ihnen , nur auf einem weiten Umwege , längs den Ufern des Delaware . Aber wir sind sämtlich gesund geblieben , und Philippinens Krankheit war nur eine Wirkung ihres bewegten Gemüts , über welches die Zeit und des Freundes Trost schon einige Macht gewinnen . Wir trauern gemeinschaftlich über den Tod des gastfreundlichen Paares , dessen kleine Schwächen mit der irdischen Hülle abgelegt wurden . Glücklich preisen wir ihr Los , daß sie , nach langer Vereinigung , fast zugleich und so schnell die Erde verließen . Jeder von uns wünscht , so dereinst mit dem Gefährten seines Lebens , Hand in Hand , die große Reise anzutreten . Wir haben uns hier förmlich miteinander eingerichtet , eine kleine freundliche Kolonie , und es ist uns ganz undenkbar , uns wieder voneinander zu trennen . Der Plan , mit Walter an den Ohio zu ziehen , gewinnt immer mehr Festigkeit ; selbst Ellison will sein und seiner Schwester Vermögen aus der Handlung nehmen und uns begleiten . Die Männer gedenken noch in diesem Herbst eine Reise dahin zu machen und das Nötige zu ordnen . Wir zärtlichen Dulzineen werden ihre Rückkunft mit Sehnsucht erwarten , denn unsre Herzen stehen sämtlich unter Amors Macht , und der Frühling wird mehr als ein Eheband knüpfen . Philippine und Pinelli werden Mucius und mich zum Altar begleiten , wahrscheinlich auch William und die sanfte Marie Frank ; Salvito wirbt um Therese Frank , und Antonio , der Veroneser , scheint die schöne Florentinerin Rosalva zu lieben . Noch ein liebendes Paar ist , seit einigen Tagen , zu uns gekommen : Dupont , ein Franzose , ist mit seiner jungen Braut hierher geflüchtet , um ein Bündnis zu schließen , dem in ihrer Heimat große Hindernisse im Wege standen . Er ist Protestant , und die beginnenden Verfolgungen seiner Glaubensgenossen drohten ihn auf immer von seiner katholischen Geliebten zu trennen . Welch ein Verein von jungen , muntern Kolonisten ! Noch nie ist wohl ein kleiner Staat unter so günstigen Vorbedeutungen gegründet worden . Die kühlere Herbstluft hat den Fieberstoff zersetzt , und die Besorgnis einer allgemeinen Ansteckung ist verschwunden , es zeigt sich keine Spur mehr davon . Unsre Geliebten sind abgereist , von John und seinen Söhnen begleitet , Humphry ist zu unsrem Schutze hiergeblieben . Wir verlassenen Frauen vertreiben uns die Zeit , so gut es sich tun läßt ; wir gehen und fahren aus , machen Musik und arbeiten . An Stoff zur Unterhaltung fehlt es uns nicht . Die furchtsamen Weibchen zittern vor den Gefahren , welche ihre Männer in dem wüsten Lande treffen könnten , und nehmen mit ihren tausend Fragen ihre Zuflucht zu mir , ich bin ihre Heldin , die allen Mut zuspricht . Ich darf reden , meinen sie , denn ich habe ja die Gebirge durchreist , habe die Wasserfälle gesehen und die Wilden , Gazellen und Wölfe , ja selbst in einiger Entfernung einen Bären , und ich lebe noch . Was noch mehr , ich sehne mich in die Urwälder zurück , in die Freiheit des Goldenen Zeitalters . Meine Beredsamkeit reißt alles mit sich fort ; man wünscht die Zeit herbei , wo der Völkerzug beginnen soll , unfehlbar geschieht dies in den ersten Frühlingstagen . Es scheint , als ob wir auch noch ganz junge Kolonisten mitnehmen sollten . Die junge Frank und Vanhusens niedliches Weibchen sind guter Hoffnung . Wir Mädchen haben uns vereinigt , den kleinen Ankömmlingen eine förmliche Aussteuer zu bereiten , und da ist denn ein Wetteifer im Sticken , Stricken und Nähen , daß es eine Lust ist , unsern emsigen Zirkel zu sehen , welcher sich um den flammenden Kamin bildet oder um den dampfenden Teetisch . Hin und her gaukelt das freundliche Kosen , manch neckendes Wort von den Lippen der schalkhaften Weibchen rötet die Wangen der Mädchen . Zephyrine , meine junge , muntre Landsmännin , vergilt ihnen Arges mit Argem und überflügelt sie oft mit ihrem Witz . Dies liebliche Mädchen hat die Neigung aller im vorzüglichen Maße . Sie nennt sich selbst unser verzogenes Kind , spielt tausend kleine Eulenspiegelstreiche , und wir lieben sie darum nur desto mehr . Sie gleicht ihrem Namensbruder , dem Westwinde , der unter Blumen spielt und Balsamdüfte stiehlt und gibt . Freude über Freude ! Unsre Ritter sind glücklich zurückgekehrt und haben die frohesten Nachrichten mitgebracht ; alles ist vortrefflich gefunden worden . Ellison und Mucius haben noch einen großen Bezirk hinzugekauft , wovon der kultivierte Teil mit Walters Erbschaft zusammenhangt . John und seine Söhne sind zurückgeblieben , um über die Arbeiter die Aufsicht zu führen , wozu Walter Tagelöhner aus Louisville gedungen hat . Unser Baumeister hat die Risse zu den vorläufigen Gebäuden entworfen , und auch diese werden wir , durch den Fleiß reichlich bezahlter Handwerker , fertig finden . Dann aber werden wir aller Außenhülfe entsagen , und die junge Kolonie wird für ihre Bedürfnisse selbst sorgen . Hierzu werden alle nötigen Vorkehrungen getroffen . Alles ist voll Leben und Tätigkeit , wir alle sind nur von einem großen Gedanken begeistert . Mucius entwirft den Plan zu einem kleinen Staate , in welchem Freiheit und Gleichheit verwirklicht werden sollen ; jeder Abschnitt des Entwurfs wird der Generalversammlung , in welcher auch wir Weiber eine halbe Stimme haben , vorgelegt und , nach Stimmenmehrheit , angenommen oder abgeändert , und ich denke , es wird eine Verfassung zustande kommen , woran mehrere Menschenalter nichts zu flicken finden werden . Ewig ist am Ende nichts , selbst das Sonnensystem bekommt nach Jahrtausenden einen andern Polarstern . Unsre jungen Weibchen sind von zwei muntern Knaben entbunden worden . Wir werden den Tag , an welchem ihnen Namen beigelegt werden sollen , mit der Vermählung sämtlicher Paare feiern und erwarten dazu nur die gänzliche Wiederherstellung der Mütter . Auch wir haben manches zu beschicken für den neuen Haushalt , welcher zwar sehr einfach , aber doch äußerst bequem eingerichtet wird ; selbst