sitzt , deren Sterben man ihr vorhin vermeldete und sie beschwören ließ herauszukommen , weil sie sonst nicht sterben könne . « » Eben weil es ein verrufenes Haus ist , « sagte Ulrich , » solltet Ihr außen Wache stehen , um zu beobachten , daß sich nichts Verdächtiges zeigt . Wir sind hier in der Nähe , ruft nach uns , wenn Ihr eines Beistandes bedürfet . « Damit ging er mit Erwin , der zu ihm sagte : » War es nicht die Scheurlin , die Ihr gegen einen Ritter vertheidigt , wie der König hier war , und die er selbst vor allen Frauen ausgezeichnet ? « » Ja , « antwortete Ulrich ; » wer weiß , droht ihr nicht wieder eine Gefahr , diese frechen Raubritter sind zu allen Schändlichkeiten fähig . Erst vor wenig Tagen ist bei Niclashausen ein Waarentransport überfallen worden , ein Trupp ritterliches Raubgesindel hat die Kaufleute und ihr Geleit in die Flucht geschlagen und ihre Waaren auf ihre Burgen geschleppt . Der Nürnberger Rath denkt immer sich allein helfen zu können , wenn die Reichsstadt aber nicht bald zum schwäbischen Bunde tritt , so wird das Uebel immer ärger werden . « Als die Beiden wieder zu den Andern kamen , theilten sie ihnen das eben Erfahrene mit , und Hieronymus sagte : » Es kann ja Einer von uns nahe bei der Hütte bleiben , dem furchtsamen Diener und der barmherzigen Frau zum Schutz , und die andern rufen , wenn es nöthig . « Ulrich war dazu bereit , aber er blieb so unter den Bäumen versteckt , daß er auch von der Hütte aus nicht gesehen werden konnte . Plötzlich sprengte ein geharnischter Ritter an ihm vorüber , er sprang vom Pferd und band es an einen Baum ; in der Ferne hörte man noch mehr Pferdegetrappel . Zu Fuß ging er an die Hütte und lauschte am Fenster . Ein mattes Licht schimmerte daraus . Außen war es dunkel geworden . Ulrich schlich ihm leise so weit nach , als er es wagen konnte , um nicht gesehen zu werden . Es dauerte noch eine Weile , da trat Elisabeth aus der Hütte von dem Diener gefolgt . Der Ritter näherte sich ihr und bot ihr sein Geleit , wie es schien - Ulrich verstand keine Worte - er hörte einen schrillenden Hülferuf Elisabeth ' s , dann des Dieners , dann einen gellenden Pfiff des Ritters . Auch Ulrich ließ einen lauten Ruf ertönen und stürzte auf den Ritter zu : die Schwerter blitzten im Dunkeln , der Diener floh , der Ritter hielt Elisabeth ; an seinem Panzer prallte Ulrich ' s Schwert machtlos ab , aber ihn traf das des Ritters in die Seite , er wankte - noch knieend hielt er Stand ; da kamen die andern Baubrüder , kamen auch die Knappen ; Erwin hatte sich des ledigen Pferdes des Ritters bemächtigt und war nach Nürnberg gejagt um Hülfe zu holen ; sie kam schnell , da das Häuschen nur eine Viertelstunde von der Stadt . Indeß währte das Getümmel und Gewirre fort - vergeblich hatte der Ritter versucht Elisabeth mitzuschleppen ; der knieende Ulrich hatte ihn in die Hand gehauen , daß er sie lassen mußte . Da die Bewaffneten aus der Stadt kamen , schwang sich der Ritter auf das Pferd eines im Kampf gestürzten Knappen , und es gelang ihm mit den andern zu entfliehen . Der Knappe , ein Steinmetzgeselle und Ulrich lagen für todt am Boden ; Elisabeth war zurück in die Hütte geeilt , nicht um sich zu retten , sondern um Wasser und Linnen und die Frau , welche sie bewohnte , zu holen den Verwundeten beizustehen . Die Frau folgte ihr mit Jammergeschrei ; Elisabeth sagte verweisend : » Das nützt nichts - helft ! « und neigte sich über den regungslosen Ulrich . Jetzt erst erkannte sie ihn , da ein Kienspan , den die Alte mitgebracht , ihn beleuchtete . Jetzt erst überrieselten sie kalte Schauer , jetzt erst war es mit ihrer Kraft vorbei . » Todt ! für mich ! « hauchte sie verzweiflungsvoll . Er schlug die Augen auf , und es war , als entströme ihnen ein verklärender Strahl , dann schloß er sie wieder , um seine Lippen zuckte der Schmerz - vielleicht war es zum letzten Male . Indeß hatten die Baubrüder und die herbeigeholten Stadtmilizen aus Stangen , die sie an der Hütte fanden , und Aesten , die sie im Walde brachen , Tragbahren bereitet und die drei Verwundeten darauf gelegt . Jetzt kam auch Herr Scheurl , von dem Diener benachrichtigt , mit zahlreicher Begleitung und einer Sänfte für seine Gemahlin . Als sie im Hause angekommen und er eine Erklärung von ihr forderte , konnte sie ihm keine andere geben , als daß gegen Abend ein Knabe zu ihr gekommen , den ihre ehemalige Amme , die jene Hütte mit einer ihr verwandten Holzhauerfamilie theile , schon oft als Boten zu ihr geschickt , um ihr zu sagen , daß die kranke Amme nicht ersterben könne , wenn sie nicht noch einmal sie gesehen . Sie sei darum mit dem Diener dahin gegangen , indeß ihr Gemahl nicht dagewesen . Die Amme war noch am Leben , aber nicht bei Bewußtsein , in der Hütte Niemand zu Hause als die alte Frau . Vergeblich habe sie lange gewartet , ob der Amme nicht ein lichter Augenblick komme , und dann sei sie endlich gegangen , da sie die Nacht gefürchtet . Der Ritter , der sich zu ihr gedrängt , habe das Visir geschlossen gehabt , sie könne nicht wissen , wer es gewesen . Daß sie in ihm Eberhard von Streitberg erkannt , verschwieg sie ebenso , wie sie den Vorfall auf der Hallerwiese verschwiegen , und bat ihren Gemahl um ihres Rufes willen die Geschichte nicht erst vor den Rath zu bringen und zu einer Untersuchung , die