offner Zustimmung . Der Prinz Karl blickte ernsthaft auf den Sprechenden . - Ich werde mit dem Könige reden - fuhr der Prinz A. fort , unbekümmert um den Eindruck , den seine Worte hervorbrachten - ich werde ihm die Stimmung des Volks schildern . - Nein - sagte Prinz Karl , ihn bei der Hand fassend - stören Sie ihn in diesem Augenblicke nicht , aber sprechen Sie mit der Königin . Der Prinz A. näherte sich der Königin und war eben im Begriff , sie anzureden , als der König sich erhob . Ein tiefes Schweigen trat ein , in welchem man deutlich von unten herauf die Worte : » Rache ! Rache ! « - » Waffen her ! « - vernahm . Graf A. - sagte der König . - Lassen Sie dem Volke die Proklamation verlesen , welche die Errichtung der Bürgerwehr verkündet . Ich will das Aeußerste versuchen , um diesem unseligen Zustande auf friedliche Weise ein Ende zu machen . Graf A. bemerkte , indem er sich entfernte , um den Befehl des Königs auszuführen , daß die Blicke der Minister Th. und B. sich begegneten . - Majestät - sagte der Letztere , auf den König zutretend - Sie kennen meine Ergebenheit und Anhänglichkeit . - Auf diese allein mich berufend , wage ich Ew . Majestät zu beschwören , nur jetzt kein Schwanken , keine Unentschiedenheit ! - - - Ich gebe ihm Recht - sagte halblaut theils zu sich selbst , theils zum Prinzen Karl gewendet , der Prinz von Preußen . Es waren seine ersten Worte . Der König , welcher mit auf den Rücken gelegten Händen , die Augen auf den Boden geheftet , mit kurzen , unsicheren Schritten hin und her ging , blieb einen Augenblick stehen und warf einen fragenden Blick auf seine Brüder . Aber er erwiederte nichts , sondern setzte seinen Weg wieder fort . - Man kann zweifelhaft sein - fuhr der Minister fort - nach welcher Seite hin die Entscheidung ausfallen müsse , um am schnellsten , sichersten und ohne viel Blutvergießen zum Ziele zu gelangen . Meiner Meinung nach ist in dieser Rücksicht kein wesentlicher Unterschied zwischen den beiden Wegen ; aber unerschütterlich fest steht meine Meinung , daß jeder in der Mitte liegende zum Unheil führt . Entweder , Majestät , gewähren Sie Alles oder verweigern Sie Alles ! - Und welchen Rath gebt Ihr mir ? - wandte der König sich an seine Brüder . - Gewähren Sie - sagte Prinz Karl . Der Prinz von Preußen schwieg . Der König blieb eine Weile vor ihm stehen , trat dann ans Fenster , und sah , wie von einem mit Brettern beladenen Leiterwagen herab die Proklamation verlesen wurde . Aber die Menge schien unbefriedigt , sei es durch den Inhalt oder durch die Unmöglichkeit , in dem Tumult das Verlesene zu verstehen . In diesem Augenblicke trat der General von Pr . ein . - Majestät - sagte er , zum Könige herantretend - ich erwarte Ihre Befehle . Der König schien einen Entschluß gefaßt zu haben . - Das Militair soll sich zurückziehen - sagte er bestimmt . Der General trat einen Schritt zurück . - Das ist unmöglich , Majestät - - Unmöglich ? - fragte der König , den jeder Widerspruch erbitterte - Warum ? - Majestät , es würde zwecklos sein , die Aufregung ist bereits zu einem Grade gestiegen , der ein entschiedenes Handeln zur Pflicht macht . Sehen Sie dort - er wies die Königsstraße hinab - die Barrikaden ? In der Friedrichsstadt ist der Aufstand bereits vollkommen organisirt . Jede Minute Zögerung würde durch Ströme Blutes wieder eingebracht werden müssen . Ja , ich wage zu behaupten , daß nur ein schneller und kräftiger Angriff einem großen Blutbade vorbeugen kann . Lassen wir der Menge Zeit , sich hinter den Barrikaden festzusetzen , so werden tausendfache Opfer gebracht werden müssen für die Herstellung der Ruhe - und wer kann wissen , ob sie vielleicht nicht doch vergeblich gefallen sind . Der König schwieg noch immer , den starren Blick auf die Straße geheftet . Hier war indeß eine neue Veränderung eingetreten . Man hatte mit dem Militair kapitulirt . Dieses wollte vom Platze zurückziehen , wenn das Volk ebenfalls die andere Hälfte des Platzes räumen würde . Letzteres zog sich sofort bis auf die Kurfürstenbrücke zurück . Aber statt sich ebenfalls zurückzuziehen , rückte das Militair im Sturmschritt nach und hatte dadurch den ganzen Platz und bald darauf auch die Kurfürstenbrücke in seine Gewalt bekommen . Die fortdauernde spannende Ungewißheit , in welcher sich die Umgebung des Königs über dessen endliche Entscheidung befand , lagerte sich wie eine düstere Wolke über alle Anwesenden . Keiner wagte mehr zu sprechen . Aber alle Blicke hingen mit Angst an dem Gesicht des Königs , dessen Aufregung allmählig bis zur äußersten Grenze des Möglichen gestiegen war . Kalter Schweiß stand in dicken Tropfen an seiner hohen kahlen Stirn . Sein bald starr auf die Straße gerichteter bald unstätt im Saale umherschweifender Blick hatte einen unheimlichen Glanz angenommen . - Erschöpft warf er sich endlich wieder in den Armstuhl zurück , als vermöchte er die gewaltige Schwere dieser Stunde nicht länger zu tragen . - Elisabeth - sagte er zu der Königin , welche sich wieder zu ihm herabbeugte , und weinte - Elisabeth , du bist krank und solltest dich zur Ruhe legen . - - - Nein , nein , bleibe bei mir ; es ist mir , als ob mein guter Engel mich verläßt , wenn du gehst - - - - o , ich traue Keinem von diesen hier , Keinem - - Sie haben alle ihre Absichten , ich weiß es wohl - - - wer mir sagen könnte , wer von ihnen es ehrlich meint , wem ich trauen könnte . - Dem wollt ' ich folgen . Du bist ein Weib , dich schreckt die Gefahr - - horch