» Julie hat Fieber und Husten « und schon am 5. März : » Ich kann nicht sagen , wie weh es mir tut . Man fürchtet die galoppierende Schwindsucht . Der König ist außer sich . « Am 25. starb sie . » Welch ein Tag des Unglücks ! Um 8 Uhr abends verschied die arme Julie . Kein Mensch ahnte die nahe Gefahr . Ich ging erst am Abend zu ihr , aber die Prinzessin Friederike , die bei ihr war , redete mir ab , › sie sei zu angegriffen . ‹ Und so hab ich sie nicht mehr gesehen . Ich beweine sie recht von Herzen und alle beweinen sie mit mir . Es ist furchtbar rasch gegangen . Sie starb im Schloß , in demselben Zimmer , in dem ihr Kind geboren wurde . « Der König war in Verzweiflung und konnte sich nicht trösten und beruhigen . Auch gebrach es nicht an allgemeiner Teilnahme , ja das Volk wollte sich ' s nicht ausreden lassen , daß sie durch ein Glas Limonade vergiftet worden sei , weshalb der König , als er von diesem Verdachte hörte , die Obduktion befahl : Diese bewies die Grundlosigkeit des Gerüchtes ; ihre Lunge war krank und daran war sie gestorben . Am 1. April erfolgte die Überführung der Leiche nach Buch . Ihr letzter Wunsch war gewesen » nicht in der Mumiengruft der Familie beigesetzt zu werden « und so bereitete man ihr das Grab unter der Kirchenkuppel , in der Nähe des Altars . Überall in Buch begegnet man den Spuren der schönen Gräfin , aber nirgends ihrem Namen . Wie in Familien , wo das Lieblingskind starb , Eltern und Geschwister übereinkommen , den Namen desselben nie mehr auszusprechen , so auch hier . Eine Gruft ist da , aber es fehlt der Stein ; aus reichem goldenen Rahmen heraus blickt ein Frauenbild , aber die Kastellanin nennt den Namen nicht und nur das Wappen zu Füßen des Bildes gibt einen wenigstens andeutungsweisen Aufschluß . Und nun treten wir von dem Bilde hinweg und noch einmal in den Park hinaus . Eine seiner dunkeln Alleen führt an einen abgeschiedenen Platz , auf dem Edeltannen ein Oval bilden . Inmitten desselben erhebt sich ein Monument mit seinem Reliefbild in Front : der Engel des Todes hüllt eine Sterbende in sein Gewand und ihr Antlitz lächelt , während ein Kranz von Rosen ihrer Hand entsinkt . » Soror optima , amica patriae « , so lautet die Inschrift . Aber der Name der geliebten Schwester fehlt . Falkenberg Falkenberg In der Kirche zu Falkenberg , anderthalb Meilen von Berlin , stehen die Särge des Majors George von Humboldt und der Frau Majorin v. Humboldt , verwitweten von Hollwede , geb . von Colomb , – der Eltern des Bruderpaares Wilhelm und Alexander von Humboldt . Frau von Humboldt , geb . von Colomb , ließ im Jahre 1795 , wo sie Falkenberg besaß , anstelle des hölzernen Kirchturms daselbst einen massiven Turm aufführen und setzte fest , daß der untere Teil desselben als Leichenhalle hergerichtet werde , worin die sterblichen Überreste der Mitglieder ihrer Familie beigesetzt werden könnten . Dies geschah , und stehen nunmehr in der Turmhalle zu Falkenberg folgende vier Tote : 1. Frau Majorin von Humboldt , verwitwete von Hollwede , geb . von Colomb . 2. Hauptmann von Hollwede , Gemahl erster Ehe der gebornen von Colomb . 3. Eine Tochter aus dieser ersten Ehe . ( Kindersarg . ) 4. Major von Humboldt , Gemahl in zweiter Ehe . Die drei Hauptsärge ( 1. 2. und 4. ) haben Inschriften . Diese lauten : Zu 1 » Marie Elisabeth Colomb ; zuerst vermählte v. Hollwede , nachher vermählte v. Humboldt . Geboren den 8. Dezember 1741 , gestorben den 4. November 1796 . » Es ist in einem höheren Leben , für große Tugend großer Lohn . « Zu 2 » Allhier ruhet in Gott der weiland Hochwohlgeborne Herr , Herr Friedrich Ernst von Hollwede , Baron , Erb-und Gerichtsherr auf Ringenwalde , Crummecavel und Schloß Tegel , Canonicus des St. Sebastian Stifts zu Magdeburg , geboren den 12. März 1723 . Trat in Kriegsdienste 1743 unter das Hochlöbliche Königliche Prinz Ferdinandsche Infanterie-Regiment , wo er bis zum Capitain avanciret , nahm 1756 seine Demission und verheiratete sich anno 1760 mit der jetzt hinterlassenen Frau Wittwe Frau Marie Elisabeth , geb . Colomb , aus welcher Ehe zwei Kinder , ein Sohn und eine Tochter gezeuget . Starb den 26. Januar 1765 , seines Alters 41 Jahr 10 Monat 14 Tage . « Zu 4 » George v. Humboldt , Königlich Preußischer Kammerherr und Major von der Cavallerie , Erb- und Gerichtsherr auf Ringenwalde , Crummecavel und Schloß Tegel . Er ward im Jahre 1720 den 27. September zu Zames in Pommern geboren , und nachdem er verschiedenen Feldzügen mit aller Distinction beigewohnt , wurd ' er wegen seiner kränklichen Umstände genöthigt , seinen Abschied zu nehmen . Er vermählte sich hernach mit Marie Elisabeth geb . Colomb , verwittwete Freifrau v. Hollwede , im Jahre 1766 den 27. Oktober und hinterläßt aus dieser Ehe zwei Söhne , Wilhelm und Alexander . Er starb , nachdem er sein Leben durch die rühmlichsten Handlungen bezeichnet , von allen Rechtschaffenen bedauert , im Jahre 1779 den 6. Januar zu Berlin , wo er Allen unvergeßlich sein wird . Horaz , Ode 24. « Blumberg Der Anbau der Kirche . Philipp Ludwig von Canstein . Der Anbau der Kirche . Philipp Ludwig von Canstein und seine » hochbetrübteste Witwe « Diese Bildwerke des Anbaus , teils Grabdenkmäler , teils Ölbilder und Reliefs , sind nicht eigentlich das , was uns nach Blumberg geführt hat ; dennoch verweilen wir einen Augenblick bei denselben , wenigstens bei den hervorragendsten . Da haben wir zunächst das Denkmal des Obersten Philipp Ludwig von Canstein , eines jüngeren Bruders Karl Hildebrandts von Canstein , jenes frommen Mitarbeiters am Werke Franckes