an diesen Geistern steigerte sich immer , wenn sie dem Kopfsystem des Pallas näher kamen . Von den neuen Monden wurde man aber bald wieder abgelenkt . Der rote Lichtkegel , der von oben durch die Mitte des Pallas durchleuchtete , wurde eines Tages merklich kleiner , zog sich immer mehr hinauf und verschwand oben , ohne eine Spur zu hinterlassen . Das Kopfsystem aber breitete sich im obersten Teile des Turms so heftig aus , daß ein Luftstrom nach unten entstand und die vergessene Sofanti-Musik im Centrum wieder zu ertönen begann . Darauf wuchs das ganze Kopfsystem heftig weiter nach unten zu - umklammerte den ganzen Turm mit feinen Lichtarmen und mit großen , wolkig wirkenden Gasgebilden . Und man sah nun ganz deutlich , wie sich immer wieder überall große Kometenschweife bildeten . Und die großen Kometenschweife erleuchteten den ganzen Nordtrichter . Das neue Wunder nahm natürlich die ganze Aufmerksamkeit der Pallasianer in Anspruch . Man machte wieder mit Spiegeln den Versuch , das Licht der Kometenschweife abzulenken , und lernte dabei die Wirkung dieser Kometenschweife kennen - sie wirkten - einschläfernd . Wer einmal von einem Kometenschweif getroffen wurde , begann sofort zu schlafen und sank auf den nächsten Hügel oder Turm und blieb da Stunden lang liegen . Der Getroffene konnte nicht einmal eine Pilzwiese aufsuchen . Natürlich brachten die andern Pallasianer den Eingeschlafenen sehr bald auf eine Pilzwiese . Aber diese Kometenschweifwirkung erschien unerklärlicher als alles Andre ; vom Verstehen einer Naturkraft konnte hier schlechterdings nicht mehr die Rede sein . Und Lesa fühlte , daß das Kopfsystem mehr nach unten ging und sich mit dem Turm und dem Rumpf ganz fest verband . Und das brachte auch den Lesa wieder den Pallasianern näher ; sie sahen jetzt Lesas blaugrünliches Licht sehr oft aufleuchten - zuweilen an mehreren Stellen zu gleicher Zeit . Fünfundzwanzigstes Kapitel Die Spinngewebewolke ordnet sich zu einem gleichmäßigen Ringsystem , was Biba für vorbildlich erklärt . Lesa erinnert den Biba an die Qualen , die die Pallasianer beim Turmbau ausgestanden haben , und kündigt ihnen große Schmerzenszustände an . Die kommen , als sich Kopf- und Rumpfsystem des Pallas endgültig zusammenschließen . Lesa hat dabei die größten Schmerzen auszustehen . Der ganze Pallas wird so gewaltig erschüttert , daß selbst einige Bandbahnen zerreißen und der große Turm zu klirren beginnt . Danach fühlt Lesa , daß er mit dem Doppelstern ein einziges Wesen geworden ist , und es beginnt ein neues Leben für ihn - und alles nähert sich einander - auch die Sterne des Asteroïdenringes nähern sich einander . Die Spinngewebewolke hatte sich nun auch verändert . Sie war immer weiter vom Kopfsystem abgerückt und hatte allmählich eine ganz regelmäßige Kranzform angenommen . Der Kranz wurde immer flacher . Und man sah schließlich vom Pallas und vom Quikko aus , daß sich auch die roten kleinen Köpfe regelmäßig überall verteilten . Nun sah man auch , daß die feinen Fäden tatsächlich lange Gliedmaßen bildeten . Sie schlangen sich so durcheinander , daß zwischen ihnen immer mehr Raum frei blieb . Der Wolkencharakter des Ganzen verging somit . Eine Annäherung an dieses Miniaturringsystem blieb auch jetzt unmöglich - eine Verständigung mit den feinen Fadenwesen ebenfalls . Das Ganze besaß nach wie vor eine starke zurückdrückende Kraft , die schon in einer Entfernung von tausend Metern einsetzte . » Das ist beinahe vorbildlich « , sagte Biba , » sowohl für uns - wie für den großen Asteroïdenring . « Während Biba das neue Ringsystem von einem Balkon der Turmlaterne aus beobachtete , bemerkte er vor sich in der Luft wieder das blaugrünliche Licht , durch das der Lesa seine Nähe anzeigte . Und Lesa sagte durch einfache Übertragung der Gedanken : » Wie schnell doch die Pallasianer alles Mögliche vergessen ! Ihr wollt nichts von der Bedeutung des Schmerzes wissen - so als hättet Ihr stets in weichlicher Untätigkeit gelebt . Und das ist doch garnicht der Fall . Ihr habt doch mit so ungeheurer Kraftanstrengung den großen Turm gebaut . Habt Ihr dabei nicht genug Schmerzen empfunden ? War das nicht für uns alle zusammen eine große Qual ? Und als alles fertig war , da kams Euch doch wie eine Erlösung vor . Allerdings dann kam gleich so viel Neues , daß Ihr Eure Arbeit schnell vergaßet . Lieber Biba , sage doch Allen , daß sie den Schmerz nicht unterschätzen dürfen . Vielleicht habt Ihr in allernächster Zeit Furchtbares zu ertragen . Bereitet Euch vor . Ich fühle , daß ich mich Euch nicht mehr lange verständlich machen kann . Vergiß nicht , was die Sonne sagt . Lebe wohl ! « Biba hörte , wie das Licht mit einem leisen Knall erlosch . Und er eilte auf den nächsten Bandbahnen zu einer großen Signalstation und machte von dort aus alle Pallasianer aufmerksam , daß er Neues mitzuteilen habe . Und es berührte dieses Neue alle Zuhörenden wie etwas Grausiges - noch nie Geahntes . Und gleich danach wars dem Lesa so , als hätte er noch einen Körper wie einst - aber einen viel längeren und breiteren - und es ging ein Schauer durch seinen Körper - und er fühlte , daß alles in ihm zitterte . Und einen stechenden Schmerz empfand er bald da und bald dort . Und dann fühlte er einen Starrkrampf in seinen neuen Sehorganen - und sie gingen alle nach unten - und verbanden sich mit dem großen Pallas-Rumpf - wurden mit diesem eins . Das aber griff alle seine Sehnen und Muskeln furchtbar an , daß er hätte schreien mögen . Ganz finster wurde es . Lesa sah nichts mehr . Er fühlte nur noch reißende zerrende Schmerzen , die immer stärker wurden . Und die Pallasianer empfanden plötzlich ähnliche Schmerzen - wie der Lesabéndio . Die Schmerzen waren nicht so stark wie die , die oben der Lesa empfand . Aber die Pallasianer schrieen doch laut auf . Und das schmerzliche Geschrei hallte unheimlich im Nordtrichter . Dazu brauste die