ein Witz sein , und Maxl wollte sich darüber ausschütten vor Lachen . › Denkst du , ich werde verschimmeln in der historischen Rumpelkammer ? ‹ rief er . › Der Alte wohnt natürlich auch in solch einem windschiefen , mittelalterlichen Bau , wie der Fuchs im Loche , aber ein Gutes hat er darin , einen ganz erträglichen Weinkeller . Den trinken wir erst zusammen aus , Bruderherz , und dann wird der ganze historische Kram verkauft , ich bin ja Universalerbe ! Kannst dich immer unter der Hand in Neustadt umsehen , ob du einen Käufer findest . ‹ – Ein Neustädter in meinem Hause ! Da hielt ich nicht mehr an mich – nun kam ich ! « » Wie ein Racheengel , ich kann es mir denken ! « warf Hartmut ein , der mit dem größten Behagen zuhörte . » O nein , ich war ganz ruhig , aber vernichtend . Den Maxl habe ich überhaupt keines Wortes gewürdigt , ich wandte mich an den Redakteur und sagte : › Mein Herr ! Dieser Mensch da war bisher mein Neffe – er ist es fortan nicht mehr ! Um einen Käufer für den › historischen Kram ‹ brauchen Sie sich nicht zu bemühen , denn ich mache morgen ein neues Testament und setze meinen nunmehr alleinigen Neffen Ernst auch zum alleinigen Erben ein . Und um meinen Weinkeller brauchen Sie sich auch nicht zu bemühen , den wird Ernst in Gemeinschaft mit seinem Freunde Major Hartmut austrinken , ich werde ihnen das testamentarisch zur Pflicht machen . – Und nun bringen Sie diesen Menschen da nach Hause , er hat zuviel getrunken ! ‹ « » Bravo ! « rief der Major , » Das war großartig ! Es ist wirklich rührend , daß Sie dabei auch meiner gedacht und mir testamentarisch eine so höchst angenehme Pflicht auferlegt haben . Der Maxl wird allerdings de- und wehmütig Abbitte leisten , wenn er wieder nüchterner geworden ist . « » Das soll er sich unterstehen ! « Treumann richtete sich kampflustig auf . » Ich werfe ihn zur Thür hinaus ! Heute habe ich das Testament niedergeschrieben für alle Fälle , und in Heilsberg werde ich es feierlich niederlegen , vor zeugen . Niet- und nagelfest soll werden , damit dieser Mensch nicht daran rütteln kann . Wofür bin ich denn Jurist ! « Er faltete das Testament zusammen und verschloß es , dann aber schlug seine Stimmung plötzlich in das Elegische um . » Und ich habe den Jungen so lieb gehabt ! « sagte er wehmütig . » Von Kindheit an habe ich ihn verwöhnt und verzogen und die größten Hoffnungen auf ihn und sein Talent gesetzt . Ich hatte immer eine offene Hand für ihn , und nun lohnt er es mir so ! « Ein paar Thränen rollten langsam über die Wangen des alten Mannes , aber der Major legte ihm tröstend die Hand auf die Schulter . » Lassen Sie den dummen Jungen laufen , « sagte er . » Gut , daß Sie ihn jetzt kennen in seiner ganzen Erbärmlichkeit ! Eigentlich hat das Familiengenie doch nur gewechselt , jetzt ist es auf Ernst übergegangen , und der bringt auch seinen Onkel zu Ehren . Sie waren ja gestern der eigentliche Mittelpunkt auf der Journalistentribüne . Was an Ernst nicht herankommen konnte , das drängte sich um Sie und gratulierte Ihnen . « Er hatte das rechte Trostmittel ergriffen , die Augen Treumanns strahlten auf bei der Erinnerung . » Ja , sie haben mir alle gratuliert ! « rief er . » Der Vertreter der › Times ‹ hat mir die Hand geschüttelt und gesagt : › Mr. Treumann , Sie werden einmal einen großen Neffen haben ! Er ist ja ein Rednergenie ersten Ranges ! ‹ Ich lehnte natürlich bescheiden ab und antwortete : › O , das liegt bei uns so in der Familie ! ‹ Es war der schönste Tag meines Lebens ! « » Ja , das liegt in der Familie ! « stimmte Hartmut bei , » Aber nun kommen Sie mit hinunter zu meiner Wilma und unserem kleinen Wildfang , der Lisbeth . Kommen Sie , Onkel Treumann , Sie müssen schon erlauben , daß ich Sie in Zukunft auch so nenne , Sie haben mich ja doch zum Miterben eingesetzt , bei dem Weinkeller « – damit ergriff er den Arm des alten Herrn , dem diese neue Onkelschaft höchst schmeichelhaft war . Nun hatte er vollen Ersatz für » diesen Menschen « da , der nicht mehr sein Neffe war , und den er nunmehr in aller Form enterbt hatte . In seinem Arbeitszimmer saß Bankier Marlow mit finsterer Stirn und sorgenvoller Miene . Der gestrige Tag hatte seine schlimmsten Befürchtungen noch übertroffen . Das hatte er nicht erwartet ! Diese unbedingte Freisprechung seines , Gegners war die moralische Vernichtung Ronalds . Freilich verdankte Raimar den Sieg nur seiner glänzenden Selbstverteidigung , und Marlow gehörte auch zu den widerwillig Gezwungenen . Auch ihm war gestern ein Spiegel vorgehalten worden , wie so manchem seiner Kollegen von der hohen Finanz , die jahrelang gewußt und geduldet hatten , was sie , zur Ehre ihres Standes bekämpfen mußten . Auf den Namen und Ruf des Hauses Marlow fiel allerdings kein Schatten . Der Bankier hatte schon damals , als Raimars Schrift erschien , die Gefahr erkannt und seine Maßregeln getroffen . Er konnte sich darauf berufen , daß er sich sofort zurückgezogen hatte , als ihm das Unlautere jenes Unternehmens klar wurde , aber sein Kind , seine Tochter ! Bis jetzt war das Geheimnis der Verlobung ja gewahrt worden , aber wenn es nun zum Bruche kam und Ronald sich rächte mit der öffentlichen Erklärung , daß Edith Marlow seine Braut gewesen war , und daß man ihn jetzt , wo sein Sturz drohte , schmählich im Stiche ließ ? Das wäre mehr als peinlich gewesen der Welt gegenüber , und Marlow