Zähne schlugen aufeinander . Jetzt kam die Entscheidung . Er erkletterte den Baum , aus dessen Krone sich das Meer weithin überblicken ließ . Nun teilten sich die Schatten , ein goldener Streif schoß plötzlich hervor , andere folgten , und die ganze blaue , leicht bewegte Wasserfläche lag glänzend im Licht des jungen Tages . Weit aus der Ferne , kaum noch erkennbar , schimmerten die vollentfalteten Segel des Schiffes . Robert stieß einen herzzerreißenden Schrei aus . Er sah das Fahrzeug , er erkannte es deutlich , aber es gab für ihn kein Mittel , sich der Mannschaft bemerkbar zu machen . Seine Blicke folgten den weißen verschwindenden Segeln , bis ihm die Augen schmerzten und er verzweifelt den Kopf in die Hand sinken ließ . Endlich war auch der letzte weiße Punkt verschwunden . Nur das Wasser dehnte sich in blauer Unendlichkeit vor seinen Augen . Todesnot und Rettung Wie trostlos war der heutige Rückweg . Gestern konnte er hoffen , ein weiches Lager und eine gefüllte Vorratskammer anzutreffen , er besaß bei aller Verlassenheit eine Art Zuhause , das ihm gehörte und wo er wohnte , jetzt dagegen mußte er fürchten , alles in schrecklicher Verwüstung wiederzufinden . Alle Zuversicht , aller Mut war dahin . Ach , wenn es Tag gewesen wäre , als das Schiff so nahe an die Küste getrieben wurde , oder wenn er es lieber nie gesehen hätte ! Unempfänglich für die neuerblühte Schönheit der Natur , für den doppelt süßen Hauch der Blumen und den jubilierenden Gesang der Vögel ging er langsam durch den Wald . Was auf ihn wartete , das wußte er nur zu genau . Und seine Vermutung sollte ihn nicht täuschen . Als er sich der Höhle näherte , sah er schon von weitem den ganzen Umfang des angerichteten Schadens . Fast alle Planken waren aus ihren Fugen gerissen , der Herd umgestürzt , die Kochgeräte unter Schlamm vergraben und - das Schlimmste - die Lebensmittel durchnäßt . Der kleine Bach , sonst wie ein klarer blauer Spiegel , schoß heute mit wildem Ungestüm , seine Ufer überflutend dahin und wälzte gelbe , schlammige Wellen dem Meere entgegen . Abgebrochene Zweige , Blätter und Halme trieben auf der Oberfläche . Jetzt freilich schien die Sonne heiß und freundlich vom Himmel herab , aber auf ein Bild der entsetzlichsten Verwüstung . Robert stand an einem Baum und sah starr auf die Verwirrung . Was sollte er nun beginnen , was konnte er tun , diesem triefenden , schlammüberzogenen Durcheinander , diesen durchweichten Vorräten und dem ungenießbaren Trinkwasser gegenüber ? Zuerst gab es zum Frühstück nur Wein und eine Ananas , die er auch erst aus einem Bett von Schlamm herausgraben mußte , bevor sie sich pflücken ließ . Aber das tat nach der Anstrengung und Aufregung der letzten Nacht , bei ganz durchnäßten Kleidern und tiefster Hoffnungslosigkeit gar nicht wohl , er fühlte ein Frösteln , als die kalte Frucht in seinen Magen gelangte . Hätte er nur etwas Wasser gehabt , um Kaffee kochen zu können ! Aber dieser mißfarbige Schlamm war nicht trinkbar ; er mußte jeden Gedanken daran aufgeben . Als ein Teil der Ananas verzehrt und ein Glas Wein dazu getrunken war , machte sich Robert daran , seine Lebensmittel zu untersuchen . Die Säcke mit Hülsenfrüchten hatten zwar unter Dach gelegen , aber der hereindringende Sprühregen war doch stark genug gewesen , sie zu durchnässen . Besonders das Brot und die Kartoffeln waren halb verloren . Robert warf den größten Teil ohne weiteres fort und suchte dann nach einigen trocken gebliebenen Brettern , die er in die Sonne legte und darauf den Rest sorgfältig ausbreitete . Ebenso machte er es mit den wollenen Decken , die sämtlich von Wasser und Schlamm durchdrungen waren . Dann begann er seine Wände auszubessern . Nägel und Werkzeug hatte er reichlich , daher war diese Arbeit bald vollendet , aber ohne den unglücklichen Jungen wieder ermutigen zu können . Wenn in der nächsten Nacht ein neues Gewitter kam , so hatte er ja doch umsonst gearbeitet , - das drückte ihn fast zu Boden . Um aber jedenfalls alles aufzubieten , was er zu seiner Sicherung tun konnte , ergriff Robert den Spaten und begann hinter der Bretterwand einen festen Erdwall aufzuwerfen , den er außerdem noch mit größeren Steinen feststampfte . Das ging zwar langsam , aber es versprach doch ein guter , seinen Zweck erfüllender Schutz zu werden , daher blieb Robert unermüdlich den ganzen Tag hindurch beim Schaufeln und Stampfen , so daß gegen Abend ein schräger Erdwall vom Boden bis zu dem niederen Felsendach hinaufreichte . Jetzt konnte der Regen kommen ; er würde wenigstens nicht eindringen können , bevor die Decken in Sicherheit gebracht waren . Die hatte die Sonne inzwischen vollständig getrocknet , aber sie knisterten unter den Fingern und verbreiteten große Staubwolken , sooft er sie schüttelte ; auch der Fußboden war noch naß , und an frisches Moos war natürlich gar nicht zu denken . Robert klopfte so lange mit einem dünnen Stöckchen drauflos , bis wenigstens die getrocknete Erde herausgefallen war , dann legte er die Decken und sich selbst auf zwei leere Kisten , wo er , so gut es eben ging , zu schlafen suchte . Während des ganzen Tages hatte er nur Wein und Früchte gehabt , daher freute er sich , am folgenden Morgen den Bach so ziemlich wieder klar zu sehen . Er wusch die Kochgeschirre , suchte das sonnigste Plätzchen und holte von dem in der Höhle versteckten Brennholz einen Arm voll herbei , um Feuer anzumachen . Die lustigen Flammen und endlich der kräftige Kaffee gaben ihm einigermaßen Mut und Zuversicht wieder zurück , aber es saß doch ein heimliches Frösteln in allen seinen Gliedern ; er tat die notwendigen Arbeiten fast gedankenlos , als gehe ihn das gar nichts an , und oft ertappte er sich auf einem unwillkürlichen Horchen . Die Kanonenschüsse klangen immer noch in ihm nach