, und zu endgültiger Bewährung der » Sphinx « fehlte nur noch ein Zwischenfall , ein » Accident « . Auch dieser sollte nicht ausbleiben . Kaum in den Hölzernen See , nomen et omen , eingefahren , so saßen wir fest . Aber die Führung unseres Schiffs hätte nicht die sein müssen , die sie war , wenn sie sich in solchem Momente hätte ratlos erweisen sollen . Kapitän Backhusen , mit dem Tubus auslugend , erkannte hinter Schilf und Werft versteckt , in nicht allzuweiter Entfernung ein Brückenwärterhäuschen , an das jetzt Mudy , die Schiffsjolle herablassend , mit der Anfrage deputiert wurde , ob man bereit sei , unseren aus dicken Eisenplatten bestehenden Ballast auf zwei , drei Tage zu beherbergen . In kürzester Frist war die bejahende Antwort da , die großen Barren wanderten aus dem Rumpf in die Jolle und nach dreimaliger Fahrt zwischen Schiff und Zollhaus war unsere Sphinx wieder flott und frei . Unter dankbarem Hüteschwenken ging es , eine Viertelstunde später , an dem Brückenzollhaus vorüber . Aber dieses Hüteschwenken genügte uns nicht . Unserer Freude einen lauteren Ausdruck zu geben , holten wir aus der Waffenkammer ein paar Vogelflinten herbei , und auf unendliche Entfernungen hin , zwischen Dümpler und Krickenten hineinfeuernd , weckten wir das Echo , das , offenbar verdrießlich über die Störung , mit nur halber Stimme antwortete . Wir empfanden es und stellten die Flinten an ihren alten Platz . Es begann zu dunkeln , als wir , zwischen Groß- und Klein-Köris , in ein schwieriges , aus mehreren flachen Becken bestehendes Seegebiet einfuhren , das in seiner Gesamtheit den wenig klangvollen aber bezeichnenden Namen der » Moddersee « führt . Die Karten unterscheiden einen großen und kleinen . Das Wasser in diesen Becken stand nur etwa fußhoch über einem aus gelbgrünen Pflanzenstoffen bestehenden Untergrund , der so weich war , wie ein mit Hilfe von Reagenzien eben gefällter Niederschlag . Unser Schiff durchschnitt diese reizlosen , aber für die Wissenschaft der Torf-und Moorbildungen vielleicht nicht unwichtigen Wassertümpel , die vor uns , unaufgerüttelt , in smaragdner Klarheit , hinter uns in graugelber Trübe , wie ein Quirlbrei von Lehm und Humus lagen . Es wurde still und stiller an Bord . Jene Schweigelust überkam uns , die nach einem schönen , an Bildern und Eindrücken reichen Reisetage , auch den Heitergesprächigsten anzuwandeln pflegt und weder in Ermüdung , noch in Verstimmung wurzelnd , ihren Grund in dem plötzlichen Berührtwerden von dem Ausgehen alles Glückes , von der Endlichkeit aller Dinge hat . Auch wir hatten diesen Tribut zu zahlen , stärker als bei mancher anderen Gelegenheit , da nichts da war , uns dieser Stimmung zu entreißen . Die Dörfer hörten auf ; nur in einiger Entfernung lag Sputendorf . Es klang wie eine Mahnung und wir ließen sie uns gegeben sein . Ein neues Segel bei ! Der Wind setzte sich hinein und plötzlich , wie aufatmend , fuhren wir aus einem Gewirr von Tümpeln und Schmalungen , die wir während der letzten zwei Stunden zu passieren gehabt hatten , in ein imposantes und beinah haffartig wirkendes Wasserbecken ein . Nur in sehr unbestimmten Umrissen erkannten wir die Ufer . Nach links hin , in langer Linie , blitzten Lichter und spiegelten sich in dem dunkeln See . An Bord drängte alles zu neuer Tätigkeit . Leutnant Apitz , mit eigner Hand , feuerte den landeinwärts gerichteten Böller ab ; Mudy , auf Befehl des Kapitäns , ließ eine Rakete in den Nachthimmel aufsteigen . In wenigen Minuten sahen wir unseren Zweck erreicht : Gestalten , hin- und herlaufend , sammelten sich an einer Stelle , die ein Landungsplatz , eine Anlegebrücke sein mochte . Stimmen klangen herüber . Gleich darauf fiel der Anker . Im Angesicht von Teupitz , dunkel und rätselvoll , lag die » Sphinx « . An der Spree Schloss Köpenick Die Zeit des Kurprinzen Friedrich von 1682 bis 1688 Die Zeit des Kurprinzen Friedrich von 1682 bis 1688 In welchem Jahre Kurprinz Friedrich seinen Einzug in Schloß Köpenick hielt , ist nicht genau mehr festzustellen , wahrscheinlich um 1680 . Der Schloßbau wurde zwar vor 1681 nicht beendet , ja , das Sandsteinportal , durch das wir in den Schloßhof eintraten , trägt sogar erst die Jahreszahl 1682 , es ist indes eher wahrscheinlich als nicht , daß Kurprinz Friedrich die Vollendung des ganzen Baus nicht erst abwartete und sich bereits zwei Jahre früher mit dem begnügte , was fertig war . Die Verhältnisse zwangen ihn fast dazu . Seiner alten Feindschaft mit seiner Stiefmutter , der holsteinischen Dorothea , war im Jahre 1679 , bei Gelegenheit seiner Vermählung mit der hessischen Prinzessin , zwar eine Versöhnungsszene gefolgt , aber diese Versöhnung hatte die Abneigung der Mutter und das Mißtrauen des Sohnes um nichts gebessert . Plötzliche Erkrankungen , auch Todesfälle , regten den alten Verdacht wieder an , und nachdem Kurprinz Friedrich selbst und zwar bei Gelegenheit eines Festmahls , das ihm die Stiefmutter gab , von einem heftigen Kolikanfall heimgesucht worden war , steigerten sich seine Befürchtungen bis zu solchem Grade , daß er seinen Vater um die Erlaubnis bat , sich nach Schloß Köpenick zurückziehen zu dürfen . Nicht in Freuden zog er in die schönen Räume ein , die zum Teil noch ihrer Vollendung entgegensahen ; das Schloß war ihm mehr ein rettendes Asyl als eine Stätte heitrer Flitterwochen , und in Bangen und Einsamkeit vergingen ihm die Tage selbstgewählter Verbannung . Sein schwacher Körper verbot ihm die Freuden der Jagd , und die Deckengemälde ( die Jagdzüge Dianas ) , die um ihn her entstanden , erinnerten ihn nur an das , was ihm gebrach . Gleichförmig öde spannen sich die Wochen ab und was diese Gleichförmigkeit von Zeit zu Zeit unterbrach , waren meist frostige Feste , die dem Tode zu Ehren gefeiert wurden . Am 7. Juli 1683 starb des Kurprinzen Gemahlin und immer dunkler und schwerer hing es über Schloß Köpenick .