kommt jetzt , da die Dämmerung eintritt , zurück . Wir besorgen so das Haus , ich , der Knecht Raimund und Lucia die Magd . Die Taglöhner , die wir dingen , helfen nur bei größeren Arbeiten . « » Und wo wohnet denn ihr , wenn du mir die große Stube dieses Hauses und die Kammer zur Wohnung einräumst ? « fragte Witiko . » Das Haus hat ja noch Raum genug « , sagte der Mann , » wißt Ihr es denn nicht , wir wohnen ja nie in der Stube und Kammer , ich bin in dem Stüblein , welches der Stube gegenüber liegt , und dessen Fenster auf den Hof hinaus sehen , Lucia schläft in der Kammer neben der Küche , und der Knecht schläft in dem Bretterverschlage in dem Stalle . Dann ist ja noch allerlei Raum . « » Nun es wird sich schon fügen « , sagte Witiko . » Wir werden Euch alle Dienste leisten , die Ihr braucht « , sagte der alte Mann . » Ich werde nicht viel verlangen , Martin « , entgegnete Witiko , » und ich werde euch , wo ich es kann , in euren Geschäften helfen . « » Das wäre nicht recht und nicht billig « , versetzte Martin . » Nein , das wäre nicht recht « , sagte der Knecht . » Wir wollen nicht hadern « , entgegnete Witiko , » es wird sich alles finden . « » Ja , ja « , sagten die andern . Hierauf reichte der Knecht Witiko die Hand , und ging aus der Stube . Es war indessen Abend geworden . Witiko besorgte sein Pferd mit der Hilfe Martins , aß noch etwas von der Suppe , die ihm Lucia gebracht hatte , sperrte , als sich Martin entfernt hatte , die Stubentür , und legte sich in der Kammer auf seinem Tannengestelle zur Ruhe . Im Morgengrauen des anderen Tages fragte er Martin , ob er ihm Fußbekleidungen verschaffen könne , mit denen er durch jede Tiefe des Schnees zu gehen vermöchte . Martin bejahte es , und brachte ihm einen Mann , der solche Dinge verfertigte . Witiko las sich aus dem mitgebrachten Vorrate zwei Paare langröhriger aus starkem Leder verfertigter Stiefel aus , bezahlte sie , und zog sogleich ein Paar an . Als er sein Morgenmahl , das Lucia aus Milch und Mehl bereitet hatte , verzehrt , als er die Besorgung seines Pferdes beendet hatte , und als eben die Sonne über den Föhrenwald , welcher im Morgen des Ortes stand , herauf ging , trat er aus der Tür des Hauses in das Freie . Er ging auf dem schmalen Pfade zu den Häusern , ging zwischen ihnen empor , ging an der Kirche vorüber , und begann , den Berg , auf welchem das rote Kreuz stand , zu besteigen . Er fand keinen Weg , sondern mußte sich einen durch den Schnee brechen . Er ging zwischen blaulichem Wacholdergestrippe , das hie und da durch den Schnee hervor ragte , bis zu dem roten Kreuze empor . Dort tat er ein kurzes Gebetlein , und sah dann herum . Zu seinen Füßen unter dem Berge lag der Ort mit den Schneedächern seiner Hütten und Häuser . Hie und da stieg ein Rauch empor . Weiter unten war die längliche weiße Tafel des Tales . Witiko wußte , daß dort die Moldau sei ; aber sie war nicht zu sehen , alles war durch die gleiche weiße Hülle des Schnees gedeckt . Um das Tal war lauter Wald . Im Morgen ging nicht fern von den Häusern sanft ein Föhrenwald empor . Von ihm weiter gegen Mittag war ein breiter mächtiger Waldrücken , dessen Rand , wohl vier Wegestunden entfernt , schon bläulich dämmerte . Witiko kannte ihn sehr wohl . Es war der Wald des heiligen Thomas , auf dessen Rande er dort , wo das Bild des heiligen Apostels Thomas gewesen war , vor zwei Jahren mit dem Führer Florian gestanden war , und von dem er dann zu der Moldau und den Häusern von Friedberg hinab gestiegen war . Witiko sah lange auf den Wald . Dann blickte er gegen Mittag auf die Waldwand , jenseits welcher das Aigen sein mußte , von wo aus der Führer Florian mit ihm gegangen war . Hierauf lenkte er seine Augen gegen Abend auf eine noch größere Waldwand , die von Steinrippen durchzogen war , welche im Morgenlichte sichtbar wurden , und in welchen der schwarze See war , auf den er mit Wolf hinab geschaut hatte , und dessen Dasein von dieser Ferne kaum zu ahnen war . Gegen Mitternacht sah er ganz nahe an seinem Berge den Waldhang , über den er gestern herein geritten war , und über welchen hin in großer Ferne Prag liegen mußte , das er vor zwei Jahren des Herzogs Sobeslaws willen gesucht , und das er nun wieder verlassen hatte . Als er seinen Augen Genüge getan hatte , sprach er vor dem Kreuze die Worte des Kreuzzeichens , und stieg über den Berg durch den glänzenden Schnee hernieder . Da er zu den Häusern gekommen war , ging er auf ein kleines Steinhäuschen , das neben der Kirche stand , zu , ging in dasselbe hinein , und trat in die Stube . In derselben saß ein Greis mit weißem Barte vor einem großen Buche . Am Ofen saß ein Mütterlein , und spann . » Seid mir willkommen , ehrwürdiger Herr « , sagte Witiko , » ich bin in Eure Stube getreten , Euch zu grüßen , und Euch zu besuchen . « » Ei , Witiko « , sagte der alte Mann , indem er aufstand , » seid Ihr auch wieder einmal nach Plan gekommen ? Und wie schön und frisch Ihr ausseht . Seid recht herzlich gegrüßt . « Das Mütterlein war von dem Spinnrade aufgestanden , wischte mit ihrer