Beobachtungen mitteilen , man kann eine ganze Versammlung , ein ganzes Publikum beobachterisch infizieren , wie übrigens beobachtet wurde . Und so könnte man wohl auch einem Indianer einreden , daß soeben ein berühmter Aviatiker auf den Kopf gefallen sei . Und er würde sich diesem religiösen und kulturellen Ereignis wohl kaum entziehen können . Alle beobachten es , und nun beobachtet er es desgleichen . Man könnte vermuten , daß die Beobachtung ein Dichter ist , der sein Buch aus dem eigenen Kopfe abschreibt . Je besser der Beobachter , desto größer das Plagiat seines Ichs . Ich sehe Moräste , Raubtiere und Jägermenschen nur darum , weil alles in mir nach der Gestaltung dieser Erscheinungen drängt . Ich finde dieses Prinzip in mir vor , und es wird mir der Schlüssel zur Außenwelt . Nun beobachte ich den Beobachter , ich falle ihm in den Rücken , ich recke und turne mich an meinem Gesichtswillen empor und betrete Schritt vor Schritt erst dämmernde , dann hartgestampfte Dimensionen ... Die gedankliche Abhängigkeit aber , die zwischen mir und der beobachteten Umwelt entsteht , wirkt auf mein Wohlergehen zurück . Zwischen den transzendenten und den epidermalen Vorgängen besteht die wichtigste , nächste , nein , die einzigste Beziehung . Darum sind Gehirn und Eingeweide einander in der Formation ähnlich , und was dazwischen liegt , ist nur die Treibung und Verräumlichung endgültigerer und einziger Lebenswahrheiten . Dieses Zwischending mit den vielen möglichen Dimensionen habe ich das Phantoplasma getauft . Es ist in Paris anders als am Urwaldfluß , heute anders , als es vor Jahrtausenden war . Gehirn und Eingeweide aber sind die gleichen . Das kommende Phantoplasma aber , über dessen Günstigkeit vor anderen jene letzten menschlichen Tiefen allein Rechenschaft ablegen , die noch jüngst einer ästhetischen Lebensgarnitur den Vorzug geben , dieses zu erwartende Lebenssystem ist die Welt des Jäger- und Beobachtermenschen . Ich kreiere seinen Typus . Aber vor meinem Wunsch war die Botschaft schon in mir bereitet . Er wird mit dem Spiegel geboren werden . Und sein Kopf , diese nackte Spiegelfläche , dieses an sich Wesenlose , wirft sein verkleinertes und vergrößertes , sein vergröbertes und verdichtetes Bild auf alles , was ihm begegnet . Wozu reist dieses Geschlecht ? Um den Menschen in sich zu erreisen . Man reist nicht in ferne Länder mit seltsamen Klimaten und verblüffenden Erlebnissen : täte man ' s , man wäre enttäuscht , nichts als Spießbürgerlichem und Ernüchterndem zu begegnen , zu dem man nie die Räusche gehabt hat . Aber der Weltmann , der Vorläufer des neuen Menschen , ist bei seinen Reisen auf andere als impressionistische Ausbeute bedacht . Scheinbar reist er rückwärts in seine Erfahrung , in die Weltgeschichte , in die Biologie und nimmt noch die Urzelle als Maske vors Gesicht . Aber auch dies ist schon ein alter , verjährter Standpunkt . Rund um ein Problem macht er sich Bewegung , und einer Figur zuliebe , die vielleicht erst in hundert Jahren mit beiden Beinen im Leben stehen wird , kreuzt er den Ozean . Er hat mörderische Duelle mit dem Paradox und verwendet Riesenkräfte an die Überwindung der Dimensionen . Denn er weiß , daß die Richtung , in der er denkt , halb ist . Geht das reine Denken nicht im Widerspruch vor sich , an jener höheren Grenze , die über den zureichenden Gründen der Phantoplasmen verläuft ? Immer denkt er in die halbe Dimension , in Traum oder Wachleben , und nie in ihre höhere Einheit . Rund ist die Welt , und was ist oben , was unten , was links , rechts und hoch und tief ? Längs der Beobachtung läuft er in wunderbare Urgründe zurück - aber , ahnt er , daß er nach vorwärts stürmt ? Sein Hirn ist unantastbar spiegelblank . Die Vergangenheit ? Verzeihung ! Die Zukunft ! Die Vergangenheit ist ein Buch mit sieben Siegeln . Das Gedächtnis zeigt in die Zukunft . So ahnt er die Zusammenhänge , die innerhalb des Phantoplasmas zu liegen scheinen , als eine Abschichtung von Instanzen , deren niedrigste das Phantoplasma selber ist . In ihr macht er sich eine Vergangenheit , daß sie ein Gleichnis seiner Zukunft sei . Birgt er Widersprüche in sich , der Mann , die ihm ein Kind nachrechnen könnte ? Ein Kind vielleicht , doch ein Erfahrener , Erfahrteter wohl nicht . Was tut ' s ? Die Hygiene des Denkens gibt ihm Kraft , Lust und Recht . Zum prämiierten Denken gehört der Widerspruch . Ahnt man eine späte ungestückelte Dimension , in der das Physische sich transzendental äußert ? Die Zeit ist als vierte Dimension entlarvt . Gibt es keine fünfte , und kann man jene nicht bewegen ? Ha , ich probier ' s ! Ich stemme mich mit beiden Schultern gegen die Zeit , ich suche sie aus ihrer Bahn zu drängen , ich fordere mich zum Gewaltakt heraus . Eine Linie , aus sich selbst gedrängt ? Eine Fläche , gut ! Wenn ich nun denke - ich ahne es schon ! - und zu gleicher Zeit dawider denke - hurra , da haben wir ' s ! Denken ist zeitlich . Wenn ich nun denke und zugleich dawider denke , so verschiebe ich die Zeit in einer höheren Anschauungsform , die nicht Zeit ist . Die Zeit wird senkrecht zu sich selbst gebracht . Ich erhalte eine neue Dimension . Der Block Zeit hat sich gerührt , er schweigt zitternd , eine Dämmerung von Ruck , ein Hauch von Erfolg ist es gewesen . Paßt auf , wir kriegen die Zeit noch herum ! Können Sie um die Ecke sehen ? Wir aber , wir denken um die Ecke . Wir denken in Winkeln , Kanten und Kristallen . Und wir werden es , verlassen Sie sich darauf , dahinbringen , daß wir sozusagen in Dodekaedern denken , wo der Gedanke zu gleicher Zeit einen ganzen Korb von Malen gegen sich verschoben hat