' schrieben hamm kunnt ? « » Warum it ? « antwortete Weiß . » Bals eahm o ' g ' schafft worn is ? « » Wer hätt ' eahm denn was o ' schaffen soll ' n ? Selbig ' smal hat do neamd was geg ' n mi g ' habt ? « » Du ko ' st scho lang ' schwarz sei und woaßt nix davo . Es gibt so Büacha , wo a jeder nei g ' schrieb ' n werd , dem ma ' r it traut . « » Dös san so G ' schichten , Flori . « » O mei , Schuller ! Dir geht scho a no amal a Liacht auf ! Was hab ' i dir denn g ' sagt , wia ma einag ' fahr ' n san ? Weil du allawei glaabt hoscht , du ko ' st um dei Recht streit ' n. Dös werst du g ' spannt hamm , wia de alle mitanand z ' samm ' spielen . Und da Held werd aa koan Ausnahm ' g ' macht hamm . Weil er net derfen hat . Dös is amal g ' wiß und wahr . « Der Schuller gab keine Antwort . Und der Bräundl zog grimmig an ; denn er hatte einen scharfen Hieb auf seinen breiten Rücken verspürt . Dreizehntes Kapitel Aber während sich jetzt in Erlbach das Unrecht ausbreitete wie die Kleeseide auf dem Felde , ging man anderwärts daran , Wucherblumen und Kletten und anderes Unkraut zu entfernen , damit das Recht ein freieres Wachstum haben sollte . Über Nacht war Nußbach ein Ort geworden , dem man Beachtung schenkte ; ein Ort , in welchem Ereignisse vorfielen , so bemerkenswert , daß alle Zeitungen darüber schrieben . Die einen ausführlich , die anderen sehr kurz . Aber kein Blatt überging sie völlig . Denn sie standen im Zeichen der hohen Politik . Waren Symptome beginnender Aufklärung oder Symptome der umsichgreifenden Zuchtlosigkeit . Je nachdem man sie betrachtete . Schüchel , Wimmer , Prantl . Wer kannte diese Namen ? Waren sie je in Gegenden gedrungen , wo keine Nußbacher Wegzeiger standen ? Kannte sie jemand außer den wenigen Menschen , welche zu Nußbach Kaisermehl kauften oder sich neue Absätze an die Stiefel schlagen ließen ? Und jetzt las man überall , daß sich eine politische Bewegung zeige unter der Leitung eines gewissen Wimmer und eines gewissen Prantl . Des Jakobos Prantl , welcher sich seines Ruhmes erfreute ; der auch bei kühler Witterung lange Stunden auf dem Marktplatze stand und die Augenbrauen so finster zusammenzog , als wolle er hier , just auf dem Flecke zwischen dem Sternbräu und dem Melber-Wimmerhause die neue Weltordnung aufrichten . Viele betrachteten ihn scheu und mit einem gewissen Grauen . Denn etwas Unheimliches haftet allen Menschen an , welche an den Grundfesten des Staates rütteln . In die Scheu mischte sich Ehrerbietung vor dem Manne , dessen Name in den Zeitungen stand und der solchergestalt über das bescheidene Maß eines Nußbacher Bürgers hinausragte . Und die Gestalt des grimmigen Schusters erinnerte die Nußbacher an den Lärm , mit dem die Welt angefüllt war , der nun auch in ihre stillen Behausungen drang . Der Vater trug ihn mit , wenn er vom Abendtrunke heimkam ; die Frauen brachten ihn aus den Läden , und wöchentlich dreimal hallte das bürgerliche Zimmer wider von Geschrei , wenn sich zwei Weltanschauungen im Wochenblatte und im Anzeiger gegenübertraten . Und das war seit der Vorbesprechung , welche die neuen Bauernbündler am 16. Dezember abhielten . Oder , um es genauer zu bestimmen , seit der Woche , welche diesem Ereignisse vorausging . Denn es wurde angekündigt und gepriesen , es wurde verlacht und verurteilt , schon vor es stattfand . Nie vorher hatte der Setzer des Herrn Adolf Schüchel so große Buchstaben in den Winkelhaken gesteckt als zu dieser Zeit . Es waren Buchstaben , welche der Bedeutung der Sache und den Worten des Jakob Prantl gerecht werden mußten . Buchstaben , welche sich fett und schwarz auf das Papier drängten und den Leser so ungestüm anschrien , daß ihm jeder Widerspruch in der Kehle hängen blieb . Sie waren von so gewaltigem Umfange , daß sie den Gegner erdrücken mußten , wenn er mit bescheidenen Lettern anmarschiert kam . Aber Hefele sah sich vor und führte den Kampf für das Christentum mit dicker Schwabacher Schrift . Und so konnte das Nußbacher Volk nicht mehr in beschaulicher Ruhe die Neuigkeiten der Woche überblicken . Es wurde gezwungen , seine Aufmerksamkeit von nichtigen Dingen abzuwenden , um zu erfahren , daß nun endlich die Morgenröte der Freiheit ihre bedenklichen Lichtstrahlen auf das dunkle Treiben des Zentrums werfe . Doch stand dies nicht mit Sicherheit fest , weil schon den andern Tag in den Nachrichten die Erwartung ausgesprochen wurde , daß jeder halbwegs gebildete Mensch sich durch die gemeinen Angriffe angeekelt fühle , welche nur schlecht verborgenen fanatischen Haß gegen die Kirche zum Untergrunde hätten . Auch dem Gefühl des Ekels durfte man sich nicht ungestört hingeben , denn die düstere Antwort des Wochenblattes sagte , daß der Schreiber jener Zeilen , welcher offenbar den Kreisen des Zentrums entsprungen sei , im alten Rom sicherlich als Volksfeind behandelt und vom tarpejischen Felsen hinuntergeworfen worden wäre . Wer mag es den Nußbachern verargen , daß sie ängstlich auf den Sturmwind horchten , der um ihre Häuser pfiff und an ihren Fenstern rüttelte ? Und dann kam der 16. Dezember . Ein winterlicher Sonntag von freundlichem Ansehen . Ein Sonntag wie so viele andere mit Messe , Hochamt und Predigt . Mit Frühschoppen im Gasthaus zur Post , gesottenen und abgebräunten Würsten , und Weißwein dazu . Mit einer gebratenen Gans zu Hause und einem Nachmittagsschläfchen . Aber von da ab veränderte sich der feiertägliche Lauf der Ereignisse . Der Spaziergang mit Weib und Kind unterblieb , der Tarock beim Unterbräu wurde nicht gespielt . Die friedliche Erholung war