Abu Maschar schüttelt immer den Kopf , er versteht den Safur nicht mehr ; den hielt er für seinen Freund und muß nun bemerken , daß dieser Freund ihn nie verstand . Der Prophet seufzt . Jakuby erzählt von dem Einfluß der Inder auf Battany - der kleidet sich jetzt ganz und gar nach indischem Muster . Die Tarub weiß nicht recht , ob sie dem Safur oder dem Kodama zürnen soll ; des Letzteren Rede hat sie nicht ordentlich begriffen - - - Hamadany ist außerordentlich liebenswürdig zur Tarub , hilft ihr die übrig gebliebenen Teile der Antilopenschinken in die Küche tragen , sodaß die Tarub wieder lustig wird . Osman möchte gern noch ein bißchen auf dem Tigris herumfahren . Safur ist sofort bereit , erzählt aber einem plötzlichen Einfalle folgend mit großer Begeisterung von der alten , längst verfallenen Stadt Babylon - von der dort befindlichen Beluspyramide und von den beiden Riesen Harut und Marut , die in dieser Pyramide der Sage nach an den Beinen aufgehängt sein sollen . Diese Geschichte bringt die Gesellschaft auf andre Gedanken . Man wird neugierig . Und als Safur den Vorschlag macht , auf der langen Barke gleich mal nach Babylon zu fahren , willigen Alle ein - obwohl Babylon , mehrere Tagereisen entfernt , garnicht so leicht zu erreichen ist . Tarub ist natürlich sehr traurig , daß sie zu Hause bleiben soll - doch sie fügt sich . Man trinkt noch kräftig und steigt dann schwankend in die Barke , nimmt Lebensmittel für einen Monat mit und segelt , wie die Sonne aufgeht , mit gutem Winde durch den kürzlich wiederhergestellten Kanal dem Euphrat zu - nach Babylon . Tarub sieht lange ihren sieben Gästen und ihrem Safur nach . - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Da der Wind den acht lauteren Brüdern günstig ist , sind dieselben am zehnten Tage bereits mitten in den Ruinen Babylons . Hamadany behauptet gleich , daß er , wär er als alter Babylonier zur Welt gekommen , das Schicksal der alten Stadt hätte voraussagen können . Er prophezeite auch der jungen Stadt Bagdad den Untergang , denn Bagdad verdanke ebenso wie Babylon nur » zufälligen Zeitumständen « und Machtverhältnissen seine Entstehung und Bedeutung - beide Städte seien nicht wie Byzanz durch ihre natürliche Lage sondern durch die Willkür kurzsichtiger Machthaber groß geworden . Es war sehr lustig anzusehen , wie die arabischen Gelehrten in ihrer modernen Bagdader Tracht zwischen den Ruinen herumkrochen . Der wie gewöhnlich sehr ruppig gekleidete Abu Hischam schien der Gegend noch am besten angepaßt zu sein - aber die schwarzen Kaftane des Jakuby , Hamadany und Abu Hanifa wirkten unter den Tempelsäulen , geflügelten Sphinxen , unter alten Urnen , Töpfen und Scherben sehr fremdartig . Die braunen baumwollenen Kleider des dicken Osman nahmen sich ebenso drollig aus wie Kodamas schwarze Sammetjacke . Selbst die Beduinengewänder des Abu Maschar und des Safur schienen hier nicht herzugehören . Wie die drei weißen Turbane leuchteten ! Wie lustig Jakubys violetter Turban von dem gelben des Kodama abstach ! Safur sprach fast kein Wort und ging gewöhnlich seine eigenen Wege ... wären ihm die Andern nicht immer in einiger Entfernung gefolgt , man hätte ihn verloren . Er bestieg auch allein die Beluspyramide - die Andern warteten unten . Allmählich wurde jedoch Safurs sieben Freunden recht verdrießlich zu Mute . Des Dichters gereizte Stimmung übertrug sich . Man aß noch am Fuße der Pyramide bei Mondschein ein bescheidnes Abendbrot , das vornehmlich aus Brot und Früchten bestand , bewunderte die Pyramide , deren Spitze längst fort war und die dadurch einen klotzartigen Eindruck machte , schlief unter den mitgebrachten Zelten so leidlich und rüstete am nächsten Morgen zur Heimkehr . Nach längerem Suchen fand man die lange Barke wieder , schiffte sich ein und segelte nach Hause . Indessen die Barke war schwerer als bisher . Es stellte sich nämlich heraus , daß Jeder eine ganze Masse Scherben , alte , wunderlich geformte Eisenstücke , Öllämpchen , Alabasterfiguren , Tonziegel mit babylonischer Schrift und so weiter in seinen Gewändern verborgen gehalten und in die Barke mitgenommen hatte . Kodama hatte sogar einen alten Siegelring gefunden , der allgemeine Bewunderung erregte . Die Folge dieses Sammeleifers war eine Überlastung des Kahnes . Auf der ganzen Rückreise mußten die Sklaven fortwährend das Wasser ausschöpfen . Safur sprach zuweilen zu sich selbst und machte ein merkwürdiges Gesicht . Offenbar paßte ihm die Gesellschaft nicht im mindesten , da Alle nur von den gleichgültigsten alltäglichsten Dingen sprachen - Abu Maschar nicht ausgenommen . Des Dichters Gereiztheit wurde so ungemütlich , daß Kodama am siebenten Tage wütend ausrief : » Safur , wenn Dir unsre Gesellschaft unangenehm ist , so spring doch zum Kahn hinaus und geh zu Fuß zu Deiner Tarub zurück . Das Ufer ist ja hier dicht in der Nähe . « Und was geschah da ? Safur tat , was ihm der dicke Kodama riet - er sprang wirklich raus aus dem Kahn - drückte dabei leider so heftig mit dem rechten Fuß auf die Bordkante , daß der Kahn Wasser schöpfte und - und - versank ! Na - dies Geschrei ! Die ganze Gesellschaft lag plötzlich im Wasser . Die Geschichte ist fast unbeschreiblich . Osman fährt , während er noch mit den Wellen kämpft , wutschnaubend auf den dicken Kodama los , schreit : » Du naseweises Rindsvieh ! « und stuckst den Geographen so heftig ins Schilf , daß der mit dem Gesicht in den Morast fällt und natürlich dabei Stirn und Wangen , Augen , Nase und Mund so beschmutzt , daß man sich gar keine rechte Vorstellung davon machen kann . Alle sind pudelnaß geworden . Ertrunken ist Keiner , da die Barke dicht am Ufer fuhr . Aber schmutzig sind Alle - brr ! - sehr ! Man mag sich garnicht gegenseitig ansehen . Und