Kumpan muß jedesmal der größte Wüterich seiner Zeit sein . Den ich suche , hab ' ich gefunden . Reich mir Deine Hand . « Ich schlage dem Herrn Nero sofort mit der Faust ins Gesicht . Indessen - der Schlag geht durch , und mein Nero lächelt . Er steht auf , reicht mir höflich meine Unterhosen , hilft mir beim Anziehen dieser Unterhosen , fällt mir lachend um den Hals und schwebt mit mir durch die Zimmerdecke durch in die Sternennacht hinauf . Unten seh ' ich viele Laternen und dazwischen eine Schlägerei . » Ich bin immer ein Narr gewesen , « raunt mir der Nero ins Ohr , » ich war ebenso wütend mein ganzes Leben hindurch wie die Leute , die sich da hauen . « Wir fliegen weiter und sehen unter uns immerfort wütende Menschen , die sich hauen . Viel Blut fließt , zerbrochene Glieder bersten , Hunde heulen , Schädel knacken , und Alles wird plötzlich mit Blut besudelt , daß mir übel wird . » Was soll die Narrheit ? « frage ich wild . » Wie ? « schreit da der Kaiser lachend , » merkst Du jetzt schon , daß die Wut eine Narrheit ist ? « Ich sage wütend : » Ja ! « Er schüttelt mich heftig und fliegt dann mit mir in einen Weinkeller . Wir trinken natürlich und reden über die Welt und über die Seligkeit . Wir trinken , bis wir unter den Tisch fallen . Und plötzlich wird der Nero über mir schrecklich groß , und er wird immer größer - so groß wie die ganze Welt . Und seine Stimme hör ' ich erschallen wie Posaunen ; sie sagt laut und klar : » Ich bin der Kaiser der Welt , und alle Menschen sollen so wütend werden wie ich . Doch ich bin auch ein Narr - und das sollen die Menschen auch werden . Sie sollen närrisch sein , wenn sie wütend sind . « Und der Narr Nero tanzt wie ein Toller - und ich muß lachen . Da tanzen wir zusammen . Und all die Leute , die sich eben noch geschlagen haben , kommen herbei und müssen auch furchtbar lachen - denn wir tanzen mit neronischer närrischer Wut . Und die wütenden Menschen singen dazu : Nero ! Nero ! Du bist unser großer Nero ! Nero ! Nero ! Und Alle tanzen , um auch zu Narren zu werden . Man bringt mich dann ganz sanft zu Bett - Narr Nero bringt mich zu Bett . Narr Nero bringt auch die Andern ganz sanft zu Bett . Nero ! Nero ! Du bist unser großer Nero ! Nero ! Nero ! Das ist das neoneronische Wiegenlied ! Die wütenden Narren werden immer sanfter . Schlummer ! Der Triumphator Abdullah rief seinen Leibsklaven herbei und fragte ihn scharf : » Warum erstattest Du mir nicht Bericht über meinen Vetter , den leichtsinnigen Ibrahim ? « » Herr ! « erwiderte der Leibsklave , » ihm ist Alles genommen , was er besaß . Ich war von seinem Anblicke dermaßen erschüttert , daß ich mich erst sammeln mußte . « Abdullah schlug mit der Faust auf ein Teebrett , das vor ihm auf dem Divantischchen mit Tassen und Schüsseln bepackt war , so daß Tassen und Schüsseln auf den Teppich flogen . » Mit diesem leichtsinnigen Hund , « rief der starke Abdullah , » hast Du noch Mitleid ? Ich sage Dir : mein Vetter Ibrahim verdient kein Mitleid ; ihm geschieht ganz recht , wenn er als Bettler zu Grunde geht . « Der Leibsklave fiel zu Boden und küßte vor seinem Herrn den Teppich . Der Vetter Ibrahim stand zur selben Zeit auf dem Marktplatz neben den Bettlern und achtete nicht auf das , was um ihn herum vorging . Und nach einer Stunde kam sein Vetter Abdullah hoch zu Roß über den Marktplatz geritten und schrie dem Ibrahim zornig zu : » Was tust Du hier auf dem Marktplatz , Du leichtsinniger Verschwender ? Ich habe mein Geld nicht in leichtsinnigen Spekulationen vergeudet . Ich habe gespart , und Du bist ein Bettler geworden . Nimm hier diesen Beutel , da sind hundert Silberlinge drinn . Geh und suche durch redliche Arbeit Dein Leben zu fristen , Du Bettler ! « Und Abdullah warf dem Ibrahim den Beutel mit den Silberlingen vor die Füße und ritt stolz dahin über den Markt und dann durch die Palaststraße zu seinem Freunde , dem reichsten Kaufmann von Bassora . Abdullah lächelte stolz ; er fühlte sich reich und edel zugleich . Ibrahim lächelte auch , er hob den Beutel mit den hundert Silberlingen auf und ging in die krumme Gasse zu dem alten Weinhändler , den er schon so lange kannte . Und Ibrahim hielt sich auch für reich und edel zugleich ; er nahm es seinem Vetter gar nicht mehr krumm , daß er seinen geschäftlichen Ruin so schlau zu stande gebracht hatte . » Wahrhaft reiche Menschen sollen nicht stolz sein auf ihren Reichtum ! « flüsterte Ibrahim beim dritten Glase . Und beim siebenten Glase flüsterte der lustige Ibrahim : » Wahrhaft edle Menschen sollen auch nicht stolz sein auf ihren Edelmut . « Und beim elften Glase lag Ibrahim unterm Tisch und murmelte : » Ich hab ' s gar nicht nötig - zu triumphieren . « Doch Abdullah triumphierte . Der galante Räuber oder Die angenehme Manier Ein Garten-Scherzo » Halt ! « rief der Hauptmann . Und dreißig blanke Flinten drehten sich der Gesellschaft zu . Der Herr Graf ließ sein Glas fallen , daß es auf seinem Knie zerschellte und die gelben Stiefel mit Rotwein besprengte . Sechs Damen fielen aufkreischend in Ohnmacht ; die Kavaliere erbleichten und griffen nach ihrem Portemonnaie . » Nicht so schnell , meine Herren ! « sprach der Hauptmann , » ich verachte Ihr Geld . Sie irren sich in mir . Knoppke ,