die Zierde des Bucher Kirchenarchivs . 14 Joachim von Roebel war aber auch ein Kriegsheld und bracht ' es zu den höchsten militärischen Ehren in brandenburgischen , sächsischen und zuletzt auch in kaiserlichen Diensten . Er zeichnete sich namentlich in der blutigen Schlacht bei Sievershausen aus , in der Moritz von Sachsen fiel . Im Jahre 1572 besuchte er , als kaiserlicher Feldmarschall , seinen Bruder Zacharias von Roebel , der damals in der Festung Spandau kommandierte . Bei dieser Anwesenheit verschied er im 57. Jahre seines Alters und ward in der Spandauer Nikolaikirche beigesetzt . Drei Jahre später , 1575 , starb auch sein Bruder . Ein beiden errichtetes Denkmal bewahrt ihre Namen in ebengenannter Kirche . Beide sind gleich gewaffnet , in Plattenrüstung mit Schwert und Morgenstern . Dazu folgen die Kriegstaten Joachims von Roebel verherrlichenden Reime : Der edel und viel kühne Held , Joachim von Roebel , ich dir meld ' , Von Jugend auf mit gutem Rath Gar manche Schlacht besuchet hat . In Holstein , Fünen , Koppenhagen , In Ungarn , Frankreich that er ' s wagen , Der Graf von Oldenburg sein ' Muth Gespürt ; der Sachs ' ihm auch war gut : Zum Wacht- und Rittmeister ihn macht ; Feldmarschall ihn vor Magd ' burg bracht . Clauß 15 er auch half nehmen ein , In Ungarn Feldmarschall sollt ' sein . Feldmarschall im Braunschweiger Land War er , braucht ritterlich sein ' Hand ; Da Herzog Moritz fiel der Held Feldmarschall er war kühn im Feld . Feldmarschall er vor Gotha kam Kurfürst August ihn mit sich nahm . Ein Sohn dieses Feldmarschalls Joachim von R. war Ehrentreich von Roebel , der neben Stipendien und anderen zahlreichen Stiftungen auch ein » Roebelsches Erbbegräbnis « und zwar in der Marienkirche zu Berlin errichtete . Dasselbe zeigt die vor einem Kruzifix knienden lebensgroßen Figuren Ehrentreichs selbst und seiner Gemahlin Anna von Göllnitz , gestorben 1630 . Jener – ein wohlbeleibter Herr mit stattlichem Bart – trägt die Ritterrüstung des 17. Jahrhunderts , diese , die kleidsame Frauentracht jener Zeit : ein langes Gewand mit weiten , faltigen Ärmeln und eine Flügelhaube . 16 So viel über die Roebels . Von den andern drei Familien an andrer Stelle . * Die Sonne weckt uns bei guter Zeit . Das rote Deckbett hat uns mit all seiner Schwere nicht sonderlich gedrückt , und aufspringend eilen wir ans Fenster und lassen den Sommermorgen ein . Auch das Frühstück kommt und die Lindenbäume draußen sorgen für Duft und Klang . Ein Blick noch auf das Strohlager , den Schauplatz unseres stillen Muts , und wir treten in die Dorfgasse hinaus , um zunächst dem Schlosse drüben unsern Frühbesuch zu machen . Das Schloß zu Buch ist ein Flügelbau von jener einfachen Art wie das vorige Jahrhundert ihrer so viele auf unsern märkischen Rittergütern entstehen sah . Sie haben einen gemeinsamen Familienzug und wenn sich das vor uns liegende Schloß von ähnlichen Bauten unterscheidet , so ist es durch nichts als durch eine noch größere Einfachheit . Aller Schmuck scheint geflissentlich vermieden . Keine Säulen , kein Fries , kein Fenstersims ; nicht Turm , nicht Erker , ja selbst die Rampe fehlt , die sonst wohl den Eindruck der Stattlichkeit schafft oder steigert . Ein paar Arabesken schnörkeln sich um die Tür und ein halbes Dutzend Orangenbäume fassen den Kiesplatz ein . Alles schlicht , und doch hat man das bestimmte Gefühl , daß hier Reichtum und Vornehmheit ihre Stätte haben . Das Haus gleicht einem einfachen Kleid , einfach und altmodisch , aber der Park , der es einfaßt , ist wie ein reicher Mantel , der die Frage nach dem Schnitt des Kleides verstummen macht . Und dieser Eindruck wiederholt sich im Innern . Aller bürgerliche Komfort fehlt , ebenso die kleinen Niedlichkeiten , in deren Hervorbringung die Neuzeit so verschwenderisch gewesen ; aber diese Nippes fehlen nur , weil das Herz des Besitzers an andern Dingen hing oder weil er in feinem Sinn empfand , daß das Moderne zu dem historisch Überlieferten nicht passen würde . Wir haben unsern Umgang vollendet und treten wieder in den Park hinaus . Einer der vielen Laubengänge desselben führt uns bis an die nahe gelegene Kirche . Diese Kirche zu Buch ist ein ziemlich auffälliges Bauwerk . In einer alten Beschreibung Berlins und seiner Umgegend wird sie die » schöne Kirche « genannt , ein Ausspruch , der wohl nur in Zeiten möglich war , in denen man aufrichtig glaubte , durch Laternen- und Butterglockentürme die gotischen Formen unsrer alten Feldsteinkirchen ersetzen oder gar noch verbessern zu können . Alles was dieser Bucher Kirche zugestanden werden darf , ist Stattlichkeit und ein gewisser malerischer Reiz . Ihre Grundform bildet ein griechisches Kreuz , aus dessen Mitte sich eine merkwürdige Mischung von gegliedertem Kuppel- und Etagenturm erhebt . Vesuch ' ich eine Beschreibung . Jeder kennt jene Garten- und Speisepavillons , die sich in den Parkanlagen des vorigen Jahrhunderts so vielfach vorfinden und meist aus sechs oder acht ein gewölbtes Dach tragenden korinthischen Säulen bestehn . Denke man sich nun drei solcher Pavillons in Verjüngung übereinander gestellt und den untersten Pavillon kreuzartig erweitert , so hat man im wesentlichen ein Bild der Bucher Kirche . Nur eines kommt noch hinzu : rotgetünchte Wandflächen füllen den Raum zwischen den weißen Säulen und Pfeilern aus und stellen dadurch ein gestreiftes Ganze her , das am ehesten vielleicht an die holländischen Bauten aus dem Anfange des 18. Jahrhunderts erinnert . Ehe wir in die Kirche selbst eintreten , steigen wir einige Treppenstufen hinab in die Gruft , die sich unter dem Ostflügel der Kirche befindet und in mehr als einer Beziehung ein Interesse verdient . Diese Gruft oder doch wenigstens ein Teil derselben ist wahrscheinlich ein Überrest der alten Kirche , die hier stand , eine Voraussetzung , die sich darauf stützt , daß ein Sarg aus dem Jahr 1679 vorhanden ist , während die gegenwärtige Kirche nicht vor 1727