb doch Sieger , und so fiel denn schließlich das Wahrzeichen des Dorfes . Einige von den Alten haben mir den Baum noch beschrieben und empfinden es als eine Schuld , daß er nicht mehr existiert . Es war eine alte knorrige Kiefer , eben noch aus der Zeit her , wo man die Bäume nicht schwächlich-schlank heranzog , sondern es lieber hatte , sie sich knorrig-original entwickeln zu lassen . Der Stamm war nur wenig über mannshoch , aber von mehr als drei Ellen Umfang ; dabei lag er schräg und sein flaches , ineinander geflochtenes Gezweige schuf einen korbartigen grünen Schirm . Im Innern war er hohl , nur die Kienstellen hatten sich gehalten und als man ihn endlich der Länge nach durchsägte , bildete jede Hälfte eine Art Trog oder Mulde . Dorf Kienbaum hat sein Wahrzeichen verloren , aber es ist doch immer noch ein interessantes Dorf . Es bewahrt jenes anheimelnde Stück Romantik , das in der Abgeschiedenheit und Öde , vor allem aber in einem gewissen Hospizcharakter begründet liegt . All diese Heidedörfer sind wie Bergungsplätze , wie Stationen in der Wildnis und jeder , den sein Weg irgend einmal an einem naßkalten Spätherbstnachmittag über Wald und Heide geführt hat , wird diesen Zauber an sich selbst empfunden haben . Es ist im November , der Nebel sprüht und die Heide , so dünkt dir ' s , nimmt kein Ende . Kusseln und Kiefern und dann wieder Kusseln . Ein jedes Streifen an Baum oder Busch schüttet ein Schauerbad über dich aus , und das nasse , vergilbte Heidekraut , durch das du hindurch mußt , spottet der festesten Sohlen und macht dich frieren bis aufs Mark . Nichts begegnet dir außer einem schiefstehenden Wegweiser , der seine müden Arme schlaff zu Boden hängen läßt , oder eine Krähe , die den Kopf in das nasse Gefieder einzieht und sich trübselig matt besinnt , ob sie auffliegen soll oder nicht . So geht es stundenlang . Endlich lichtet sich ' s und du trittst auf eine offene Stelle hinaus , die freilich wenig mehr als hundert Schritt mißt und hinter der du die dunkle Kiefernwand aufs neue ansteigen siehst . Aber auf dem freien Stückchen Feld , unter Ebereschenbäumen , an denen noch die letzten roten Büschel hängen , steht doch ein Dutzend Lehm-und Fachwerkhäuser , um die herum sich ein Sandweg mit tief ausgefahrenen Geleise zieht