, wie sie toben - - - - ah , da ist Arnim . Nun was bringen Sie ? Wenig Tröstliches , Majestät , doch glaube ich auch jetzt noch , daß eine Vermittelung immer noch möglich ist , Majestät erlauben , einen Vorschlag zu machen ? - - - Lassen Sie hören , lieber Graf . - Ich habe hier in der Geschwindigkeit eine Fahne fertigen lassen . - Der Graf entrollte ein großes Stück Leinwand , worauf mit fußgroßen Buchstaben die Worte standen : » Ein Mißverständniß ! Der König will das Beste . « - - Versuchen Sie es , Graf ; aber eilen Sie . Gebe der Himmel , daß Ihre Hoffnung erfüllt wird . Der Graf eilte fort , um seinen Vorschlag auszuführen . Der König trat abermals ans Fenster . - - - - Die Fahne erschien bald auf dem Platze . Zwischen zwei hohen Stangen befestigt , so daß die Worte deutlich zu lesen waren , bewegte sie sich nach der Königsstraße . Jetzt stand sie , die Menge umringte sie - - Der König hielt den Athem an - - - Ah , die Ruchlosen - rief er erbleichend , als er die Fahne schwanken , fallen und mit Füßen treten sah . - Wohlan , es war das letzte Mittel . Das Aeußerste ist versucht worden . - Sie wollen es nicht Anders . - General Prittwitz ! - Majestät ! - Thun Sie Ihre Pflicht , General - - und melden Sie mir , wann die Ruhe hergestellt ist . Mit diesen Worten reichte der König der Königin den Arm und begab sich nach seinem Cabinet . Die Zurückbleibenden sahen ihm schweigend nach . Unschlüssig , was er thun solle , trat auch der Prinz A. ans Fenster und verfolgte die Bewegung , welche sich jetzt unter dem Militair kundgab . Am Eingange der Breiten-Straße wurden zwei Kanonen aufgefahren . Da erzitterten plötzlich die Fenster von dem dumpfen Donner des schweren Geschützes . Unwillkürlich trat der Prinz einen Schritt vom Fenster zurück und faßte nach seinem Degen . - Einige Sekunden später fand er sich auf der Straße , ohne zu wissen , wie er herabgekommen . Von einer unerklärlichen Ahnung getrieben , eilte er nach Alicens Wohnung . XII Als Alice ihre Wohnung wieder verlassen hatte , waren Lydia und Salvador zu ihrem früheren Schweigen zurückgekehrt . Lydia wandte von Zeit zu Zeit , wenn ein fernes Getöse von Waffen zu ihr herüberdrang oder der dumpfe Knall eines Kanonenschusses die Scheiben erdröhnen machte , ihren Blick mit geheimem Schauder auf die Straße hinab . Aber noch war diese Gegend vom Gewühl des Kampfes völlig unberührt geblieben . Die Läden waren geschlossen ; an den Hausthüren standen eifrig sich unterhaltende oder mit ängstlicher Neugier die Straße hinabschauende Gruppen . Nur zuweilen lief ein einzelner Mensch eilig das Trottoir hinab , ohne den Gaffern an der Hausthüre , die ihn mit Fragen bestürmten , Rede zu stehen . Salvador hatte seinen alten Sitz zu den Füßen Lydia ' s wieder eingenommen und schien nicht die geringste Theilnahme für die Ereignisse draußen zu empfinden . Mehr spielend als in ernster Absicht , zog er seinen Dolch hervor , prüfte Schneide und Spitze und versuchte , da er etwas angelaufen war , ihm durch Schleifen auf dem hölzernen Fenstertritt , worauf Lydia ' s Stuhl stand , seinen früheren Glanz zurückzugeben . Das Getöse kam näher , die Schüsse donnerten stärker , die Zwischenräume zwischen den einzelnen Salven wurden kürzer . Häufiger eilten jetzt die Menschen die Straßen hinab ; bald zeigten sich kleinere , bald größere Trupps von Arbeitern , welche theils mit Flinten und Säbel , theils mit großen Eisenstangen , Aexten , Hacken und sonstigen Werkzeugen bewaffnet waren . - Während ein Theil die nächste Straßenecke verbarrikadirte , rissen Andere das Pflaster auf und sammelten die Steine zu einzelnen Haufen . - Die Barrikade war fertig - - man begann jetzt die Häuser zu befestigen . Mit ängstlichem Staunen blickte Lydia auf das Treiben nieder . Plötzlich wurde sie durch ein bescheidenes Klopfen an der Thüre aufgeschreckt . - Was thun wir , Salvador ? - fragte sie bebend den Knaben . - Wenn ' s Anna wäre ? - Die Tia hat gesagt , daß wir nicht öffnen sollen - erwiederte er , ruhig in seinem Schleifen fortfahrend . Das Klopfen wurde stärker . - Salvador hörte auf zu schleifen und faßte den Dolch fester . - Aufgemacht - donnerte man jetzt draußen . - Sie werden die Thüre einschlagen - Geh , öffne Salvador . - - Die Tia hat gesagt , wir sollen Niemandem öffnen - wiederholte er . - Dann werde ich selbst öffnen - - Lydia ging nach der Thüre . Mit bebender Hand zog sie den Riegel zurück , doch schon bereute sie ihre That , als sie einen Haufen wild aussehender bewaffneter Männer erblickte . Erschreckt trat sie einen Schritt zurück . Da erblickte sie Anna unter ihnen . - O , fürchten Sie nichts , Fräulein - sagte diese . - Sie wollen Ihnen nichts zu Leide thun - - sie wünschen nur Waffen von Ihnen . - Du weißt ja Anna , daß hier nur zwei Frauen wohnen . Wir haben keine Waffen . - Ich habe doch eine Waffe - sagte Salvador hervortretend , und seinen Dolch zeigend - aber die werde ich behalten . Ein tüchtiger Junge - sage lächelnd der Anführer der Arbeiter . - Sie werden die Thüre nicht wieder verschließen ? - fuhr er zu Lydia gewendet in halb fragendem halb befehlendem Tone fort - und uns die Zimmer nach der Straße überlassen ? - - Mein Gott , was wird aber Alice sagen ? - bemerkte Lydia zu Salvador gewendet . - Alice ! - sagte der Arbeiter - wohnt Alice hier ? - Ja , sie ist meine Freundin - erwiederte Lydia - erstaunt über des Arbeiters Frage . - Hierher - Cameraden -