auch seine Verlobung mit seiner geliebten , in vielen Liedern gefeierten Henriette , mit der er dann 1795 die glücklichste Ehe schloß . 1796 erhielt er die Werneuchner Pfarre . Die Jahre vor und kurz nach seiner Verheiratung bilden auch die Epoche seines frischesten poetischen Schaffens . Die Lieder an » Henriette « gehören selbstverständlich die ser Zeit an , aber auch seine Vorliebe für das Beschreibende zeigte sich schon damals , vor allem der ihn charakterisierende Hang für das Abmalen jener Natur , die ihm vor der Tür lag , die er stündlich um ihre Eigenart befragen konnte . Den Wunsch , seine Werneuchner Pfarre mit einer anderen zu vertauschen , scheint er nie gehabt zu haben . Sein Wesen war Genügsamkeit , Zufriedenheit mit dem Lose , das ihm gefallen . Eine Reihe von Kindern ward ihm geboren ; sie waren der Sonnenschein des Hauses . Den jüngsten Knaben , Ulrich , verlor er frühzeitig ; kurz vorher oder nachher starb auch die Mutter . Mit ihr begrub er die Freudigkeit seines Herzens . Eine Reihe von Liedern verrät uns , wie tief er ihren Tod beklagte . Später vermählte er sich zum zweiten Male . Seine zweite Gattin überlebte ihn und errichtete ihm das Denkmal , ein gußeisernes Kreuz , auf dem Werneuchner Kirchhof , das , von einem schlichten Holzgitter eingefaßt , folgende Inschrift trägt : » F. W. A. Schmidt , Prediger zu Werneuchen und Freudenberg , geb . den 23. März 1764 , gest . den 26. April 1838 . « Rückseite : » Ich will euch wiedersehen und euer Herz soll sich freuen und eure Freude soll niemand von euch nehmen . « Ihm zur Seite ruhen , unter überwachsenen Efeuhügeln , seine erste Gattin ( Henriette ) und sein Lieblingssohn Ulrich . Diesen kurzen biographischen Notizen laß ich eine Reihe mir zugegangener kleiner Mitteilungen folgen , ohne weitere Zutat von meiner Seite . Den Pfarracker hatte er verpachtet , weil er , wie er sagte , nicht » verbauern « wollte . Aber wenn er auch seine Ehre und seine Aufgabe darin setzte , nicht selbst ein Bauer zu werden , so liebte er doch die Landleute sehr und sprach gern und eingehend mit ihnen . Die Landwirtschaft , als ein Großes und Ganzes , hatte er beiseit ' getan , aber sein Garten war seine beständige Freude . Er hätte ohne diese tägliche Berührung mit dem Leben der Natur nicht sein können . Der Garten lag unmittelbar hinter dem Hause , rechts von der Kirchhofsmauer , über die die Grabkreuze hinwegragten , links von Nachbarsgärten eingefaßt ; nach hinten zu ging der Blick ins Feld . Schneeball- und Holunderbosketts empfingen den Besucher , der aus der geräumigen Küche mit ihren blank gescheuerten Kesseln in den unmittelbar dahinter gelegenen Garten eintrat . Die besondere Sehenswürdigkeit darin war ein alter Birnbaum , der noch jetzt existiert und schon damals als einer der ältesten in den Brandenburgischen Marken galt ; der größte Schmuck des Gartens aber waren seine vier Lauben . Drei davon , die dem Hause zunächst lagen , waren Fliederlauben , in denen je nach der Tageszeit und dem Stand der Sonne , der Besuch empfangen und der Kaffee getrunken wurde , die vierte dagegen , die mehr eine hohe , kreisrunde Blühdornhecke , als eine eigentliche Laube war , erhob sich auf einer kleinen Anhöhe am äußersten Ende des Gartens und führte den Namen » Sieh dich um . « In diese Hecke waren kleine Fensteröffnungen eingeschnitten , die nun , je nachdem man seine Wahl traf , die reizendsten Aussichten auf Kirchhof , Gärten oder blühende Felder gestatteten . Rote und weiße Rosen faßten überall die Steige ein , eine der Lauben aber , und zwar die , die sich an die Kirchhofsmauer lehnte , führte deutungsreich den Namen » Henriettens Ruh « . In diesem Garten arbeiten war unseres Freundes Lust . Mit einer Art von Befriedigung pflegte er sich aufzurichten und seinem Sohne zuzurufen : » Heute tut mir der Rücken weh vom Bücken . « Hühner und Sperlinge vom Garten abzuhalten , war die stets gern erfüllte Pflicht der Kinder . Der Sommer war schön , aber der schönste Monat des Jahres war doch der Dezember . » Das Weihnachtsgefühl , die hohe Vorfreude des Festes in uns zu wecken « , so schrieb mir der Sohn , » verstand er vortrefflich . Er tat es in lochender , die Einbildungskraft anregender Weise , teils durch Töne von Kinderinstrumenten , teils durch Proben von Weihnachtsgebäck , welches von bepelzter Hand durch die knapp geöffnete und im Hui wieder geschlossene Tür in die Kinderstube geworfen wurde . Ließ einmal Knecht Ruprecht gar nichts von sich hören und sehen , so baten wir singend an der hoffnungsreichen Pforte um sein Erscheinen und seine Gaben . Waren wir artig gewesen , so gewährte er ; andernfalls prasselten Nußschalen oder faule Äpfel durch die Türöffnung herein . « Den Jubel am Heiligen Abend hat er in einem seiner populärsten Gedichte selbst beschrieben : Nußknacker stehn mit dickem Kopf Bei Jud ' und Schornsteinfeger ; Hier hängt ein Schrank mit Kell ' und Topf , Dort hetzt den Hirsch der Jäger . Hier ruft ein Kuckuck , horch ! Und dort spaziert ein Storch , Mit Äpfeln prangt der Taxusbaum Und blinkt von Gold und Silberschaum . Zu Pferde paradiert von Blei Ein Regiment Soldaten ; Ein Sansfaçon sitzt frank und frei Gekrümmt und münzt Dukaten . Und alles schmaust und knarrt , Trompet ' und Fiedel schnarrt ; Fern stehn die Alten still erfreut Und denken an die alte Zeit . Das Leben auf der Pfarre war ein ziemlich bewegtes . Mit einigen Predigern in der Umgegend war er von früher her bekannt und diese besuchte er , wenn er auf geistige Anknüpfungspunkte rechnen konnte ; sonst schwerlich . Unter den befreundeten Amtsbrüdern befand sich auch der Propst Gloerfeld in dem benachbarten Bernau . Dieser würdige und allgemein hochgeachtete Geistliche hatte