das Herz des Kindes dem Vater den Vorzug ... Das sah Monika ... Sie sah es jetzt wieder an dem sonderbar scheuen und prüfenden Blick Armgart ' s ... Terschka suchte dich wie einen verlorenen Edelstein ! fuhr der Vater harmlos fort ... Und das bist du ja auch ... Ihm verdanken wir eigentlich Alles - Nicht wahr , Monika ? ... Armgart hörte und hörte ... Durch Hedemann reisefertig gemacht ging sie schon wie eine Führerin voraus ... Eros , der Griechengott , wie mit der Fackel voranleuchtend ... Monika rühmte im Nachfolgen Terschka ' s Gefälligkeit ... Der Vater war ganz erfüllt von dem böhmischen Rittmeister ... Fast schien es , als hätte bei ihm Terschka um Armgart geworben ... Klar blickte sie über nichts und sah sich nur immer nach einem störenden Schatten zwischen ihnen allen um , zerpreßte den Brief , den sie auf der Brust verborgen trug , und deutete und deutete noch dies und das nach dem Lügengeist , den sie gestern als den Beherrscher des Lebens erkannt haben wollte ... Wie ist das nur ? sprach sie vor sich hin und zog Vater und Mutter sich nach in die freie Gotteswelt ... Jetzt begannen auch wieder die Mühlen , die Wasser rauschten ... Man stieg über die Schwelle des Thurms ... Die taube Alte sah ihnen verwundert und schelmisch lachend nach ... Unten standen Gesellen und Bursche und zogen die Mützen und weiter und weiter ging ' s ... Durch die Bächlein , über die Brücken ... Zu sprechen war hier nichts , nur zu sehen , nur der Druck der Hand zu fühlen ... Der Thurm da hat euch verbunden ? hauchte Armgart , als sie an den Wällen ankamen , wo unter der Allee ein Wagen auf sie wartete , ein Kutscher von Westerhof in den Dorste ' schen Farben ... Sie schüttelte den Kopf und ihre lieblichen beiden Zähne blinkten ... Die Seele des Thurms ! sprach der Vater ... Die Mühlen ! Die Mühlen ! lachte Hedemann und bat Armgart um Vergebung ... Er selbst konnte nicht weiter dann folgen ... So stiegen die Aeltern und Armgart allein ein ... Im Wagen sah Armgart , daß das Band ihrer Aeltern in der That jetzt eben erst neugeschlossen war ... Das Auge des Vaters ruhte mit gleicher Wonne auf der Mutter , wie auf ihr ... Das Auge der Mutter war umflorter , als das seinige ... So dachte sie sich Braut-und Bräutigamswonne beim Heimfahren von der Kirche ... Du begreifst es noch nicht recht ? sprach der Vater ... Und so ganz licht und hell ist auch die Zukunft noch nicht , mein Kind ! ... Die Zeit der Kämpfe - beginnt erst ... Da aber , als ich mich nach einem Beistand dafür umsah , da gerade fand ich die besten Bundsgenossen ... Weib und Kind ... Monika blinkte ihm zu auf Armgart ' s Staunen : Sie lebt und schwärmt wie Paula ! ... Das war so ein erster Zug von dem , was Armgart als das Wesen ihrer Mutter kannte ... Armgart verstand nicht ganz , was die Mutter meinte , ahnte aber die Gedankenwelt , die Vater und Mutter hegten und die sie verband . Da es die nicht war , die sie theilte , so verließ sie ein Zagen nicht ... Aber sie verurtheilte Niemanden ... Sie grübelte , was die Aeltern so recht , recht einen mochte und - wie die Mutter - mit Terschka stand ... Da sie fürchtete , durch ihr Schweigen kalt zu erscheinen , sagte sie zum Vater : Du warst noch nicht - auf - Westerhof ? ... Der Oberst schüttelte sein jetzt ernster werdendes Haupt ... Nein ! sprach er . Nur so konnt ' ich ja dort ankommen ! Wenn die Mutter dort war - - konnt ' ich nur kommen mit unserm Kinde ... So seinen Worten gleich die mildere Deutung gebend , blickte er träumerisch und sich auf die Vergangenheit besinnend in die Ferne ... Das da ist Sanct-Libori ? sagte er ... Die Mutter war bereits heimischer ... Es war der dritte Tag schon , den sie in Westerhof zubrachte ... In bangen Aengsten ... Das glaubte Armgart wohl ... Aber räthselhaft , wie sorglos sie von Terschka sprach ... Noch räthselhafter für Armgart , wie ihn der Vater so rühmen konnte ... Herr von Terschka mußte gestern plötzlich zum Bischof ! sagte der Vater . Er wollte doch heute in der Frühe wiederkommen ... Ja , wir glaubten erst , du wärst bei den Clarissinnen ! Terschka wollte es behaupten und sagte , sie verbärgen dich dort ... Hedemann gestand noch nichts ... Erst heute früh gestand er ' s , Kind ... Als du kamst ? ... fragte sie ... Ja , Armgart , als ich - Ich kam zuerst ... Zum Vater ... Sieh mir ins Auge , Seelenkind ! ... Armgart hielt die Hände beider Aeltern und sah dabei noch immer nach rechts und nach links ... Wann sagte es denn Hedemann ? - stammelte sie , ungewiß noch über alles und mit liebenden Augen die Kälte ihres Fragens mildernd ... Wo du warst ? fiel der Vater ein . Da sagte er es , als er sah , daß du in unsern Herzen wohnst ! Liebes Kind ! Deine Mutter brachte mir durch ihr Anklopfen an meine Thür Lebensmuth , Stolz , Erhebung ... Sie hörte , daß sie mich so heftig in Westerhof anklagten ... Sie hörte von meinen Absichten aus Witoborn ... Sie war überrascht davon und vertheidigte meine Auffassungen der Zeit und des Berufs und meine Denkweise ... Sie hatte sich meiner Person entwöhnt und machte plötzlich einen ganz andern Menschen aus mir , als ich bin ... ja sie hatte sich - sollte man ' s glauben - in meinen schlimmen Ruf verliebt ... Ulrich ! fiel die Mutter ein ... Sie ist zu jung , um zu verstehen was über alles , alles