erst mit dem Frühjahre in eine neue großartige Thätigkeit einführen wollte . Er prüfte schon jetzt Den , den er brauchen konnte und gewöhnte diese Menschen , jede Jahreszeit auf nützliche Weise zu verwenden . Am untern Ende des ganzen Hofes , wo die Ulla floß , wurde trotz des Regens sogar gebaut . Ein ganz neues Haus stand dort fast bis zum Dache aufgerichtet . Drinnen hörte man das Hämmern und Sägen von Zimmerleuten ... Dies wird die amerikanische Mühle ! sagte Oleander , der Louis ' neugieriges Hinausblicken nach diesem Baue bemerkte . Auf Louis ' Fragen , wann sie begonnen wurde , wann sie beendigt sein würde , wie ein solches Werk eingerichtet wäre , gab Oleander den kurzen aber artigen Bescheid : Sie müssen sie sich ansehen . Es schien , als wenn eine amerikanische Mühle nicht zu den Begriffen gehörte , von denen Herr Oleander ein vollständiges Bild lange mit sich herumtragen konnte . Das Wohnhaus , noch nicht mit Kalk überworfen , stand etwas höher als der Vorhof . Es war zweistöckig und bot in seinen Fenstern einen freundlichen Anblick . Links und rechts war es von Bäumen eingeschlossen , die jetzt kahl , doch seine Wirkung lebendiger hervorgehoben . Der Eingang war von der Seite , an einem ganz von Gebüschen umgebenen Brunnen vorüber . Schon stand von weißen , neugezimmerten Latten ein Dach um die steinernen Stufen , die in die Hausthür führten . Dieser Eingang sollte also künftig von einer Laube überschattet werden . Louis war ausgestiegen und unter dem schützenden großen rothen Regenschirm der Frau Pfarrerin von Plessen neben Oleander über den gekieselten Boden hingeschritten . Erst jetzt besann er sich auf Das , was er Ackermann zu sagen hatte . Er beschloß , sich so einzuführen , als wollte er eine zufällige Anwesenheit auf dem Schlosse Hohenberg zugleich benutzen , um dem Fürsten von seinem neuen Pächter einen Gruß und manches nützliche Versprechen für die Zukunft zu überbringen . Um ein weiteres Erforschen der Absichten des Pächters war er unbesorgt . Schon der erste Blick auf diese wachsende Niederlassung zeigte ihm ja , wie ernst Ackermann seinen Beruf ergriffen hatte . Eine hinzugesprungene Magd nahm mit freundlichem : Guten Morgen , Herr Candidat ! Oleander ' s rothen , durchnäßten Regenschirm in Empfang und spannte ihn , mit neugierigem Blick den zweiten Ankömmling musternd , in der großen reinlichen Küche aus , die sich gleich zur Linken , dicht am Eingang befand . Herr Ackermann zu sprechen ? fragte Louis . Indem öffnete sich im Gange eine hintere Thür und ein junges Mädchen huschte , Oleander grüßend , rasch in eine entgegengesetzte hinüber . Louis bemerkte , daß Oleander , der seinen Mantel auszog , erröthete . Es gibt auch wenig Eindrücke , die so lieblich sind , als ein junges Mädchen in einer Toilette , die für das Zimmer berechnet ist , rasch durch ein Haus oder einige Sprünge über die Straße hüpfen zu sehen ... Louis zweifelte nicht , daß dies Selma gewesen war . Er erinnerte sich wohl des Knaben , den Ackermann damals , als er ihm die Pachtung zugestand , bei sich hatte . Oleander , ohne sich um seinen überbescheidenen Begleiter weiter zu kümmern , ging mit einigen Büchern , die er aus dem Mantel genommen , in das Zimmer , in welches eben jenes junge Mädchen hinübergeschlüpft war . Louis aber wurde von der Magd in das entgegengesetzte Zimmer gewiesen . Er klopfte an . Beim Eintreten in die warme behagliche Stube fand er Ackermann auf dem Sopha liegend , eine Cigarre im Munde , eine Zeitung in der Hand , vor sich deren noch eine größere Anzahl und eine Menge Bücher . Kaum hatte noch Louis ein Wort gesprochen , als ihn Ackermann schon erkannte und vom Sopha sich erhebend ihm die Hand zum Gruße bot . Seien Sie uns willkommen , Herr Louis Armand ! sagte er . Was führt Sie in dieser traurigen Jahreszeit zu uns Einsiedlern ? Gewiß schickt Sie der Prinz , dem meine Briefe zu kurz und oberflächlich sind ? Kennen Sie mich noch ? fragte Louis . Ich vergesse kein Antlitz , das ich mir einmal einprägte , so leicht . Und wie sollt ' ich das Ihrige vergessen , der mir die Botschaft brachte , wie ich für das Wohl und Wehe des Fürsten sorgen darf ! Louis wollte von Zufälligkeiten , die ihn herführten , reden , aber Ackermann unterbrach ihn mit der aufrichtigen Erklärung , daß er es ganz in der Ordnung fände , wenn man einmal bei ihm Visitation halte . Verstehen Sie sich auf die Landwirthschaft ? fragte er . Louis verneinte . Aber Das begreifen Sie doch , sagte Ackermann , daß die Intelligenz auf diesen Fluren und Triften noch nicht gewaltet hat . Hier gab es Schwierigkeiten und Vorurtheile genug zu überwinden . Die Lehre von der Vermehrung der Bodenkraft kennt man hier nur aus den oberflächlichsten Anwendungen der Dungtheorie . Die , die hier wirthschaften wollten , waren noch nicht einmal über die Sicherheit der hier erzielbaren Früchte einig . Und wie ließ man den Unarten der Natur freien Spielraum ! Was standen sich die Unkräuter so gut im Fürstenthum Hohenberg ! Nein , es kommt jetzt darauf an , durch passenden Fruchtwechsel dem Boden die nöthige Ruhe zu gewähren , Stroh und hauptsächlich Futterkräuter auch als Dungmittel zu gewinnen , damit durch das Medium der Thierernährung dem Boden wieder Kraft zugeführt wird . Man experimentirte hier fortwährend mit der Agrikulturchemie , mit mineralischem Dünger , dem ich seine Kraft gar nicht abspreche ; aber ist einmal der Viehstand eine unerläßliche , eigentlich drückende Nothwendigkeit der Landwirthschaft , so muß man daraus auch seine Vortheile zu ziehen und ihn der Landwirthschaft wieder ergiebig zu machen wissen . Es kommt nur auf gute Race der Zucht an , die ich mir denn auch aus Kent , aus Durham in England verschrieben habe . Über die neuen Schaafe und