s nicht fehlen . Ich weiß zwar nicht , warum Ihr so viel ausfraget ... « » O du bist ein Schelm , aber du gefällst mir , « sagte Johannes . Barfüßele zuckte zusammen , so daß die Kuh vor ihr zurückwich und sie fast den Melkkübel verschüttete . » Und du sollst auch ein gutes Trinkgeld haben , « setzte Johannes hinzu und ließ einen Thaler , den er schon in der Hand gehabt , wieder in die Tasche fallen . » Ich will Euch noch ' was sagen , « begann Barfüßele nochmals , als sie sich zu einer andern Kuh begab . » Der Heiligenpfleger ist ein Feind von meinem Meister , daß Ihr das ja wisset , wenn er sich an Euch anklammern will . « » Ja , ja , ich seh ' schon , mit dir kann man reden ; aber du hast ja ein geschwollenes Gesicht , den Kopf verbinden , das hilft dir Nichts , wenn du so barfuß gehst . « » Ich bin ' s so gewohnt , « sagte Barfüßele , » aber ich will Euch folgen . Ich danke . « Man hörte oben Schritte nahen . » Wir reden schon noch mehr mit einander , « schloß der Bursche und ging davon . » Ich danke dir , dicker Backen ! « sagte Barfüßele hinter ihm drein und streichelte die geschwollene Wange , » du bist gescheit gewesen ; durch dich kann ich ja mit ihm reden , wie wenn ich nicht da wäre , unter der Larve wie der Fastnachtshansel . Juchhe ! das ist lustig . « Wunderbar war ' s , wie diese innere Freudigkeit ihr körperliches Fiebern fast auflöste ; nur müde war sie , unsäglich müde und es war ihr lieb und that ihr wehe zugleich als sie den Oberknecht das Bernerwägelein schmieren sah und hörte , daß der Meister jetzt gleich mit dem Fremden über Land fahren wolle . Sie eilte in die Küche und da hörte sie , wie in der Stube der Bauer zu Johannes sagte : » Wenn du reiten willst , Johannes , das wäre ganz geschickt ; da könntest du zu mir auf ' s Bernerwägelein sitzen , Rosel , und du Johannes reitest nebenher . « » Da fährt die Bäuerin aber auch mit , « setzte Johannes nach einer Pause hinzu . » Ich hab ein Kind an der Brust , ich kann nicht weg , « sagte die Bäuerin . » Und ich mag auch nicht so am Werktag im Land herumfahren , « ergänzte Rosel . » Oh was ! Wenn so ein Vetter da ist , darfst du schon einen freien Tag machen , « drängte der Bauer , denn er wollte , daß Johannes alsbald mit der Rosel beim Furchenbauer ankomme , damit sich dieser keine Hoffnung mache für eine seiner Töchter ; zugleich wußte er auch , daß so eine kleine Ausfahrt über Land ihr Gutes habe und die Leute rascher zusammenbringe als achttägiger Besuch im Hause . Johannes schwieg und der Bauer in seinem innern Drängen stieß ihn an und sagte halblaut : » Red ' ihr doch zu ; es kann sein , sie folgt dir eher und geht mit . « » Ich mein ' , « sagte Johannes laut , » deine Schwester hat Recht , daß sie nicht so mitten in der Woche im Land herumfahren will . Ich spann meinen Schimmel zu deinem , dann können wir auch sehen wie sie mit einander gehen und zum Nachtessen sind wir wieder da , wenn nicht schon früher . « Barfüßele , die das Alles hörte , biß sich auf die Lippen und konnte sich fast gar nicht halten vor Lachen über die Rede des Johannes , » ja , dachte sie vor sich hin . Den habt ihr noch nicht am Halfter , geschweige denn am Zaum , der läßt sich nicht gleich in der Welt herumführen wie versprochen , daß er nicht mehr zurückkann . « Sie mußte ihr Tuch von dem Gesichte abthun , so heiß wurde es ihr vor Freude . Das war nun ein seltsamer Tag heute im Hause und Rosel erzählte halb ärgerlich , was für wunderliche Fragen der Johannes an sie gestellt habe , und Barfüßele jubele innerlich , denn alles Das was er wissen wollte und wovon sie sich recht gut abnehmen konnte , warum er es fragte , alles Das war ja in ihr erfüllt . Aber was nützt das ? Er kennt dich nicht , und wenn er dich auch kennt , du bist ein armes Waisenkind und in Dienst , da kann nimmer was draus werden . Er kennt dich nicht und wird dich nicht fragen . Am Abend als die beiden Männer zurückkehrten , hatte Barfüßele schon das Tuch um die Stirne abnehmen können , nur das um Kinn und Schläfe gebundene mußte sie noch behalten und breit vorziehen . Johannes schien jetzt weder Wort noch Blick für sie zu haben . Dagegen war sein Hund bei ihr in der Küche und sie gab ihm zu fressen und streichelte ihn und redete auf ihn hinein : » Ja ! Wenn du ihm nur Alles sagen könntest , du würdest ihm gewiß Alles treu berichten ! « Der Hund legte seinen Kopf in den Schooß Barfüßele ' s und schaute sie mit verständnißreichen Augen an , dann schüttelte er den Kopf , wie wenn er sagen wollte : es ist hart , ich kann leider Gottes nicht reden . Jetzt ging Barfüßele hinein in die Kammer und sang die Kinder , die schon lange schliefen , noch einmal ein mit allerlei Liedern ; aber den Walzer , den sie einst mit Johannes getanzt , sang sie am meisten . Johannes horchte wie verwirrt darauf hin und schien abwesend in seinen Reden . Rosel ging in die Kammer und hieß Barfüßele schweigen . Noch spät in der Nacht , als Barfüßele eben für die