, und die unseres ganzen Geschlechts . Welche wäre , die Dich nicht darum zum Allerhöchsten priese ! Aber , ich bitte Dich , Du Tugendreiche , was hilft uns armen Mädchen die Freiheit , wenn wir keine Männer haben ? Schickte nicht unsere hohe Frau Libussa selbst auf das Feld hinaus , und ließ sich einen Mann holen ? Und als sie ihn zum Mann gehabt , wurde ihre Freiheit und ihre Ehre um nichts desto geringer . Wissen wir denn nicht , wie sie den Przemysl und das ganze Czechenland mit ihrem Rath und ihrer Klugheit regiert hat ? In der Ehe erscheint erst das freie Weib , von dem Du uns prophezeiht hast , aber ich bin der Meinung , ihr lieben Gespielen , daß , um das freie Weib erscheinen zu lassen , die gewöhnlichen Begriffe der Ehe erst müssen umgewandelt werden . Dies , ja dies sei unser Werk ! Vor allen Dingen müssen wir Frauen Wahlrechte bekommen . Ich will von diesen Wahlrechten jetzt nur insoweit reden , daß wir uns die Männer selbst wählen dürfen , sowie Libussa den Ehegemahl erwählet , welcher ihr gefallen , und worein das ganze Land willigen mußte . Denn die Frau muß zuerst durch den selbständigen Willen frei werden . Ohne den Willen gibt es keine Freiheit , und ohne die Freiheit keine Liebe , und ohne die Liebe kein Glück . Darum nun , auf daß wir allesammt die Freiheit erwerben , rathe ich alles Ernstes , daß Du , o Wlasta , möchtest zum Herzog Przemysl senden , und ich will zum Hinchvoch senden , ob diese beide nicht wollten unsere Männer werden ? Denn sobald sie nun , als die Vornehmsten , einwilligen , so wird sich alsdann auch unserer Aller Freiheit anfangen , und die Budecer Mädchenanstalt soll wieder in ihre alte Blüthe kommen . Verachten sie aber unser Begehr , so hat dann endlich die Rache der geschmähten Mägdefreiheit eine Ursache an allen diesen Männern . Willigen sie jedoch ein , so wird dadurch das Wahlrecht fortan immer unserm Geschlecht gewonnen sein . Denn die freie Frau ist souverain , sie spreche , wer der Mann ihrer Liebe sein soll ! Sie spreche offen , denn sie darf reden ! Ach , Wlasta , mir ist , als führte mich auch der Geist der Prophezeihung , wie Dich , bis in eine ferne simonistische Zukunft der Zeiten . Ja , das freie Weib ist souverain , sie entscheide , sie spreche , denn sie darf reden ! Und das Glück der freien Liebe ist süß ! - So sprach die schmachtende Stratka , und warf ihre lieblichen , lauschenden Augen mit einem fragenden Blick im Kreise der Gespielen umher . Die Jungfrauen aber waren von ihrer Rede alle wie begeistert , sie sahen freundlich und erheitert aus , und riefen mit den schönsten Stimmen , in einem lauten Chor , daß es sich anhörte , wie Jubelhymne morgenfrischer Lerchen , sie riefen alle : » Das freie Weib ist souverain , sie entscheide , sie spreche , denn sie darf reden ! Und das Glück der freien Liebe ist süß ! « Und das Glück der freien Liebe ist süß ! wiederholte die schmachtende Stratka noch einmal , und hüpfte liebkosend zu der großen ernstsinnenden Wlasta hin . Diese erhob sich jetzt vom Rasen , und schlug schwermüthig die Augen zu den Freundinnen auf . Dann sagte sie zu der Stratka : O du sanftherzige , tugendreiche und adlichgesittete Jungfrau , von wannen kommt Dir dieser vortreffliche Rath , der mir und allen beisitzenden Mägdlein so gar wohl gefällt ? So thuet denn , wie ihr beschließet ! Weiter sagte sie nichts , die schöne nachdenkende Wlasta , und die Andern beeilten sich , aus ihrer Mitte vier erlesene Jungfrauen auszuwählen , die zum Przemysl und Hinchvoch abgesandt wurden . Sie wählten vor allen die beredtsame Budeslawka mit den klugen braunen Augen , dann die kleine naive Wuschemila , die ernsthafte , tiefsinnige Hrawka und die lammfromme , stille Pietisyla . Diese zogen , von den Uebrigen tausendmal gesegnet , aus gen des Herzogs Burg , während die Andern mit quälender Neugier zurückblieben . - Przemysl und Hinchvoch saßen wieder bei einander vor einem Faß Meth , und bekümmerten sich um die ganze Welt nicht . Sie zechten um die Wette , und ließen nicht einmal Jemand leben , denn das incommodirte sie zu sehr . Sie schwitzten ordentlich vor Langerweile , weil sie nichts mitsammen zu reden wußten , aber es war ihnen dennoch heimlich wohl dabei . Denn Hinchvoch hatte keinen Geist , und Przemysl liebte den Geist nicht . So vertrugen sie sich beide vortrefflich , und gaben sich die Hand , nie wieder von einander zu lassen . Man muß das Leben nutzen , sagte Przemysl , den das Getränk schläfrig machte . Die Zeit ist kostbar , entgegnete Hinchvoch , und streckte sich aus , um zu schlafen . Nur Eines noch , rief Przemysl , und ermannte sich . Auch mir fällt noch Etwas ein , entgegnete Hinchvoch . Was denn ? fragte Przemysl . Nichts ! entgegnete Hinchvoch . Ich meine das Heirathen , sagte Przemysl . Ja , sagte Hinchvoch . Niemals werde ich wieder heirathen , rief Przemysl . Wer hätte Zeit zum Heirathen ! seufzte Hinchvoch . Meine Zeit ist mir zu lieb , und meine Freiheit ! sagte Przemysl . Gib Dich doch nicht mit solchen Gedanken ab ! sagte Hinchvoch , ärgerlich werdend , denn ihn schläferte sehr . Ich muß auf meine Freiheit halten ! rief Przemysl , auffahrend . Wenn Du nur eine einzige Lehre von mir annehmen wolltest ! sagte Hinchvoch . Welche denn ? fragte Przemysl . Daß sich Alles in der Welt von selbst versteht ! gähnte Hinchvoch . Wie meinst Du das ? fragte Przemysl aufmerksam . Ich meine , wie hätte man Zeit und Ruhe , zu schlafen , wenn sich nicht Alles