hörte , daß die Zeck ' s sich gleichfalls entfernten und schob den Riegel nun wieder zurück und gab die Thür frei . Erschöpft warf er sich auf das Kanapé . Tief holte er Athem , wie nach einer großen Anstrengung . So saß er nachdenklich , erschüttert , eine Weile . Dann ging er an eins der Fenster , die auf den Garten sehen ließen , und drückte die Stirn an die Scheiben . So bewegt schien er , daß er kaum merkte , wie die Tropfen von außen an das Glas schlugen und wie der Sturm die Bäume und Sträucher peitschte . Die Dorfhunde heulten in der Ferne . Es war doch einsam , schauerlich hier oben . Es sah nach den Sternen . Kein einz ' ger war in dem dicken Nachtnebel sichtbar . Er suchte so lange , bis er erstaunt war , sich umsehend , die beiden Lichter schon anzutreffen , die ihm Brigitte , ohne daß er es merkte , hereingetragen hatte . Da er ihr den Rücken kehrte und auf ihr Räuspern und Fragen nicht antwortete , war sie wieder gegangen , umsomehr , als sie in das Amtsgebäude hinunter mußte , um sich von Frau von Zeisel , gebornen Nutzholz-Dünkerke , die bewußten animalischen Vorräthe auszubitten . Murray wandte sich jetzt einem Tische zu , den er an einem andern Fenster des großen Zimmers für sich hergerichtet hatte . Hier lagen Papiere , Zeichnenmaterialien , feine kleine Instrumente durcheinander . Er setzte sich , nahm einen grünen Schirm , der auf dem Tische lag , noch über die Binde und setzte sich zur Arbeit , die keine andere war , als daß er auf eine Kupferplatte Buchstaben ätzte . Das Licht der beiden Talgkerzen war wol zu schwach für seine Arbeit . Einige kleine Gläser , die am Fenster standen , verriethen , daß Murray sonst mit allen Hülfsmitteln der Kupferstecherkunst ausgerüstet war . Er stellte die Lichter dicht vor die Platte , über die er sich mit seiner Ätznadel beugte ; er wollte arbeiten . Doch mußt ' er bald aufhören . Das Licht war zu flackernd , zu düster . Er schüttelte den Kopf und gab sein Werk , an dem er den Tag über gearbeitet hatte , für jetzt auf . Indem hörte er kommen . Rasch warf er einen größeren Papierbogen über die Kupfertafel und erhob sich . Ich bin es , Murray , rief draußen im Vorzimmer eine Stimme , die er sogleich als die Louis Armand ' s erkannte . Da Louis nicht eintrat , ging ihm Murray mit Licht entgegen . Hinausleuchtend begrüßte er den Ankömmling mit den Worten : So spät ? Und in diesem Wetter ? Himmel , wie sind Sie durchnäßt ! Das bin ich ! sagte Louis und schwenkte den nassen Hut im Vorzimmer und trat heftig mit den Füßen , sich schüttelnd , auf . Sie müssen sich umkleiden , Freund ! Ich fühl ' es wohl ; ich bin naß bis auf die Haut . Ein Wetter wie in den Ardennen , wo ich einmal einen Vetter auf einem Eisenhammer besuchen wollte . Nur die Wölfe fehlen . Die werden sich hier mit dem Schnee auch einstellen , sagte Murray . Aber kommen Sie doch an den Ofen ! Trocknen Sie sich ! Ich will nur ein Hemd und Kleider aus meinem Koffer nehmen . Murray leuchtete und geleitete seinen neuen jungen Freund an den warmen Ofen . Darf ich , Papa ? fragte Louis Armand und deutete auf seine Absicht hin , sich ganz frisch umzukleiden . Ich helfe , versteht sich ! antwortete Murray . Die Wäsche muß gewärmt sein . Geben Sie her , ich halte sie gegen diese Pyramide , die unser Heiligthum werden wird , als wären wir Ägyptier . Die hatten Kühlung von ihren Pyramiden , wir Wärme . Grund genug zur Verehrung . Louis kleidete sich in wenig Augenblicken um und würde schon begonnen haben , Murray ' s Verlangen nach Mittheilung seiner Erlebnisse im Walde zu befriedigen , wenn nicht Brigitte jetzt in pünktlicher Aufmerksamkeit mit dem Thee und dem Zubehör erschienen wäre . Der alte Winkler trug das Kohlenbecken und die heiße Kanne , sie selbst die Theebüchse , Brot , Butter und zwar nicht den ganzen Hammelsbraten der Frau von Zeisel , wohl aber eine ansehnliche Anzahl von glatt ihr entschnittenen Scheiben . O Das ist angenehm , sagte Louis , dem es ganz wohl und behaglich in seinen erwärmten Kleidern wurde und der sich sagen konnte , daß er im Auftrage des Fürsten hier fast wie in seinem Eigenthum wohnen durfte . Danke , danke , Mütterchen ! Wie behaglich , wie gastfrei ! Das soll uns gut schmecken . Murray , der hier von Louis Armand ' s Flügeln geschützte Gast , würde freudig in dieses Lob mit eingestimmt haben , wenn nicht Brigitte mit einem Blick auf Louis wieder von den Zeck ' s angefangen hätte , die wegen dem eisernen Ding das er bestellt hätte , doch nun wieder draußen warteten ... Ja , sagte Louis , die Stimmschraube glaubt der Alte liefern zu können . Nein , nein , fuhr Murray wie vorhin auf , ich sagte ' s schon . Es ist gut so . Ich spiele zu wenig ! Murray gerieth wieder in Aufregung . Der Alte meinte , er verstünde mich vollkommen . Ich mußt ' es ihm handgreiflich beschreiben , da er blind ist ; sagte Louis . Ist er blind ? fiel Murray mit einiger Bewegung ein . Der Vater ist blind , antwortete Louis , und der Sohn taub . Und nun lehnte Murray entschieden den Dienst ab . Heute nicht ! Genug von der Sache ! Guten Abend , Frau Brigitte . Morgen ! Morgen ! Gebt ihm die Lampe ! Laßt die von ihm repariren , er kann es , es ist ein Tausendkünstler oder - vielleicht kann er ' s. Guten Abend ! Damit drängte