der östliche Teil des Kessels ein förmliches Pflanzendickicht bildet , während der westliche , größere Teil viel weniger bewachsen ist . Man scheint dort sogar zuweilen Holz niedergehauen zu haben , um Feuer zu machen . « » Das tut man stets , wenn man zur Beratung hier versammelt ist . « » Zur Beratung ? Doch auch zur Jagd oder zu einem sonstigen Zwecke ? « » Nein . Dieser Ort ist jedem roten Manne heilig . Er ist nur für große , wichtige Beratungen bestimmt , die zwischen verschiedenen Nationen abgehalten werden . Nie wird man hier über unwichtige Dinge beraten ! Und nie wird ein roter Mann diesen Ort betreten , ohne daß es eine große Zusammenkunft zweier oder mehrerer Nationen gilt ! « » Ah ! - Wirklich ? « » Ja , « versicherte er . » Ich weiß das ganz genau ! Und selbst bei großen Beratungen , wo viele , viele Krieger sich hier versammeln , wird es keiner von ihnen wagen , den östlichen Teil dieses Platzes zu betreten . « » Warum ? « » Man sagt , da wohne der böse Geist , der Teufel , nach dem man die Kanzel benennt . « » Höchst interessant , höchst sonderbar und höchst unklar ! Was man sich von diesen beiden Kanzeln erzählt , ist jedenfalls viele hundert Jahre alt . Da läßt sich wohl denken , wie sehr man die Wahrheit verwischte . Glaubt Ihr daran ? « » Ich glaube an den Kern dieser Wahrheit . « » Kennt Ihr ihn , diesen Kern ? « » Nein . Ich hoffe aber , ihn von Tatellah-Satah zu erfahren . « » Es fragt sich , ob er selbst ihn kennt . Wenn er ihm bekannt wäre , hätte er , als er hier von dieser Kanzel sprach , sich anders ausgedrückt . Er hätte nicht Kanzel und Ohr als denselben Punkt bezeichnet . Glaubt auch Ihr , daß dort im östlichen Teile des Platzes sich der böse Geist aufhält , der Teufel ? « » Ich achte den Brauch meiner Väter , ohne zu fragen , ob er sich auf Wahrheit gründet oder nicht . « » So werdet Ihr es also vermeiden , den heiligen Ort da unten zu betreten ? « » Wird Mr. Burton hinuntergehen ? « » Ja , ich gehe . « » Mrs. Burton vielleicht auch ? « » Ja , ganz bestimmt auch sie . « » So gehe ich sehr gern mit , wenn Beide es wünschen . Ich war vier Jahre lang bei den Bleichgesichtern und habe bei ihnen gelernt , die Seele eines Dinges vom Dinge selbst zu unterscheiden . Die Seele ist mir heilig ; ihr sichtbares Kleid aber verehre ich nicht . Doch ich achte es und würde es nur dann verletzen oder gar zerreißen , wenn ich Grund hätte , es für bös , also für schädlich zu halten . « Wie dieser junge Indianer sprach ! Wäre er mir nicht schon so sehr sympathisch gewesen , so wäre er es mir nun jetzt geworden . Jetzt fragte Pappermann , der sich bisher still verhalten hatte : » Ich höre , Ihr wollt da hinunter ? « » Natürlich ! Die Devils pulpit ist doch unser Ziel ! « antwortete ich . » Wann ? « » Sofort ! « » So müssen wir satteln . « » Ist nicht nötig . Wir laufen . « » Oho ! « rief er verwundert aus . » Glaubt Ihr , daß Maksch Pappermann läuft , wenn er ein Pferd oder ein Maultier am Zügel hat ? « » Das glaube ich freilich nicht . Aber es hat Euch auch niemand zugemutet , zu laufen . Ihr bleibt nämlich hier . « » Ich - - ? Bleibe - - ? Hier - - - ? « fragte er erstaunt . » Ja . « » Bin ich etwa nicht wert , mitgenommen zu werden ? « » Redet keinen Unsinn ! Ich brauche Euch hier oben notwendiger als da unten . Wir wissen , daß die Feinde kommen . Ja , wir wurden extra gewarnt . Aber leider wissen wir keine bestimmte Zeit . Jeder Augenblick kann sie uns bringen . Sie können sich grad dann einstellen , wenn wir da unten sind und sie nicht kommen sehen . Grad darum beabsichtige ich ja , zu laufen , nicht zu reiten . Pferde machen deutlichere Spuren als Menschen . Und es könnte sich ereignen , daß wir wohl ganz glücklich entkommen könnten , uns aber , um dann auch sie zu retten , bloßstellen und in Gefahr begeben müßten - - - « » Ah ! Errate , errate ! « unterbrach er mich . » Nun , was erratet Ihr ? « » Daß ich hier oben bleiben soll , um Wache zu halten , um aufzupassen ? « » Allerdings ! « » So ist das etwas Anderes ! Ich tue es gern und bitte , mich zu unterweisen . « » Das ist sehr schnell geschehen . Wir wissen , daß die Sioux und die Utahs kommen werden . Die Ersteren sind von Norden , die Letzteren von Westen her zu erwarten . Für beide Fälle liegt der Talkessel so , daß sie nicht von der Seite kommen können , von der wir gestern kamen , sondern von der entgegengesetzten . Und diese Seite liegt hier so deutlich und so ausführlich vor Euren Augen , daß Ihr die Roten schon lange , ehe sie kommen , bestimmt entdecken müßt . Da gebt Ihr uns ein Zeichen . « » Was für eins ? « » Einen langen , scharfen Pfiff . « » Etwa so ? « Er steckte den gekrümmten Zeigefinger in den Mund und ließ eine Probe hören . » Ja , das genügt . « » Schön ! Aber wie steht es mit dem Wege hinunter zur Kanzel ? Ihr seid