angebracht , wenn nicht ein historisches Bild , so doch wenigstens eine Gedächtnistafel aufzurichten , die die Erinnerung an jenen Tag an eben dieser Stelle lebendig hält . Die Zeit Henriette Maries von 1749 bis 1782 Die Zeit Henriette Maries von 1749 bis 1782 Henriette Marie geb . Prinzessin von Brandenburg-Schwedt , hatte sich mit vierzehn Jahren bereits an den Herzog von Württemberg-Teck vermählt und war mit neunundzwanzig Jahren Witwe geworden . Als solche lebte sie zunächst in Berlin und erschien während der letzten Regierungsjahre Friedrich Wilhelms I. bei allen Hoffesten . Auch noch unter dem großen Könige . So gingen die Dinge bis 1749 , um welche Zeit ihr Schloß Köpenick als Witwensitz angewiesen wurde . Es hieß damals , » sie sei verbannt « , auch scheint sie von jenem Zeitpunkt ab am Berliner Hofe nicht länger erschienen zu sein . Welche Gründe den König zu dieser Verbannung veranlaßten , ist nur zu mutmaßen , nicht nachzuweisen . Es heißt , daß Friedrich II. an dem wenig korrekten Lebenswandel der Prinzessin Anstoß genommen habe , doch ist es nicht unwahrscheinlich , daß andere Dinge mit ins Spiel kamen und den Ausschlag gaben . Die Seitenlinie Brandenburg-Schwedt wurde vom großen Könige mit derselben Abneigung betrachtet , die schon sein Vater und namentlich sein Großvater Friedrich I. gegen dieselbe gehegt hatte und – » wie ' s in den Wald hinein schallt , so schallt es auch wieder heraus « . So bedeutend jene Zeit in vielen Stücken war , so war sie ' s doch keines wegs in allen , und Klatsch , Intrige und Chronique scandaleuse hatten ein unglaublich großes Feld . Wir werden kaum irren , wenn wir annehmen , daß Prinzessin Henriette Marie ihre Zunge weniger als wünschenswert im Zaume gehalten habe , und daß dieser Umstand mit zur unfreiwilligen Muße von Köpenick führte . Daß die Prinzessin infolge davon dreißig Jahre lang die Kunst des Schweigens geübt habe , haben wir allerdings nicht die geringste Ursach anzunehmen , es scheint vielmehr , daß man sich die Langeweile durch allerpikanteste Plaudereien nach Möglichkeit vertrieben und alle Mesquinerien eines kleinen Hofes , als bestes Mittel die Zeit hinzubringen , mit wahrer Meisterschaft kultiviert habe . Über das damalige Leben im Köpenicker Schlosse geben einige Notizen Aufschluß , denen wir in einer Biographie des Freiherrn von Krohne , der sich Königlich Polnischer Wirklicher Geheimerat nannte , begegnen . Dieser Abenteurer , der überall im Trüben zu fischen und an kleinen Höfen seine » Fortune « zu machen suchte , kam auch an den Hof des Markgrafen Friedrich Wilhelm von Schwedt , des regierenden Bruders unserer Henriette Marie , deren Hofstaat der Markgraf aus den Revenuen seines Schwedter Markgrafentums zu unterhalten hatte . Prinzessin-Schwester brauchte mehr als Markgraf-Bruder zu zahlen liebte und so wurde denn Freiherr von Krohne , nachdem er eben seine Dienste angeboten , an den Köpenicker Hof geschickt , angeblich um der Prinzessin als Kammerherr zu Diensten zu sein , in Wahrheit aber um die Ausgaben , zu denen ihre Freigebigkeit oder ihre Verschwendung führte , zu kontrollieren . Freiherr von Krohne traf ein , debütierte mit Geschick , wußte einen Hofrat , der ihm in Schwedt als Hauptträger des Verschwendungssystems bezeichnet worden war , glücklich zu entfernen und stand bereits auf dem Punkte , sich als erster Minister und Plenipotentiär am Hofe zu Köpenick zu etablieren , als die beiden alten Günstlinge der Prinzessin , die bis dahin auf gegnerischem Fuße gestanden und ihre Macht balanciert hatten , sich zum Untergange des Eindringlings verschworen . Kammerherr von Wangenheim und Hofprediger St. Aubin 4 schlossen Frieden , entlarvten den immer mächtiger werdenden Freiherrn als eine Kreatur des Schwedter Markgrafen und stürzten ihn auf der Stelle . Kammerherr von Wangenheim , von dem eigens hervorgehoben wird , daß er ein sehr starker Mann gewesen , übernahm zu größerer Sicherheit die Exekutive seiner eigenen Maßregeln und schaffte den gestürzten Nebenbuhler bis vor das Portal des Schlosses . So lebte man damals in Schloß Köpenick . Klein und bedeutungslos vergingen die Tage , die selbst in der überkommenen Ausstattung und Einrichtung nicht das geringste geändert zu haben scheinen . Wie konnten sie auch ! Der prinzeßliche Hof zu Köpenick war ein bloßes Filial des markgräflichen Hofes zu Schwedt , der doch seinerseits auch nur wieder ein Filial , eine bedeutungslose Abzweigung des Berlin-Potsdamschen Hofes war . Das dreißigjährige Leben der Prinzessin hat keine Spur zurückgelassen , aber was ihrem Leben nicht gelang , das gelang ihrem Tode . Henriette Marie starb im Schloß Köpenick und ist in der Schloßkapelle daselbst begraben worden . In der jedem Besucher zugänglichen Gruft dieser Kapelle steht ein schwerer Eichensarg , der auf seinem obersten Brett ein vergilbtes seidenes Kissen und auf dem Kissen eine Krone von dünnem , verbogenem Goldblech trägt . Hebt man den Deckel vom Sarg , so erblickt man in diesem die in ihrem achtzigsten Jahre verstorbene Prinzessin als Mumie . Tüllhaube und Seidenband legen sich noch um Stirn und Kinn und das schwere gelbe Brokatkleid zeigt noch seine Falten und raschelt und knistert , als wär ' es gestern gemacht . Wir schließen den Sargdeckel wieder und steigen aus der Gruft in die Kapelle zurück . Eine hohe , reich verzierte Decke wölbt sich über uns und macht den Eindruck des Freundlichen , ohne den des Feierlichen vermissen zu lassen , links vom Altar aber , in einen Fensterpfeiler eingefügt , gewahren wir eine prächtige Tafel von poliertem schwarzen Marmor , auf der wir in Goldbuchstaben folgende Worte lesen : » Diese Gruft umschließt die verweslichen Überreste der durchlauchtigsten Fürstin und Frau , Henriette Marie , geborene Prinzessin von Preußen und Brandenburg , vermählte Erbprinzessin und Herzogin von Württemberg und Teck . Sie war geboren den 11. März 1702 , vermählt den 8. December 1716 mit dem Erbprinzen Friedrich Ludwig von Württemberg , ward Witwe den 23. November 1731 , entschlief in dem Herrn den 7. Mai 1782 . Dieses Denkmal setzt ihr ihre einzige Tochter Louise Friederike ,