einen schönen Tod . Er war ein großer Gartenfreund , wie die meisten Geistlichen in jener geldarmen Zeit , und empfing dann und wann Besuche von Personen , die seinen schönen Garten sehen wollten . Einmal erschien auch eine junge , durchreisende Dame , und als er sich bücken wollte , um ihr eine Rose zu pflücken , sank er tot zwischen die Blumenbeete nieder . Schmidts Gedichte geben über den Kreis seiner Bekanntschaft die beste Auskunft . Es lag in der Natur seiner Muse , die einen durchaus häuslichen Charakter hatte und das Leben mehr erheitern als auf seine Höhen treiben wollte , daß er Dinge , die sich in Prosa ebenso gut hätten sagen lassen , in Versen abmachte . Beispielsweise Einladungen und Gratulationen . So lernen wir denn beim Lesen seiner Dichtungen auch seine Freunde und Bekannte kennen und zwar aus Näh ' und Ferne : Pastor Schultz aus Döberitz im Havelland , Amtsaktuarius Bernhard aus Löhme ( unser alter Freund aus dem Gamengrund her ) , Prediger Dapp in Klein-Schönebeck , Rudolf Agrikola , Frau Oberst von Valentini , Maler Heusinger und andere mehr , meist Personen , die mit mehr oder minder Dringlichkeit aufgefordert werden , der Werneuchner Pfarre , » die im grunde genommen viel hübscher sei als die Berliner Paläste « , ihren Besuch zu machen . Besonders nah stand ihm der Pastor Ahrendts in dem nur eine Meile entfernten Beiersdorf . Mit diesem hatte er zusammen studiert , beide waren in unmittelbarer Aufeinanderfolge Prediger im Berliner Invalidenhause gewesen , beide hatten zu Ende des vorigen Jahrhunderts ihre benachbarten Landpfarren erhalten und verblieben darauf bis zu ihrem Tode , nachdem beide kurz vorher ihr fünfzigjähriges Jubiläum gefeiert hatten , Schmidt 1837 , Ahrendts 1838 . Unter den gelegentlich Einsprechenden waren auch einzelne Berliner Geistliche von der strengeren Richtung , wie Held und Hennefuß . Er teilte die Ansichten dieser Herren nicht und hatte dessen kein Hehl , war aber in der Art , wie er ernste Gespräche führte , von so feinen und anziehenden Formen , daß die Besuche weit öfter wiederholt wurden , als man hätte mutmaßen sollen . All dieser Zuspruch , weil er ihm geistige Nahrung und Anregung bot , erfreute ihn lebhaft , aber höchst unbequem waren ihm die affektierten Leute aus der großen Stadt , die sich aus Neugier oder aus Sentimentalität bei ihm blicken ließen , um hinterher von den » hohen Vorzügen des Landlebens « schwärmen zu können , und eines seiner humoristischen Gedichte , nachdem er diese Zudringlichen zuvor beschrieben , schließt denn auch mit dem Aufruf an Fortuna : Send ' , o Göttin , naht ein solcher Schwall , Uns zum Schutze Regen her in Bächen ! Türm ' ein Wetter auf mit Blitz und Knall , Oder laß ein Wagenrad zerbrechen . Es erinnert dies an ähnliche Niedlichkeiten Mörikes , dessen Humor freilich um vieles mächtiger war . Unter den klassischen Dichtern war ihm neben Homer , Virgil der liebste ; seine Bukolika standen ihm außerordentlich hoch und mögen sein eigenes Dichten beeinflußt haben . Als der größte Dichter aller Zeiten aber erschien ihm Shakespeare , den er mit Passion las und dessen kühne und erhabene Bilder ihn immer wieder begeisterten . Die Angriffe , die sein eigenes Dichten erfuhr , machten gar keinen Eindruck auf ihn , ergötzten ihn vielmehr . Es lag wohl darin , daß er eine durch und durch bescheidene Natur und niemals von dem eitlen Vermessen erfüllt war , neben den Heroen jener Zeit auch nur annähernd als ebenbürtig dastehen zu wollen . Er wollte wenig sein , aber daß er dies Wenige auch wirklich war , davon war er fest überzeugt ; er hielt den Beweis davon , wenn er auf die Natur hinaus blickte , gleichsam in Händen , und diese Überzeugung , die nebenher wissen mochte , daß ein kleines Blättchen vom Lorbeerkranz ihm früher oder später notwendig zufallen müsse , nahm seinem Auftreten jede Empfindlichkeit . Das bekannte gegen ihn gerichtete Goethesche Spottgedicht : O wie freut es mich , mein Liebchen , Daß du so natürlich bist , Unsre Mädchen , unsre Bübchen Spielen künftig auf dem Mist , las er seinen Kindern vor und scherzte darüber mit ihnen . Seine Hochschätzung Goethes wurde durch diesen Angriff in nichts geschmälert , und seine Kinder mußten um dieselbe Zeit , als jenes Spottgedicht erschienen war , Goethesche Lieder und Balladen auswendig lernen . Bis hierher hat uns , auch da noch , wo wir aus ihm zitierten , der Mensch beschäftigt ; wir wenden uns nun dem Dichter zu . War er ein solcher überhaupt ? Gewiß , und trotz einer starken prosaischen Beimischung , weit mehr als gemeinhin geglaubt wird . Der Ton , in dem man ihn anerkannte , pflegte dem zu gleichen , in dem in Vor-Klaus-Grothschen Tagen von unseren plattdeutschen Dichtern , zumal auch von unserem altmärkischen Landsmann Bornemann gesprochen wurde . In den Dichtungen des einen wie des andern vermißte man Idealität und ließ um eben deshalb beide nur als Dichterabarten gelten , als heitere , derbe , humoristische Erzählertalente , die zufällig in Reim statt in Prosa erzählten . Es liegt darin , auch namentlich in dem Zusammenwerfen Schmidts von Werneuchen mit den plattdeutschen Dichtern der alten Schule , viel Wahres und Richtiges ; viel Wahres , in das sich nur insoweit eine gewisse Unbilligkeit gegen unseren Werneuchner Deskriptivpoeten mit einmischt , als er anderer Klänge wie die sind , die zumeist aus ihm zitiert werden , sehr wohl fähig war . Die unbestreitbare Popularität der Zeilen : Die Tafel ist gedeckt , Wo nun der Schüsseln Duft die Lebensgeister weckt ; Schweinbraten , ach , nach dir , nach euch , geback ' ne Pflaumen , Sehnt sich die Braut schon längst ! ihr glänzen beide Daumen – ich sage , die Popularität dieser und ähnlicher Zeilen hat unser Dichter mit dem besseren Teil seines Ruhmes bezahlen müssen . Dieser Aufsatz soll kein literarhistorischer sein ,