legte sie auf die Stelle , die das Gesicht des Alten bedeckte , dann ging er fort , um seine kleine Seewarte einzurichten . - Die Palmen am Ufer waren höher als die Mangobäume . Robert , als geübter Turner und erfahrener Kletterer , schwang sich mit Leichtigkeit bis in die Krone der schlanken Stämme hinauf , aber er mußte dann Hände und Füße gebrauchen , um sich festzuhalten , und konnte auch das nur für kürzere Zeit . Der astreiche Mango dagegen bot in seinem dichten Laubwerk einen bequemen Sitz , weshalb Robert nach längerer Überlegung beschloß , hier Posten zu fassen . Er hieb mit seinem Messer in die Zweige und Blätter eine größere Lücke hinein , so daß der Blick auf das Meer vollständig frei wurde , und suchte dann einen Platz zum Sitzen , den er auf allen Seiten säuberte . Hier konnten ihn die Sonnenstrahlen nicht erreichen , hier konnte er sich frei bewegen und weithin nach rechts und links Umschau halten , während er außerdem in den höher gelegenen Zweigen leicht ein Versteck fand , sobald es etwa der Piraten wegen erforderlich werden sollte . Hier saß Robert nun mit einer Flagge , die er sich aus einer Stange und einem Segel gemacht hatte . Die abgehauenen Zweige und Blätter warf er sorgfältig ins Meer , um von seiner Arbeit keinerlei Spur zurückzulassen , dann badete er am Strand , wo ihn salziger Schaum wie ein Sturzbad überflutete . Schon der bloße Anblick des Meeres , der frische Hauch , den es ausströmte , belebten und kräftigten seinen Mut . Er wünschte trotz aller Gefahr nichts sehnlicher , als daß die Hütte näher am Ufer läge , damit er die See täglich und stündlich vor Augen hätte . Wohl zehnmal sprang er wieder zurück in die klaren , durchsichtigen Wellen oder schwamm eine Strecke weit hinaus und ließ sich auf dem Rücken treiben , bis die Sonne unterging . Noch ein letzter Blick aus der Höhe des Mangobaumes nach allen Richtungen , noch das mitgebrachte Notzeichen oben in den Zweigen versteckt , und dann ging es heimwärts durch den grünen Wald . Der Himmel glühte und die Sonnenscheibe hatte sich mit grauen Wolkenschleiern umhüllt . Einzelne Windstöße fuhren durch den Wald , allmählich verstummte der Gesang der Vögel , und schwere Tropfen fielen in Pausen geräuschvoll auf die Blätter . Robert beeilte sich , noch vor Ausbruch des Gewitters seinen Fisch zu kochen und die übriggebliebenen Kartoffeln in Speck zu braten . Er hatte kaum die Geräte vom Feuer genommen , als das Unwetter mit aller Kraft losbrach . Sturm und Donner heulten um die Wette , der Regen schlug klatschend auf das Laubwerk herab , und rote , zuckende Blitze erhellten die Umgebung . Robert glaubte nie vorher ein Gewitter erlebt zu haben , so sehr überstieg das , was er sah und hörte , alles bisher Gekannte . Ein Schauer von unreifen Früchten hagelte ins Gras , krachend stürzten ganze Bäume , und hier und da schlug der Blitz in besonders hohe Stämme , die dann bis zur Erde herab zersplitterten . Robert aß rasch seine Mahlzeit und wollte sich in den Schutz der Höhle zurückziehen , da - als er die Tür öffnete - schwamm ihm das Moos seines Lagers entgegen , während die Decken , triefend vor Nässe , im Winkel lagen . Einen Augenblick lang stand Robert starr vor Entsetzen . Wenn das Salz und die Zündhölzer vom Wasser vernichtet worden waren ! - - Über seine Stiefel lief der Strom ins Freie , bis endlich nur noch etwas Schlamm in der Höhle zurückblieb . Robert stand noch immer unbeweglich , von diesem neuen Schlag wie betäubt . Erst langsam erholte er sich und kroch hinein , um die gefährdeten Gegenstände untersuchen zu können . Zum Glück waren bis in diesen versteckten Winkel die Regenfluten nicht gedrungen , - er fand seine kostbarsten Güter unversehrt . Für ihn selbst blieb freilich nur ein Ausweg , nämlich der , au mehreren leeren Kisten ohne Decken oder irgendeinen Schutz die Nacht zu verbringen . Aber das sollte ihm nicht wieder passieren . Die ganze Wetterseite der Wohnung mußte durch einen starken Erdwall vor dem Eindringen des Regens geschützt werden , und schon mit Tagesanbruch wollte er diese neue Arbeit beginnen . Bis auf die Haut durchnäßt streckte er sich zum Schlafen aus . Draußen tobte noch der Donner , zischten die Blitze ; sprühende Schauer von kalten Tropfen drangen in die Höhle hinein . Der Sturm schwoll zum wahren Orkan , dessen Stöße wie tiefe Orgelklänge bald brausend und gewaltig , bald langgezogen und klagend die Luft zerrissen . Ein schlecht befestigtes Brett wurde von der Gewalt des Windes herausgerissen , mit wütendem Anprall fuhr der nächste Stoß in die Hütte hinein und brachte ganze Fluten von Regen mit sich . Es war jetzt in dem engen Raum noch ungemütlicher und trostloser als draußen ; Robert erhob sich , um ins Freie zu kriechen , wo die Luft gewiß etwas weniger dumpf und erstickend war . Tiefe , undurchdringliche Nacht umgab ihn , der Boden war weich und schlüpfrig , der Sturm raubte im Freien den Lungen den Atem - - Da , durch das Gebrüll des Donners und das Sausen des Windes klang ein Ton , der in seiner kurzen Schärfe deutlich verriet , daß ihn nicht der Sturm hervorgebracht hatte . Ein Schuß ! - Ein Kanonenschuß ! - - Er hatte es deutlich gehört ; Zittern lief durch seine Glieder , das Herz schlug zum Zerspringen , - er lauschte atemlos . Und da kam es zum zweiten- , zum drittenmal . Es waren Kanonenschüsse , - es war ein Schiff , das sich in Not befand . Er mußte sofort hinaus an den Strand , mußte Zeichen geben , - er wollte um jeden Preis die Menschen an Bord über seine Anwesenheit unterrichten , und wenn er schwimmen mußte . Das alles durchzuckte ihn , drängte sich