guter Freund , mein ältester Freund , Friedrich Störzer , es gewesen . Möge er sanft ruhen ! « » Amen ! « sagte mein Freund Heinrich Schaumann , wieder aufstehend . » Jawohl ! Das kann ich ihm ja wohl auch wünschen - von unter meiner Hecke weg ! Er gehörte nicht zu den schlimmsten Lebens- und Weggenossen . Er war ein halber Idiot , aber er war ein braver , ein guter Kerl . Na - denn ruhe auch meinetwegen sanft , grauer Sünder , du alter Weltwanderer und Wegschleicher ! Nun laßt endlich aber auch mich aus dem Spiel und macht die Geschichte drüben unter euch dreien aus , ihr drei : Kienbaum , Störzer und Quakatz ! « Er hatte eine Faust gemacht ; aber er legte sie so leise auf das Kopfende des Sarges wie ich meine offene Hand auf das Fußende . » Was ? « fragte ich zusammenfahrend , und Schaumann sagte : » Ja . « Der Kapitän behauptet , daß er so einen Menschen wie mich ( er drückte sich englisch aus und sagte Gentleman ) , solange er fahre , noch nicht auf seinem Schiff gehabt habe . Er war eigens meinetwegen hinuntergekommen , um mich heraufzuholen und auch mir die Berge von Angra Pequeña auf unserer Leeseite zu zeigen , und ich hatte nur geantwortet » Komme gleich « und hatte vergessen zu kommen und hatte den braven Alten nicht einmal davon benachrichtigt , daß ich diese Berge bereits kenne . - Ich wollte nach seiner Hand greifen , nicht nach der des Kapitäns , sondern nach der Stopfkuchens , als er , Heinrich , mir warnend zunickte und mit dem Daumen kurz zur Seite deutete . Da sah ich , daß wir beide jetzt nicht mehr allein neben dem Sarge standen . Es war eine Frau , auch mit einem Kinde auf dem Arme und einem andern an der Schürze , aus der Stube gekommen und stand verweinten Gesichts , verlegen-verwundert und sagte : » Guten Tag , die Herren ! Das ist doch zu gütig von Ihnen . Ja , da liegt nun der Vater ! So ein guter Mann für uns ! Sie kenne ich wohl , auch durch Ihre liebe Frau , Herr Schaumann ; aber der andere Herr , der uns hier auch die Ehre schenkt in unserem Kummer , hat er ihn auch gekannt , unsern lieben Großvater ? « » Freilich , liebe Frau Störzer . Es ist ja recht , Sie haben erst nachher hier ins Haus geheiratet : dieser Herr hat seinerzeit den Schwiegerpapa ganz gut gekannt , wenn auch nicht so gut wie ich . Das ist wohl Ihr Kleiner da auf dem Arm - der Enkel ? Und hier am Rock die Enkelin ? « » Jaja , liebe Herren , und wir drei sind nun nur noch allein übrig und wissen heute noch nicht in unserer Verlassenheit , was aus uns werden soll , da der Großvater nicht mehr da ist . Wer hätte das so schnell für möglich halten sollen ? Er war noch so rüstig zu Fuße ! Er hätte gut noch manch liebes Jahr gehen können in seinem Amte ! Es war ja immer eine Verwunderung hier im Viertel über ihn und sein Stolz dazu , daß er immer noch auf den Beinen sich hielt wie der Jüngste . « » Nun , das kann in einem Alter wie das seinige freilich nicht jeder von sich behaupten , und das ist doch auch ein Trost , liebe Frau ; und das übrige wird sich ja auch wohl finden und machen . So eine rüstige , junge Frau - bloß mit einem auf dem Arm und einem an der Schürze ! Man schlägt sich schon durch , und im Notfall helfen auch wohl andere . Was hat er denn für einen Tod gehabt , Frau Störzer ? « » Ja , Gott sei wenigstens dafür Dank : einen recht guten ! ... Viel leiden hat er nicht müssen , sagt der Herr Doktor . Und das soll man ihm auch wohl gönnen ; denn auf der Seele hat ihm wohl nichts zu schwer gelegen . Daß aber jetzt grade Sie so gütig sind und hier zu uns an sein letztes Ruhebett treten , das ist mir fast wie eine Schickung , Herr Schaumann . Nämlich grade bei Ihnen , Herr Schaumann , oder auf Ihrer Roten Schanze ist er in seinen letzten Tagen und Stunden recht häufig anwesend gewesen . Er hat immerfort nach der Schanze hinausgewollt : da hätte er noch eine wichtige Sache und Bestellung . Davon hat er immerzu gesprochen und von einer Bestellung bei Ihnen , das heißt bei Ihrem seligen Herrn Schwiegervater , dem seligen Herrn Quakatz , dem man - nun Sie wissen ja und nehmen ' s wohl nicht übel - , geredet . Wir mochten ihm zusprechen , wie wir wollten ; er ist immer dabei geblieben , daß er nach der Roten Schanze hinausmüsse : er hätte da noch etwas abzugeben gegen Quittung . Aber dies waren auch seine unruhigsten Einbildungen , und dabei ist er zuletzt , ohne daß es einer gemerkt hat , sanft eingeschlafen . « Heinrich zuckte die Achseln , sah mich an und nach den Kinder- , Weiber- und Altmännergesichtern , die in der Haustür auf den Sarg gafften . Er deutete auch nach diesen hin und fragte : » Nun , was ist deine Meinung , Eduard ? Seinen Schlaf störe ich nicht dadurch : soll ich jetzt die Welt da von der Gasse hereinrufen an sein Kissen ? Soll ich nun selber von dieser Stelle aus ore rotundo das Geheimnis ihr kundmachen ? Oder findet sich doch noch ein passenderes Organ der Mitteilung ? Oder - vielleicht - wünschest du selber - « Ich brauchte nicht zu antworten , selbst wenn ich es gekonnt hätte . Der Mann von der Roten Schanze nahm meinen Arm , sagte der Schwiegertochter