. Wenn wir einen großen Ring bilden - ist der gemeinsame Geist desselben zweifellos größer als der Geist der einzelnen Teile . Darum müssen wir alle darauf hinwirken , daß wir uns zusammenfinden . Wir kämen zusammen weiter . Dann wird es uns schließlich vielleicht auch mal möglich , uns dem ganzen großen Sonnensystem unterzuordnen - vielleicht sterben wir mal in ihm - in dem ganzen großen System , in dem alle Planeten , Kometen und Meteorgeister leben . Lieber Biba ! Denk an das Sterben des Asteroïdenrings . Es muß sehr qualvoll sein - aber doch eine ungeheure Seligkeit . Es ist ja das Sterben nur ein Sichauflösen in dem Größeren . Oh - das sage nur Allen - auch den lustigen Quikkoïanern . Der sich selber Quälende kommt immer weiter . Lebe wohl ! « Biba lag ganz still auf seiner Pilzwiese . Das blaugrünliche Licht verschwand wieder . Biba verbreitete das , was ihm Lesa gesagt . Und es machte auf Alle einen großen Eindruck - besonders der letzte Satz von dem sich selber Quälenden . Es starben mehr Pallasianer in der bekannten Art als bisher . Bombimba wollte sich wie Lesa im Kopfsystem des Pallas auflösen , es gelang ihm aber nicht . Er stürzte zurück - und drei weitere Versuche mißlangen auch . Da klagte er über furchtbare Schmerzen . Und da nahm ihn Labu auf . Bombimbas Schmerzen wurden viel besprochen , sonst hatten die Pallasianer vor der Auflösung noch niemals über Schmerzen geklagt . Jedenfalls unternahm es Niemand wieder , wie Lesa ins Kopfsystem zu springen ; die Lehre von der Bedeutung der Schmerzen fand unter den Pallasianern keine Anhänger - selbst Biba meinte , daß diese Lehre mit Lesas neuem Zustande zusammenhängen müsse - in dem er von andern Sternen viele Dinge erfahre , die für den Pallasianer nicht so ohne weiteres verwertet werden könnten . Lesa jedoch empfand immer deutlicher die Wichtigkeit der Schmerzen . Er bemerkte auch , daß auf vielen Sternen besondere unbequeme Einrichtungen aufrecht erhalten wurden , die nur dazu dienen sollten , den Lebewesen eine Lektion über die Bedeutung des Qualvollen zu geben . Lesa hörte dabei mal neben sich ganz deutlich eine dröhnende Stimme , die da sagte : » Empfindungen lassen sich doch nicht steigern , wenn man das Schmerzhafte peinlich vermeidet . Eine Steigerung der Empfindungen muß doch das Schmerzhafte mindestens streifen . Schmerz ist doch nur eine zu heftige Empfindung . « Lesa wußte nicht , wer ihm das sagte - aber er behielt die Worte und wollte sie den Pallasianern mitteilen , merkte aber , daß sie die Geschichte vorläufig noch nicht verstehen konnten ; ihr Leben floß immer noch allzu ruhig dahin . Die Quikkoïaner wunderten sich sehr , daß die Bewohner des Pallasrumpfes nach Herstellung ihres Turms garnicht mehr an neue Unternehmungen dachten . Und so kam man bald wieder auf künstlerische Pläne . Der kleine Nax suchte Dex , Sofanti und Nuse anzufeuern - auch wollte er den alten Labu aufrütteln . Aber die Vier sagten nach einiger Zeit , daß sie vorläufig von allen künstlerischen Arbeiten absehen möchten , da die Pallasianer viel zuviel mit der Beobachtung der andern Sterne beschäftigt seien . » Daran haben « , sagte der Sofanti lachend , » die Quikkoïaner Schuld . Hätten die uns nicht auf der Außenseite des Rumpfes und am Turm so viele Sternwarten hergestellt - so wärs anders . « Die Sternwarten kamen erst ordentlich zur Geltung , als mehrere sehr große Kometen am Pallas vorüberrasten - der Sonne zu . Man sah , daß jeder Kometenkopf aus ganz anderen Stoffen bestand . Der eine Komet hatte sogar weit vorragende Terrassen , die wie Flügel wirkten . Und Biba wollte auf eine dieser Terrassen hinaufgeschnellt werden . Der Komet raste aber zu schnell dahin , sodaß die Sprungseiltuchvorrichtung zu spät fertig wurde . Die Folge davon war , daß man jetzt überall große Sprungseil- und Sprungtuchvorrichtungen anbrachte , die zunächst zum bequemen Hinüberkommen auf den Quikko dienten . Auf dem Quikko ließen sich die größten Fernrohre durch Hautaufblasen herstellen . Größere Hautstücke ließen sich da nicht loslösen , sodaß auf dem Pallas nur Fernrohre mit kleinen Hautstücken hergestellt wurden , die künstlich aufgeblasen wurden , während sie sich auf dem Quikko ganz natürlich bildeten . Hier sah nun der Biba nicht nur die Sonne viel größer als bisher ; er sah auch die unzähligen Asteroïden und bemerkte , daß kaum einer dem andern ähnte . Diese ganz verschiedenartigen Lebewesen zusammenzubringen , erschien darum dem Biba als sehr schwer zu lösende Aufgabe . Auf dem Quikko gelang es auch , die Meteore zu beobachten . Und da sah man , daß auch sie astrale Lebewesen waren . Und damit das den Pallasianern ganz deutlich wurde , geschah wieder etwas noch nicht Dagewesenes : zwei Meteorgeister kamen dem Pallas ganz nahe und - umkreisten den Pallasturm in großen Ellipsenbahnen - wie kleine Monde . Man beschloß , zu den Meteorgeistern hinüberzufliegen . Dex und Nuse ließen sich hinüberschnellen . Sie kamen bis auf eintausend Meter an die Meteore heran - kamen dann aber nicht weiter ; sie bemerkten , daß die Meteorgeister von einer ganz besonderen , sehr frisch wirkenden Atmosphäre umgeben waren , die zurückdrängend wirkte . Die Meteore hatten viele lange zappelnde Gliedmaßen , die in allen Farben schimmerten . Auf den Körpern , die kaum hundert Meter lang waren , ließen sich kleine Lebewesen nicht entdecken . Die Teleskope auf dem Quikko zeigten dies ganz deutlich . Der Kopf der Lebewesen ließ sich aber auch nicht entdecken . Eine Verständigung mit diesen astralen Riesen war ganz unmöglich , obschon man sich auf dem Quikko und Pallas die größte Mühe gab , die Aufmerksamkeit der Meteorgeister zu erregen . Trotzdem umkreisten diese den Turm und das Kopfsystem des Pallas mit dem größten Eifer , als fänden sie es sehr interessant . Lange Zeit hindurch ließ man diese kleinen Monde nicht aus den Augen . Die Beweglichkeit der Gliedmaßen