, und sie wird sich durch ein solches Gefühl nur selbst unglücklich machen . « Einige Wochen später : » Die Prinzessin von Preußen ist eifersüchtig auf Julie . « Endlich im Dezember 84. » Ich hatte eine längere Unterredung mit dem Prinzen und hielt ihm sein Unrecht vor , Julie mit seiner Leidenschaft zu verfolgen ; ich sagte ihm , daß er sie dadurch nur unglücklich machen werde , ja , ich sagte ihm meine ganze Meinung und die ganze Wahrheit mit allem Ernst . Er versprach mir sein Benehmen zu ändern und alles zu tun , was ich wollte . Er hatte später noch eine Explikation mit Julie selbst und ich weiß , daß sie ihm Vorwürfe gemacht hat und mit Recht , daß er ihrem Ruf auf eine unverzeihliche Weise schade . Auch kam er sehr traurig und niedergeschlagen von ihr zurück . Ich sagte ihm noch einmal ernstlich , er müsse dieser Sache ein Ende machen und er gelobte es mir . « Eine gewisse Zeit scheint der Prinz sein Versprechen auch wirklich gehalten zu haben , aber nicht auf lange . Schon im Frühjahr 85 ist die Oberhofmeisterin aufs neue beunruhigt und schreibt : » Der Prinz spricht wieder mehr mit Julie ; das muß aufhören . Im Grunde fürcht ' ich vor allem , daß sie selbst sich innerlich nicht recht von ihm frei machen kann . « Und einige Wochen später : » Der Prinz kommt ewig zur alten Königin nach Schönhausen und ich weiß , das alles geschieht doch nur wegen Julie . Ich besorge , er gibt sie noch nicht ganz auf und sinnt nur darüber nach , ob es gar keine Hoffnung mehr für ihn gebe . Wenn nur nicht , trotz aller seiner Versprechungen , diese Sache sich doch noch zum Unheil wendet ! Man müßte Julie durchaus vom Hofe entfernen . « 1786 Das Jahr 86 war das entscheidende . Hier sind auch die Tagebuchaufzeichnungen am zahlreichsten . Es werden wiederholentlich von seiten des Prinzen Rückzugsversprechungen gemacht , aber nur um sie gleich darauf durch die Tat zu widerlegen . März 86. Der Prinz tut mir leid ; aber trotz seiner Leidenschaft für Julie macht er sich doch von der Liaison mit seiner sogenannten Freundin ( der Rietz , späteren Lichtenau ) nicht los . – Der Prinz ist unglaublich zerstreut ; seine Neigung nimmt seine Gedanken ganz gefangen . – Der Prinz kam zum Diner nach Schönhausen und schien nichts zu sehen als Julie.- Ich habe das Gefühl , als finge die Sache da wieder an , wo sie mit Mühe zum Abschluß gekommen war . April 86. Der Prinz kam zu Tische , nachher machte er es möglich mit ihr zu sprechen . Nach einigen Worten verlor sie die Fassung und brach in Tränen aus . Ich verstehe das alles nicht mehr . – Der Prinz weiß sich nicht recht zu beherrschen , er ist eifersüchtig und aufgeregt , sobald Julie einmal nicht da ist oder sich ihr jemand nähert . – Ich habe den Prinzen an das erinnert , was er seit einiger Zeit zu vergessen scheint , und er versprach es von neuem . Er ist doch sehr gut ! Gott gebe , daß es so bleibt , wenn er erst König ist . Mai 86. Der arme Prinz , er ist schrecklich unglücklich . Heute kam er wieder und als er Julie sah , schien er so glücklich ! – Der Prinz kommt ewig zur Königin ; was soll man tun ? Es wird immer schlimmer mit ihm , und Julie dauert mich furchtbar . – Mir scheint seine Leidenschaft täglich zu steigen . Er kommt jetzt oft für den ganzen Tag nach Schönhausen und hat nur das einzige im Kopf . – Die Oberhofmeisterin , davon ausgehend , daß eine Trennung vielleicht helfen werde , setzte nunmehr einen dreimonatlichen Urlaub für ihre Nichte durch und diese verließ Berlin . Aber es führte zu nichts . Der Prinz und Julie korrespondierten und als der Urlaub abgelaufen und Julie wieder zurück war , schrieb die Oberhofmeisterin in ihr Tagebuch : » Es ist alles beim alten . « Diese Notiz ist vom 15. August 1786 . Zwei Tage später starb Friedrich und der Prinz von Preußen war nun König . Huldigungen , Feste , Geschäfte dringen auf ihn ein , aber seine Gefühle für Julie von Voß bleiben dieselben . Schon eine Woche nach dem Regierungsantritt verkehrt er wieder in Schönhausen und setzt seine Bewerbungen fort . August 86. Der König kommt so oft er kann zur Königinwitwe nach Schönhausen und geht dann mit Julie im Garten spazieren . Sie ist still und zurückhaltend , was mich freut und in etwas beruhigt . – Die Prinzessinnen tun dem König einen sehr unerlaubten Gefallen , indem sie ihn immer mit Julie zusammenbringen . Sie schicken die Königin voraus und beschäftigen sie , nur damit er mit meiner Nichte gehen und mit ihr sprechen kann . Das ist ein schlechtes Spiel . – Der König hat der Prinzessin Friederike eine Zulage und ihr außerdem noch die kleine Viereck zur Hofdame gegeben , einzig und allein um Julien eine Freude zu machen , deren Freundin sie ist . Oktober 86. Der König kam und wollte mit mir sprechen , aber er ist so ganz voll von dem einzigen Gedanken , daß er nichts weiter hört und sieht . Ich gestehe , daß ich jetzt alle Geduld mit ihm verliere und diesen Zustand unerlaubt und unverzeihlich finde . – Die Königin will gern in die Stadt zurück ; der König will aber , sie soll noch in Schönhausen bleiben , bloß wegen seiner geliebten Spaziergänge mit Julie . Ich bin ganz ratlos und unglücklich über dies immer erneute Anknüpfen einer ganz unmöglichen Sache ! November 86. Alles bemächtigt sich dieser unglücklichen Angelegenheit ; so möchte man , um nur eins zu nennen , Julie zum Schein verheiraten . Es ist schrecklich , wie alles bemüht ist , sie