Bretter krachten , die gemalten Bäume schwankten und die Weinkanne in den Saal herabkugelte , worauf ein lautes Lachen , Trampeln und Beifallsschreien in den Bänken anhub , das erst verstummte , als der Teufel plötzlich einen wilden Fluch ausstieß , einen Zauberspruch sagte und mit den haarigen , rotbeschuhten Füßen auf den Boden stampfte , worauf ein weißes Gespenst erschien , einen dicken Rauch und Dampf machte und hinter demselben mitsamt dem lautschreienden Kupferschmied verschwand . Nun begann Zaranka allerhand Zauberkunststücke zu vollbringen und verwandelte schließlich auf offener Bühne , freilich wieder hinter einer undurchdringlichen Rauchwolke , einen dünnen Stab in den Kupferschmied . In diesem Augenblick erschien wieder das schöne Kätherlein , gefolgt von einem alten , gelb und rot gekleideten , dicken Weib , das sich ihre Mutter nannte und mit keifender Stimme bald den roten Ritter , bald ihren Ehgemahl , den Schmied , anplärrte . Hab nicht wohl aufgemerkt auf ihr Getue ; vielmehr waren meine Blicke starr auf die Jungfer gerichtet , und mein Geist verglich sie Spann um Spann mit der jungen Lackenschusterin , meiner Kathrein . Und immer mehr Bekanntes , immer mehr Wesensgleiches fand ich an der goldroten Jungfer ; meine Sinne hingen an ihr , und mein Herz schlug laut vor Erregung . Und da nun das Spiel zu End war und die Gäste lärmend den Saal verließen , da schlüpfte ich behend unter den mächtigen Kachelofen und hielt mich still , bis alle Lichter verlöscht und hinter dem herabgelassenen Vorhang alles ruhig geworden war . Nun kroch ich langsam hervor und tastete mich an den Bänken entlang bis zur Bühne , da noch die Kanne am Boden lag und im Mondlicht glänzte . Ich griff mit zitternder Hand und klopfendem Herzen an den Vorhang ; er gab dem Druck nach , und ich hielt mein Ohr lauschend an den Spalt . Nichts regte sich . Da schwang ich mich eilig hinauf , schlüpfte hindurch und stand also bei stockdunkler Nacht an der Stell , da ehvor die schöne Spielerin gewandelt war . Noch hielt ich nach jedem Tritt inne und horchte ; doch nichts war zu vernehmen als mein eigenes , ungestümes Atmen . Da tastete ich mich an den gemalten Bäumen weiter und fiel im nächsten Augenblick von den Brettern hinab in einen knisternden , krachenden Korb , der ganz mit Kleidern und Stoffen gefüllt schien . Ich hatte beim Sturz erschrocken nach einem Halt gegriffen und hielt nun einen dicken Strick in Händen , während es hinter mir plötzlich licht war . Und da ich mich in heftigem Schreck umwandte , sah ich , daß ich den Bühnenvorhang in die Höh gerissen hatte . Zog also , nachdem ich ängstlich gelauscht , ob niemand meinen Fall gehört hätte , bedächtig am Strick weiter , dabei das Quiksen und Klappern der Rolle geisterhaft wie das Schreien der Nachteulen durch den matterhellten , leeren Raum hallte . Die großmächtige , bleiche Mondscheibe ließ ihren Schein durch die gefrornen Fenster über die weißgescheuerten Bänke auf die gemalte Landschaft des Hintergrundes und die zerlumpten Teppiche der Bühne fallen und hob die Schatten der Gegenstände gespenstisch von der Helle ab . Ich stand starr und hielt krampfhaft das Seil in den Händen , indes mich ein plötzliches Grauen schüttelte ; und als es im selben Augenblick vom Sankt Veitsturm zwölf Uhr schlug und der Wächter draußen die Mitternacht anblies , da ließ ich gählings los , daß der Vorhang schnallend herabsauste . Ich hatte genug von dem Abenteuer , und es verlangte mich zurück zu dem alten Thomas . Herrgott ! - Was mocht der sich derweil über mein Ausbleiben denken ! Vergessen war der ganze Rausch und die feine Jungfer , und ich suchte nach einem Ausgang . Doch alles war fest verschlossen , die Tür des Saales , die neben der Bühne und auch die Fenster . Vergebens wandte ich alle Kraft an , lief bald im Saal von Fenster zu Fenster , sprang auf die Bühne und schlüpfte durch den Vorhang : ich konnt ' s nicht ändern . In meiner Not begann ich zu rufen und zu schreien ; aber kein Mensch hörte oder erschien . Am End ward ich müd vom Schreien , ein Frost packte mich , und ich verlangte nach dem Schlaf . Und da mein Fuß eben wieder an den Korb stieß , suchte ich nach einem warmen Stück , wickelte mich darein und legte mich in den hintersten Winkel der Bühne , da ich mir aus dem Inhalt des Korbs ein notdürftigs Lager bereitete . Also ließ ich den Schlaf über mich kommen , hüllte mich fest in das weiche Stück , von dem ich wähnte , daß es der himmelblaue Mantel des schönen Kätherleins wär , und sagte nur noch gähnend : » Guate Nacht , Himmelvater ! « , wie ich es von meiner seligen Ziehmutter gelernt hatte . Dann entschlief ich . Falsche Lieb Ein harter Schlag von der Pratze des Bären , der auf dem Markt getanzt hatte und mir nun in meinen Träumen die liebliche Jungfer aus der Komödie , da ich sie eben in meinen Armen hielt , rauben wollt , schreckte mich aus meinem tiefen Schlaf auf , und ich wehrte mit beiden Händen ab , indes mich eine scheltende Stimm noch vollends munter machte . Da blickte ich in das zornrote Gesicht des Burschen , der mich ehvor zum Besuch der Komödie verführt hatte und mir nun seinen Fuß grimmig in die Seite stieß , also daß ich mit einem Schrei in die Höhe fuhr und nicht übel Lust hatte , ihm etliche zu wischen . Der aber plärrte : » Hat einer so was schon erlebt ! - Liegt der Wicht am hellichten Nachmittag da auf den kostbaren Gewändern und schnarcht wie eine Baumsäg ! - Ob er wohl auf und davon gehen will , bevor ich ihm Füße mach , dem Halunken ! - Hat wohl stehlen wollen , he ! - Ha