mal - ha , da hat - diese Olympia - - Ich muß aber bitten ! Schweigen Sie ! unterbrach ihn Resi entrüstet ... Die Dame hat auch bis dahin Ihre Verleumdungen gehört ! Eben richtet sie das Lorgnon auf Sie ! ... Wahrhaftig ... Herr von Pötzl , schauen ' s doch ! ... Das ist ja prächtig ! Sie ruft den mit dem schwarzen Pflaster , auch die Herzogin und die sämmtlichen Cavalieri - geben Sie Acht , Professor , Sie müssen ihr Revanche geben , Sie unverbesserlicher Carbonaro ! ... Herr von Pötzl bestätigte alles , staunte und lachte übermäßig ... Benno aber stand , als schwebte er , ein Fieberkranker , in den Lüften ... Nein , die ist ungenirt ! ... sprach alles ringsum durcheinander ... Wie in Neapel ! ... Sie grüßt wirklich hier herauf ! lachte Herr von Pötzl ... In der That bestätigten alle , durch ihre Lorgnons blickend , daß die Kleine mit dem Diamantendiadem zu ihrer Loge hinauflache ... Sie ergriffe eben das Taschentuch und winke herüber , ergänzte Resi ... Wem gilt denn das ? ... sagte Herr von Pötzl hocherstaunt und schaute sich überall um und fixirte endlich den Fremden neben sich , seinen Protégé ... Dieser stand keiner Besinnung fähig ... todtenbleich ... Eben streckte Benno die Hand vor , um das ihm dargereichte Perspectiv zu ergreifen , da blieben ihm die Finger wie gelähmt hängen ... Er sank bewußtlos auf seinen Sessel zurück ... Sie sind unwohl ! rief Herr von Pötzl erschrocken ... Ein Glas Wasser ! Bitte ... oder kommen Sie ... Frische Luft ! ... Benno erhob sich allmählich , lehnte Hülfe ab ... Das Spiel begann eben wieder ... Er wandte sich zum Gehen ... Ja , gehen Sie lieber , mein bester Herr , sagte Herr von Pötzl ängstlich besorgt ... Der Dunst der Lampen hier oben ist aber auch heute fürchterlich ... Benno wollte ablehnen ... Herr von Pötzl führte ihn , während alles rings voll Theilnahme aufgestanden war , selbst durch die Sitzreihen der Galerie und hinaus auf den Corridor . Es war der zweite Tag , den Benno in Wien verbrachte . 2. Als im Beginn des diesjährigen Frühlings Benno von Asselyn mit seinem Freunde Thiebold de Jonge von Witoborn nach der Residenz des Kirchenfürsten zurückreiste , that letzterer » von seinem Standpunkte aus « alles Mögliche , die schmerzlichen Nachklänge des so gänzlich den » gehegten Erwartungen nicht entsprochenen « Witoborner Aufenthaltes zu mildern ... Was nur aus dem unerschöpflichen Born seiner guten Laune zu schöpfen war , gab Thiebold zur Zerstreuung bereitwilligst her , und sogar seine eigene Person ... Doch Benno blieb für alle Anschläge seines erfinderischen Genius unempfänglich ... Ja er verdarb Thiebold sogar den » Spaß « , daß dieser Extrapost nehmen wollte , um in der » Einsamkeit der Landstraße « den » gegenseitigen Gefühlen « Luft zu machen ... Benno kannte diese Thiebold ' schen Extrapostfahrten mit ihren » gemüthlichen kleinen Aufenthalten « von vier bis fünf Stunden , ihren Nachtlagern , ihren Wirthshausbekanntschaften , ihren Abstechern auf gerade den Abend angesagte Casinobälle in kleinen Städten , zu denen sich Thiebold sans gêne wie ein alter Stammgast einzuladen verstand ... Sie fuhren mit der Schnellpost und kamen auf diese Art rascher als mit Thiebold ' scher Extrapost wieder zurück in ihre » laufenden Verhältnisse « ... Das durch vier Mitpassagiere auferlegte Schweigen über die Resultate der Witoborner Erfahrungen hatte etwas Feierliches ... Thiebold verbrauchte seinen letzten Cigarrenvorrath mit Blicken der Resignation ... Er gefiel sich in dem von ihm sonst so oft an Peter unerträglich gefundenen System des Au contraire gegen sämmtliche Mitpassagiere , deren Behauptungen ihm in der Regel unbegründet und haltlos erschienen , ob sie nun den Segen der zu erwartenden Ernte oder die projectirten Eisenbahnlinien oder die Zukunft der damals neuerfundenen Stahlfedern oder den Kirchenstreit betrafen ... Thiebold wußte zwar , daß er durch seine unausgesetzten : » Erlauben Sie ! « , mit denen er seine » thatsächlichen Berichtigungen « einführte , Benno zum stillen Märtyrer machte , aber es blieb ihm unmöglich , die Aufregung seines Gemüths , den » stellenweisen « Schmerz seiner Erinnerungen anders zu beschwichtigen , als durch eine auf fortwährende Berichte von » Augenzeugen « gegründete Polemik ... Nur in der Nacht traten Pausen der Ergebung ein , die Thiebold theils durch Schnarchen , theils durch Seufzer ausfüllte ... Hätte er nicht von Seiten Benno ' s das schnöde Wort : » Machen Sie sich nicht lächerlich ! « gefürchtet , er würde von den Sternen gesprochen und die von Joseph Moppes immer so zart gesungene Arie mit nachgeahmter Waldhornbegleitung intonirt haben : » Ob sie meiner noch gedenkt ? « ... Als dann Thiebold seinem Vater hinter » Maria auf den Holzhöfen « über die » verfehlte Speculation « des Ankaufs der Camphausen ' schen Waldungen , infolge des bedeutungsvollen Fundes der Urkunde und des Abbruchs aller Verhandlungen mit Terschka drei Tage vor der ihnen noch nicht bekannten Flucht desselben , berichtet und dafür ein : » Gesegn ' s Gott ! « geerntet hatte , fand sich leider » noch immer die stille Stunde nicht « , nach der sein Herz sich sehnte , die Stunde , um mit Benno » alles durchsprechen « und das Thema variiren zu können : » Ist denn wol das alles ein Traum gewesen ? « ... Benno hatte sofort mit den Berichten zu thun , die er Nück zu erstatten hatte ... Thiebold selbst war theils überhäuft mit Commissionen , die ihm die Stiftsdamen mitgegeben , theils war seine Ankunft die erfüllte Sehnsucht aller seiner übrigen Freunde , besonders Piter ' s , den Treudchen ' s Flucht ins Kloster und die bevorstehende mögliche Einkleidung des geliebten Wesens » rein in einen Schatten « verwandelt hatte ... Erst die überraschende Mittheilung , daß sich auf einer Reise nach England Wenzel von Terschka einige Stunden in der Stadt aufgehalten , ohne jemanden zu besuchen