von den Ochsen einer , die nit grasen auf dem Hängmoos . « Die Tür der Kammer wurde geöffnet und langsam trat der Bauer heraus . Sein Gesicht war grau wie Asche , seine leeren Hände zitterten , und wieder irrte sein Blick über die Stubendecke hin . Lag Julas Kammer da droben ? Der Vogt lächelte . » Ich hab gemeint , du suchst deinen Hut ? « Runotter sah ihn mit den Augen eines in die Enge getriebenen Tieres an . » Vogt ? « » Wenn ich in Ruh und Gut mit dir zum Fürsten geh ? Tust du den Buben da in Fried lassen ? Und mein Haus ? « » Wie soll ich deinen Hausfried stören ? Ich und der da , wir reiten mit dir zum Herren . Jetzt gleich . « » Auf Wort ? « » Auf Wort ! « » Gut ! Da hast mich ! Beim Fürsten find ich , was Recht ist . « Runotter sah seinen Buben an und ging um die Kohlenpfanne herum . Da faßte ihn der Spießknecht am Arm . Der Bauer zuckte wie ein Erwachender auf . » Was willst ? « » Du mußt dir den Strick um die Hand tun lassen ! « sagte der Vogt in gütigem Ton . » Es ist Befehl . « Lange schwieg der Bauer . Seine Brust arbeitete . » Gut ! Ich hab dein Wort . « Er streckte die Fäuste hin . » Geh ich nit mit dir in Gut und Ruh ? Wozu der Strick ? « Der Vogt wartete , bis der Spießknecht den Strick geknotet hatte . Dann sagte er : » Weil du verdächtig bist des Landsverrats und der Meuterei . « Eine Weile sah Runotter dem Mann wie ein Träumender ins Gesicht . Dann brach er in grelles Lachen aus . » Vogt ! Das Leben ist ein närrisch Ding ! « » Ich glaub , es wird dir nimmer arg lustig sein ! « Die beiden führten den Bauer hinaus , der auf der Schwelle noch das Gesicht drehte . Da hörte man Stimmen , überall , und Lichtschein zuckte auf . Fackeln fingen zu brennen an . Und während fünfe , sechse von den Exekutierern in das Haus rumpelten , in die Stube sprangen und über die Stiege hinaufpolterten , zerrten andre schon das gepfändete Vieh aus den Ställen . Einer kreischte : » Die Küh sind da ! Er hat die siegelwidrigen Küh im Stall ! « Geschrei und Gelächter . » Jula ! Jula ! « brüllte Runotter . » Malimmes ! Heiner ! Leut ! Leut ! « Keine Antwort . Niemand kam . Nur die Exekutierer rannten hin und her . Und lachend sagte der Vogt : » Deine Leut haben eine gute Näs gehabt . Die sind auf der Wallfahrt . « Mit windenden Fäusten hatte Runotter die Stricke gedehnt . Er brachte die Hände nicht heraus , doch er konnte sie bewegen . Und während er einen von den Knechten niederzerrte , entriß er ihm die Fackel . Alle fielen über ihn her . Aber der Feuerbrand wirbelte schon auf das Hausdach hinauf . » Erbrecht ! Herrentreu ! « Sie stießen den Lachenden zu Boden , zogen ihn zum Hagtor , hoben ihn auf einen Gaul und banden ihm die Füße unter dem Bauch des Pferdes zusammen . Bei dem wirren Geschrei der andern kletterten ein paar von den Exekutierern auf das Dach hinauf , um noch zu löschen und das Feuer totzuschlagen . Doch die flinke Flamme lief schon auf dem dürren Dache nach allen Seiten hin , züngelte über den First hinaus und leckte gegen das Astwerk der alten Ulmen . Es wurde hell in der Nacht , als der Vogt und der Spießknecht davonritten , zwischen sich den Gaul mit dem Gefesselten . Die Hufschläge klapperten laut auf der Straße . Hinter den eilig Reitenden blieb das Geschrei der Exekutierer und das Gebrüll des gepfändeten Viehs , das sich vor Rauch und Feuer schreckte . Rote , flackernde Lichter fielen von der Brandstatt über die Wiesengehänge und über die Straße her . Doch als der geschlossene Wald begann , zuckte nur noch hie und da ein roter Schein durch die Lücken der Baumkronen . Der Straßenboden war finster . Das Rauschen des Wassers wurde stark und dumpf . Die Reiter kamen zum tosenden Windbach . Da knickte plötzlich das Pferd des Vogtes zu Boden . Auch die zwei andern Gäule stürzten . Sie fielen hin wie vom Blitz erschlagen . Dabei hörte man das Klirren des entzweigesprungenen Eisendrahtes , der die Straße gesperrt hatte . Und während die Pferde keuchten und sich erheben wollten , waren fünf Menschen da , zerschnitten die Stricke des Bauern , rissen ihn unter dem Gaul heraus und stießen den Vogt und den Spießknecht über den steilen Straßenrain hinunter in den rauschenden Bach . Der war nicht tief . Aber die zwei kollernden Männer in ihren schweren Eisen machten doch einen festen Klatsch . Und wenn man reichliches Wasser in der Hose hat , ist alle Tapferkeit zu Ende . Bis die beiden stumm und triefend aus dem Bach herauskrabbelten , sich versteckten und dann im erwachenden Morgengrau den Mut fanden , zur stillen Straße hinaufzuklettern , waren die fünfe mit dem Runotter schon lang verschwunden und waren schon hinter dem Wald und über den Wiesenhängen droben auf dem Karrenwege , der vom Schwarzeck zu den Wäldern des Pfaffenbühels und zum Hängmoos führte . Heiner und die zwei andern Knechte leiteten den flinken Schimmel und die beiden Ackergäule , die gleich Saumtieren schwer befrachtet waren . Malimmes und noch ein andrer mußten den taumelnden Runotter stützen , der vom Sturze betäubt schien , sich nicht erholte und wie mit den schwachen Knien eines Betrunkenen vorwärts tappte . Während Malimmes heiter schwatzte , spähten seine ernsten Augen unablässig nach allen Seiten . Hinter dem Schwarzeck , schon weit von den letzten Häusern ,