' wohl , lieb ' s Annerl , ham S ' Dank für jede Freundlichkeit , die S ' mir erwies ' n hab ' n. Sie zog das Mädchen an sich uud küßte es herzlich . , ,Viel Glück - uud wenn S ' amal Zeit ham , schreiben Se an mi von Dresden aus . B ' hüt ' Ihwn Gott ! Aenne staud plötzlich am Ausgauge des Schloßgarteus allein in der Duukelheit . Die Thränen rauueu ihr über das Gesicht , sie sühlte sich zum Sterben unglücklich . Sie hatte nicht die Spur vou Mut in diesem Augeublick , und wenn jetzt die Mutter ihr an der Schwelle des Hauses eutgegeutreteu würde und sagten , , Bleib ' doch bei mir , Kiud , was willst du deuu draußen ? Die Welt ist öde und weit , uud wir habeu dich lieb , sie würde mit eiuem Aus . schrei der Erlösung an ihre Brust sinken uud rufen , ,Ia ! ja ! ich bleibe , ich habe Augst vor dem uubekauuten Leben ! Laugsam ging sie aus dem Wege hiu , dann beschleuuigte sie plötzlich ihre Schrate - hinter ihr erklang Gelächter , Säbel . klirren , Sprechen , es schieu ein ganzer Trupp Ossiziere zu sein , die von dem Hochzeitsdiuer kameu . Sie schritt rascher vorwärts , . kouute es aber nicht verhiuderu , daß ein Teil des Gespräches in ihre Ohren drang . , ,Was soll man nuu um Gotteswilleu ausaugen den langen Abend in diesem Wurstueste ? fragte einer . , ,Wenu wenigftens Theater wäre , meinte ein auderer . , ,Ia , Donnerwetter , uäfelte eine hohe Stimme , , , ladeu wir doch die Dameu ein , die Hochleitner und die kleine Friedrich . , ,Dauu schlage ich vor , Selden , daß du dem Fräulein Hoch . leitner die Einladung überbringst . , ,Warnm denn ? , ,Weil du trotz deiner engen Lackstiefel die Treppe verdammt geschwind wieder herunterkommen würdeft - die verfteht keinen Spaß ! , ,Na , denn uicht , dauu einen Skat - , ,Uud ein Glas Puusch - , ,Trinken wir auf das Wohl der schönen jungen Frau ! , , Boshafter Meusch ! , ,Nee , dieser Kerkow ! begauu ein auderer , , , ' s ist reiu un . begreiflich - der Kerl muß vor lauter Laugerweile auf diefe Kateridee gekommen sein . Uebrigeus , wer war das hübsche Mäd . chen ^ te chu tn ^ Elend hineingefungen hat ? , ,Das ist die Tochter vom Leibarzt . Hübsch , was ? , ,Aber keiueu Dreier , kam es gelaffeu von den Lippen eiues auderu , , , fouft hätte der Kerkow heute nicht die Geschmacklose . keit verbrocheu ! Ich weiß ja uicht , ob ' s wahr ist , man sagt aber - - Das audere verhallte uudeutlich , deuu Aeuue eilte , vom Weg abbiegeud , wie gejagt durch den aefeu Schuee des Platzes zu ihrer väterlicheu Wohuung hiuüber . Au der Treppe , die zur ^ Hausthür emporführte , blieb sie aef atmeud ftehen , den Kopf ftolz in den Nacken gebogeu , uud in den Augen fuukelteu zornig ein paar Thränen . Es war die höchfte Zeit , daß ske hinaasging aas Breitenfels , am .fich felbft wiederzafinden in heißer , treaer . Arbeit , in begeiftertem Streben Sie wollte beweisen daß eiu Mädcheu , auch ohne einen Dreier zu besitzen noch etwas gelteu kann in der Welt . - In diesem Augeublick wollte sie eiue Patti werdeu ! Sie trat in den Hausflur ^ Taute Emilie schieu gewartet zu habeu , sie machte ein Zeichen , daß Aeuue keife reden folle , und flüfterte ihr zu , , Sprich nicht mehr heute abeud mit der Mutter , fie hat sich zu Bette gelegt uud triukt Baldriauthee , uud Vater ift ebeu zur Herzogiu gerufen , es soll ihr nicht gut geheu . , ,Uud die Brüder ? , ,Siud noch nicht daheim , Kind , wollt ' auch , sie kämen noch nicht , denn , fiehft dn , da hat ' s auch gestern was gegeben . Sie waren flüfternd in die Eßftube getreten , wo der Tisch [ 155 ] gedeckt stand mit ein paar einfachen kalten Schüsseln . Tante Emilie kam dem Mädchen ganz nahe . „ Der Große “ – das war der Lieutenant – „ hat Schulden ! “ wisperte sie . Aenne erschrak : und sie war auch noch gekommen mit ihren Forderungen ! „ Ich habe sonst immer ausgeholfen , “ flüsterte die alte , treue Seele weiter , „ aber diesmal ging ’ s doch nicht ; ich wußte ja bestimmt , daß du von hier fort wolltest , und hatte mir gleich vorgenommen - da gehst du mit , da hilfst du ihr , wenn sie dich auch gar nicht mehr lieb hat und gar nichts mehr von dir wissen wollte in der letzten Zeit ! “ Sie konnte nicht weiter sprechen , denn des Mädchens Mund preßte sich feft auf ihre Lippen - eine wortlose Bitte um Verzeihung . [ 166 ] In dem Salon der Frau von Gruber gab es nach Beendigung der Hochzeitsfeier eine Scene . Die alte Dame war von Hedwigs Eröffnung , bei dem Oberförster da drunten , unter ihren , der Frau von Gruber , Augen und in allernächster Nähe des Bruders , als Hausfräulein einzutreten , aufs höchste erbittert . „ Auf keinen Fall gebe ich das zu , “ sagte sie , nachdem sie einige sanfte , ihrer Würde entsprechende Vorstellungen gemacht hatte , und trat mit dem Fuße auf , da sie wohl einsah , daß sie mit Güte nicht durchdrang . „ Aber , Tante , ich bin doch mein eigner Herr , “ antwortete Hedwig von Kerkow , nunmehr auch erbittert . „ Spiele du diesen eignen Herrn , wo du willst , hier aber nicht , ich verbitte es mir ! “ rief die