Politik , Ministerium , Egon ' s glänzenden Talenten , Paulinen von Harder , vom » Jahrhundert « , Allem durcheinander . Charakteristisch war , daß er bemerkte , man nenne das Ministerium Egon schon das Blousen-Ministerium und erwarte , daß er seine vier bis fünf Inséparables zu Ministern mache . Die gestern angegebene Liste des » Jahrhunderts « hätte sich schon zerschlagen und man wette noch , daß der Kunsttischler Louis Armand , der ohnehin Heimatsrechte haben solle , das Portefeuille der öffentlichen Arbeiten erhalte . Während Helene in seiner Gegenwart leichte Toilette machte und über alle diese Äußerungen des vorsichtig lauschenden Asklepiaden schmerzlich lächelte , sagte er : Apropos , was haben Sie denn mit der Trompetta ? Ist sie Ihnen bös ? Möglich ! sagte Helene . Ich habe alle Menschen vernachlässigt . Sie gehört wol zu Denen , die Dergleichen nicht verzeihen . Gestern , als sie in einer Gesellschaft vom Ministerium Hohenberg reden hörte , fuhr sie entrüstet auf und sagte : Wenn sich der Hof so mit der Demokratie und Immoralität verbündet , brech ' ich mit ihm . Ich widme mein Album der deutschen Flotte . Welches Album ? fragte Helene , die vielleicht schon oft vom Gethsemane gehört , aber für nichts Sinn hatte , was nicht mit dem geliebten Egon zusammenhing . Drommeldey erklärte ihr diese Sammlung und schloß damit , daß die Trompetta sich nun aus Opposition gegen die ihr und dem Reubunde bewiesene Feindseligkeit des Hofes entschlossen hätte , das Gethsemane zum Besten eines Schiffes der deutschen Flotte zu verloosen und demselben Zwecke so viel fernere Betriebsamkeit zu widmen , daß sie ganz für sich allein ein Fahrzeug vom Stapel laufen zu lassen sich entschlossen hätte . Sie studire jetzt Marine und würde sich nächstens entscheiden , ob sie die fernere Aufgabe ihres Lebens in der Begründung eines Kanonenbootes oder eines Kutters oder einer einfachen schwimmenden Batterie finden solle . Mit diesen absichtlichen Scherzen geleitete Sanitätsrath Drommeldey Helenen an den Wagen und gab dem Kutscher eine genaue Anweisung des Weges , welchen er eine Stunde lang im Park oder sonst vor den Thoren einschlagen sollte . Helene war , als sie mit schwankenden Schritten durch ihre Zimmer ging , an der Treppe einem alten gebückten Manne begegnet , der , eine schwarze Binde um die Augen , an der Wand stehen blieb und sie in ihren Gewändern vorüber rauschen ließ . Als einer der Bedienten vom Wagenschlage zurückkehrte , fragte der Alte , der sich an einer Fußbürste sorgfältig die Stiefeln reinigte , ob er den Professor Rafflard sprechen könne . Er ist im Augenblick nicht da . Ich hab ' ihn in seiner Wohnung gesucht und möchte ihn hier erwarten . Der Bediente besann sich , daß Dies jener Fremde , Namens Murray , war , mit dem der vertraute Rathgeber sich vorgestern so lange unterhalten hatte und den er beauftragt war , mit Vorsicht zu behandeln . Professor Rafflard , sagte er , kann jeden Augenblick wieder kommen . Setzen Sie sich , wenn Sie ihn erwarten wollen . Eine Weile hatte Murray , still in sich versunken , auf einen Stuhl im Vorzimmer sich niedergelassen , als es draußen klingelte und der nebenan in die Bedientenstube gegangene Diener öffnete . Die Gräfin zu sprechen ? Sie ist in diesem Augenblick ausgefahren . Wohin ? In den Park , um sich zu erholen . Der Arzt brachte sie selbst in den Wagen . In den Park ! wiederholte der Sprecher , der sich , als er einige Schritte vorwärts that , als Heinrichson erwies . Er war in weißen Glaçehandschuhen und einem kalksteinfarbigen , gelbweißen , leichten Paletot über seinem Frack . Halb unter der Thür stehend , konnte er Murray nicht sehen . Als er sich besann , ob er nicht der Gräfin im Park sollte zu begegnen suchen , stand plötzlich Murray vor ihm . Herr ! rief Heinrichson erschreckend , hier schon wieder jenen unheimlichen Mahner an eine alte verdrießliche Geschichte zu finden . Was wollen Sie ? Sie ist nun todt . Wer ist todt ? Ophelia ! Ich sah das Stück in London . Sie war toll . Aber in den Bach sprang sie nicht . Sie fiel von ungefähr aus dem Fenster . Sie hätten es sehen sollen , Bester . Jesabel starb so . Es hätte ein Bild gegeben . Heinrichson machte es heute so wie vorgestern . Er ließ Murray reden und entzog sich einer weiteren Erörterung durch die Flucht . Dieser geistreiche Künstler gehörte zu den Menschen , die , wenn man ihnen eine Beleidigung sagt , behaupten , daß sie taub sind . Er war verschwunden wie gekommen . Murray setzte sich ächzend . Er hatte die Worte in gewaltiger Aufregung gesprochen und sich doch beherrschen müssen . Der Bediente sah ihn staunend an . Kennen Sie den Herrn ? fragte er . Der große Künstler Heinrichson ! sagte Murray . Wer ist denn aus dem Fenster gesprungen ? Eine Gliederpuppe , die er malen wollte , sagte Murray seufzend . Habt doch schon so ein Ding bei den Malern gesehen ? Freilich . Ich trage ja oft Billets zu dem Herrn . Da sitzt immer eine große Puppe mit Kleidern behängt . Daran studirt er ... Den Faltenwurf , mein Sohn ! Eine solche Puppe hatte er einmal vor Jahren . Sie war schön ! Augen im Kopf wie lebendig und Gliedmaßen , schlank , wie ein englischer Renner . Die Puppe hat ihm mit einem male nicht mehr gefallen . Da wurde sie erst traurig , dann wild und zuletzt toll . Sie tanzte so lange , bis sie sich im Wirbel drehte , an ein Fenster kam und husch ! im Grase lag sie mit ihren schönen gelenken Gliedern ! Morgen früh begrab ' ich das arme Ding . Der Bediente schüttelte den Kopf und deutete für sich nach der Stirn , als wollte er sagen , bei Dem ist es wol nicht richtig