Räder ersticken das Kleinliche . Vorwärts ! Nicht den Schmerz fürchten ! Nicht den Tod fürchten ! Die Kugeln ! Die Unendlichen ! Die Räder ! Die Kreise ! Die Kreise ! « Und Lesas Gedanken verwirrten sich wieder , und er empfand nur noch eine stürmische Seligkeit . Da sahen die Pallasianer plötzlich den Stern Quikko näher kommen . Nax und die Seinen jauchzten . » Er wird « , rief der kleine Nax , » Mond des Pallas . « Und so geschah es . Und die Pallasianer nahmen die zehn kleinen Quikkoïaner und ließen sich hinschnellen durch Seile - zum Stern Quikko - auch Biba flog hin . Und da gab es ein großes Wiedersehen . Und die Quikkoïaner lösten vorsichtig einige Quallenstücke von ihrem Stern los . Und mit diesen Quallenstücken flog man zurück und baute auf der Außenseite des Pallasrumpfes viele Teleskope . Und während der Stern Quikko neugierig den Pallas , auf dem jetzt Kopf und Rumpf immer intensiver zusammenwuchsen , umkreiste - flogen die Pallasianer oft hinüber zum Quikko . Und die Quikkoïaner flogen zum Pallas oft hinüber . Und es entstand auf dem Pallas ein ganz neues Leben - und auf dem Quikko ebenfalls . Lesa empfand immer mehr , daß er nicht mehr so empfand und dachte wie einst . Es ging das Streben des Kometensystems allmählich immer heftiger in ihn hinein . » Wir wollten ja « , vernahm er da , » auch mal zur Sonne . Aber wir blieben am Pallas hängen . In dem war noch so viel Kraft . Aber der große Asteroïd schlief . Und jetzt haben wir ihn wieder erweckt . « Lesa teilte dem Biba gleich mit , was er vernahm und sagte ihm : » Wenn wir nur wüßten , was die Kometen jetzt wollen . « Da sahen die Pallasianer und die Quikkoïaner , daß das Kopfsystem sehr unruhig wurde . Mächtige Kometenbüschel strahlten nach allen Seiten aus dem Kopfsystem heraus . Und die Spinngewebewolke wurde wieder glänzend wie einst . Und der Kranz leuchtete mächtig . Und Funken sprühten in dem Kranz herum , daß er noch heftiger leuchtete . Ganz allmählich wurde das Leuchten und das Funkensprühen schwächer . Lesa blickte mit allen seinen neuen Augen hinab . Und man sah auf dem Pallas an vielen Stellen einen blaugrünlichen Lichtschein . Vierundzwanzigstes Kapitel Biba läßt für die Sonnenbeobachtung eine neue Bandbahn bauen , die den äußeren Teil des Pallas-Rumpfes in der Mitte umspannt . Lesa sagt dem Biba das Wichtigste über die Sonne . Bombimba will wie Lesa in das Kopfsystem , es gelingt ihm aber nicht ; er wird von Labu aufgenommen . Die Quikkoïaner wollen wieder das Künstlerische auf dem Pallas fördern . Dort ist aber alles mit Sternbeobachtung beschäftigt . Zwei Meteorgeister kommen in die Nähe des Pallas und umkreisen Turm- und Kopfsystem , sind aber unnahbar , da sie zurückdrängende Atmosphäre haben . Das Kopfsystem kommt tiefer herunter und verbindet sich ganz fest mit dem Rumpf . Lesas blaugrünliches Licht ist jetzt öfters unten zu sehen - zuweilen an vielen Stellen zu gleicher Zeit . Biba wollte gleich anfangs , als der Quikko den Pallas noch nicht als Mond umkreiste , eine neue sehr breite Bandbahn anlegen , die nur für die Sonnenbeobachtung die Mitte des Pallas-Rumpfes von außen umgeben sollte . Und die Bahn sollte ganz langsam fahren und von links nach rechts geleitet werden , während der Pallas von rechts nach links sich drehte . Diese Drehung sollte durch die Bahn aufgehoben werden , damit man ungestört auf der Bahn sitzend die Sterne beobachten konnte - und besonders die Sonne und die Asteroïden . Diese Bahn wurde denn auch bald gebaut . Und Biba beschäftigte sich danach so eifrig mit der Sonne , daß er zeitweise alles andre darüber vergaß . Auch ein großes Sonnenteleskop befand sich auf dieser langsamen Bandbahn . Als der Biba mal außergewöhnlich lange an seinem Sonnenteleskop tätig gewesen war und nun sehr müde in seine Höhle zurückkehrte , um auf seiner kleinen Pilzwiese zu schlafen - da sah er plötzlich wieder das blaugrünliche Licht . Und er wußte gleich , daß Lesa wieder da war . Er horchte hin und hörte , wie Lesa hastig Folgendes sprach : » Größte Qual und größte Seligkeit treten nicht nur sehr oft - nein - in unserm Sonnensystem - fast immer zusammen auf . Daran muß man sich gewöhnen . Die Sonne sagte mir schon , daß wir den Schmerz nicht fürchten dürfen - der Todesschmerz ist vielleicht der größte Schmerz . Er enthält aber auch die größte Seligkeit - diese Auflösung im Größeren und Stärkeren ist eine ganz außerordentlich großartige Empfindung . Viele Lebewesen können den Tod garnicht auskosten , da sie den Moment des Sterbens nicht festzuhalten vermögen . Es geht ihnen so wie uns , wenn wir einschlafen . Wir können auch den Moment , in dem wir einschlafen , nicht festhalten . Aber uns auflösen , wenn unsre Glieder durchsichtig werden , das können wir bei vollem Bewußtsein . Wir fürchten ja deshalb auch nicht den Tod . Aber viele andre Lebewesen in unserm Sonnensystem tun das . Lieber Biba , dieses weiß ich schon lange . Doch jetzt habe ich auch erfahren , was das Wichtigste der großen Sonnenphilosophie ist : wir sollen alle die größte Selbständigkeit erstreben und erlangen und gleichzeitig dabei stets darauf bedacht sein , uns dem Größeren unterzuordnen . Diese beiden Dinge kommen in Millionen Variationen immer wieder in und auf allen größeren und kleineren Sternen vor , die unsre große Sonne umkreisen . Auch die Kometen ordnen sich unter . Das Sichunterordnen ist das Größte . Sterben ist eigentlich auch nur ein Sichunterordnen . Das ist oft sehr schwer zu verstehen , da es ja der größten Selbständigkeit scheinbar widerstrebt . Indessen - es handelt sich ja immer um ein Sichunterordnen dem Größeren gegenüber . Darum ist Deine Idee vom Asteroïdenring ganz richtig . Der Saturnring kann vorbildlich für uns sein