Trocknen Mundes , Wermut an der Stelle , Wie ist mir so wüste Vom wilden Gelüste , Sie denket wohl nicht , was in mir tobt . Enteilt ihr Flitterwochen , Ist erste Lieb vorbei , Will ich ans Türlein pochen , Dann bin ich frech und frei ; Liebeszauber ist dann schon verschwunden , Und sie fühlt vom Ehring sich gebunden ; Der Mann wird dann schelten , Da werd ich was gelten Im Namen des Teufels es geht . Die Frommen , die rechts fortgehen Ich liebte sie so stille , Wie Gott die Welt geliebt , Doch es war nicht sein Wille , Daß sie mich wieder liebt ; Ewig bleib ich dennoch ihr so eigen ; Gott , dir soll ' s mein einsam Leben zeigen ; Er muß es wohl wissen , Was besser wir missen , Er wußte allein , wie sie mir lieb . Wie Gold ins Meer versenket , Wird in Verschwiegenheit Die Liebe abgelenket Von ihrem trüben Leid ; Meine Liebe muß sie nimmer wissen , Daß sie nimmermehr mich kann vermissen , Ihr Los ist geworfen , Und ich bin verworfen . Sie liebt ihn ; mein Unglück trag ich fern . Bald bet ich in der Klause In der Waldeinsamkeit ; Herr schenke ihrem Hause , Ach all die Seligkeit , Die ich hoffend hatte mir ersonnen ; Sei mein Beten ganz für sie gewonnen . Die Menschen , sie denken , Und Gott wird sie lenken . Der Name des Herrn sei gelobt ! Der Gesang war kaum geendigt , so begannen die beiden Geistlichen einige Späße über einzelne Verse des Gesanges , den sie für einen Scherz des Grafen hielten und keinesweges für seinen besten Ernst , wie es doch wirklich war . Die Gräfin nahm das etwas übel , da sie selbst dabei tätig gewesen , sie sagte dem Grafen leise , so ungesittete Leute wären doch wert vom Hofe hinunter geworfen zu werden , da sie überdies gar nicht eingeladen wären . Der Graf hatte einen ähnlichen Entschluß in sich verbissen , und es bedurfte nur dieses Anstoßes zum Hervorbrechen seiner Hitze ; ohne weitere Erklärung nahm er die beiden Geistlichen beim Kragen , und schleppte sie mit großer Heftigkeit durch die Menschenmenge , die es für einen neuen Tanz hielt , in den Hof , und ließ die Verwunderten dort mit der Weisung stehen , nicht eher wieder seine Schwelle zu betreten , bis Geschäfte ihre Gegenwart notwendig machten . Nach dieser Anwendung seines Hausrechts war er plötzlich ganz abgekühlt ; die beiden Menschen taten ihm leid , sie hatten es nicht schlimm gemeint , und er war durch diesen unbesonnenen Entschluß vielleicht für immer ihrer nachbarlichen Gesellschaft beraubt . Als die Gesellschaft sich entfernt hatte , fand ihn Dolores , wie er in großem Ärger das Hochzeitgedicht zerriß und zertrat . » Um ein paar einfältige Verse « , rief er , » habe ich einen Zusammenhang mit der Geistlichkeit gestört , der mir zur Bildung meiner Leute so wesentlich ; sieh , liebe Frau , es ist das schönste Geschäft der Frauen , eine törichte Leidenschaft zu bändigen und zu beschränken , künftig gieße kein Öl ins Feuer ! « - Sie nahm diese Ermahnung mit einiger Empfindlichkeit auf , weil sie zum Sprechen allzu ermüdet war ; sie war schon eingeschlafen , als ihr der Graf eine gute Nacht bot , und der Tag endete ihm weniger heiter , als dessen Aufgang erwarten ließ . - Ist es nicht eben so im großen Leben der Natur , in der Witterung ; wie könnte unser kleineres Leben sich davon los opfern und frei beten ; doch wünschten wir , daß eine glückliche Ehe dies vermöchte , und wenn dies unmöglich , daß sie wenigstens in ihrer Dauer und Festigkeit und übrigen Glückseligkeit dadurch nicht gestört werden könnte . Wir sagen mit Waller , den wir bald näher kennen lernen , zum Schlusse dieses Hochzeittages : Eine glückliche Ehe vergleich ich dem Pendel der Uhren , Der aus verschiednem Metall schön im Verhältnis gefügt , Wenn es im Innern auch spannt im ewigen Wechsel der Wärme , Nimmer von außen es zeigt , nimmer verwirret die Uhr ; Blinkend erscheint er im Anfang und rostig gedunkelt im Alter , Doch sein Innres vereint gleiche Vertraulichkeit stets . Siebzehntes Kapitel Geschichte des Einsiedlers und der Mohrin . Nachrichten von Klelia Am anderen Morgen war die Gräfin recht betrübt , daß ihr Rosalie fehlte , die jede ihrer kleinen Gewohnheiten und Bequemlichkeiten kannte , jeden Wink verstand ; erst jetzt lernte sie die ausgezeichnete Fügsamkeit und Beflissenheit des Mädchens kennen , da ihr Ilse alle wesentlichsten Dienste ganz ungeschickt leistete . Sie flüchtete sich aus ihren ungeschickten Händen ganz verdrießlich zum Grafen , der bei der Durchsicht einer weitläuftigen Baurechnung der neuen Dorfkirche , die nun bald beendigt war , alle seine Aufmerksamkeit gefesselt hielt , legte sich auf seine Schulter , spielte in seinen Haaren , und erzählte ihm mit einem weinerlichen Tone , wie es doch so böse um das Heiraten der Mädchen wäre ; kaum wäre ein Mädchen brauchbar , so würde es in eine ganz fremde Beschäftigung dadurch gebracht ; wenn doch alle Dienste so könnten eingerichtet werden , daß die Leute sich dabei verheiraten könnten . - Der Graf sagte immer kein Wort und rechnete fort . - Die Gräfin sah ins Buch und las : » Drei Schock Lattnägel , Hohlsteine « , lachte und sagte : » Ich glaube , du wirst noch ein Baumeister ; hör , du tust dir noch Schaden in der glatten Stirne , die ich so gern küsse , und das leide ich nicht ! « - Dabei küßte sie ihm einen Kranz um die Stirn und dieses Entgegenkommen war bei ihr so selten , daß der Graf die ganze verwickelte Rechnung zur Seite schob , ungeachtet er sich fest vorgenommen hatte , sie noch denselben Tag zu beendigen , die Gräfin auf